NBA Live 96 – im Klassik-Test (PS)

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Wenn unsere Gebeine längst zu Staub verfallen sind und Archäologen entzückt eine VCS-Modulsammlung aus den Meringer Ruinen buddeln, dann wird in den Hochschulen vielleicht auch “Spielographie” auf dem Lehrplan stehen. Gebannt lauschen die Studenten, wenn die Referenten von den 90er Jahren des primitiven 20. Jahrhunderts erzählen. Jene Epoche ging als Pionierphase in die Geschichtsbücher ein, denn Electronic Arts erfand das “Fortsetzungs-Sportspiel”. Alle Jahre wieder köchelt man einen Vorjahrshit mit zwei neuen Regeln, Teams und Grafikdetails erneut auf. Das Fachsimpeln der Fangemeinde über einzelne Jahrgänge erinnert fatal an die Schwelgereien von Weinsammlern (“Der 92er Madden war echt innovativ!”).

Zurück ins Jahr 1996, wo gerade die Basketball-Simulation NBA Live frisch in die Regale gehievt wird. Mit der konservativen Mega-Drive-Fassung hat die Playstation-Version nicht viel zu tun. Wie es sich für die 32-Bit-Kraftstation gehört, setzt Electronic Arts seine “Virtual Stadium”-Technologie ein, die bereits FIFA Soccer inspirierte. Die 3D-Grafik wird von verschiedenen Kameras eingefangen, zwischen denen Ihr jederzeit wechseln könnt.

Im Gegensatz zu anderen Sportarten kann Electronic Arts beim Basketball nicht unbehelligt durchmarschieren. 3D-Konkurrenten von Konami und Sony sind bereits erschienen. Technisch wirken die Mitbewerber sogar etwas konsequenter, denn die Spielfiguren werden aus 3D-Polygonen zusammengesetzt: etwas eckig, aber unwiderstehlich flüssig animiert. Electronic Arts setzt bei NBA Live ’96 hingegen auf konventionelle Spieler-Sprites, bei denen der perspektivische Effekt trotz Zoom-Be­mühungen weniger elegant ausfällt.

Die Fülle an einstellbaren Schwierigkeitsgraden und Regelfinessen ist mal wieder ein Gedicht – typisch EA Sports. Nur bei der grad­linigen Steuerung wünschen sich Basketball-Kenner ein paar diffizile Zusatztechniken mehr – genug Knöpfchen hätte so ein Playsta­tion-Joypad ja…

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