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Neben dem bewährten Spiel mit den blauen und orangen Portalen sowie den dreibeinigen Drohnen als Gegner bietet Portal 2 als weitere Variablen nun auch Laserprismen, Sprungschanzen und Lichtbrücken, die jeweils eigenen Regeln folgen und über das Spiel verteilt eingeführt werden. Dabei lohnt es sich, die über alle Levelabschnitte verstreuten und teilweise sehr ironischen Erklärungstafeln genauer zu studieren. In puncto Schwierigkeit wechseln sich fast schon banale Herausforderungen immer wieder mit Passagen ab, bei denen man sich nichts sehnlicher herbeiwünscht als ein Lösungsbuch. Ein klares Spielziel wird nie definiert und selbst die mittleren Bosskämpfe lassen einen nicht wirklich erahnen, wohin die Reise von Chell und Wheatley geht. Dies ändert sich erst, wenn zur Mitte von Portal 2 die Gelfarben ins Spiel kommen. Valve adaptierte dafür wieder ein Studentenprojekt, das sich 2009 ”The Power of Paint“ nannte. Die orangen und blauen Gelfarben geben Chell die Optionen Beschleunigung und erhöhte Sprungkraft, während weiße Farbe Portale an beliebiger Stelle ermöglicht. Was trivial klingt, ergibt in Kombination mit den bekannten Spielelementen nicht nur optisch einen bunten Werkzeugkasten von Ideen und Varianten. Portal 2 ist ein beeindruckendes Physiktestfeld und fordert wie kaum ein anderes Spiel räumliches Denken und Experimentieren. Dabei stellt es Eure Geduld ständig auf die Probe und liefert immer wieder Aha-Effekte, von denen andere Games nur träumen können.
Die wichtigste Erweiterung bei Portal 2 ist die Zweispieler-Option, die über die beiden Roboter Atlas und P-Body aufgehangen wird. Damit eine Absprache der Vorgehensweise möglich ist, erdachten die Entwickler ein Icon-System, das zwar etwas Eingewöhnungszeit bedarf, dann aber recht intuitiv wirkt. Beim Test vor Ort in Seattle wurde deutlich, wie wichtig das etwas engere Spielkorsett für reibungsloses Onlinegaming ist. Die Möglichkeit, systemübergreifend kooperativ zu spielen, haben leider nur PS3-Besitzer, die via Steam mit PC- und Mac-Spielern antreten können. Zusammen mit angekündigten DLC-Paketen werden die kommenden Monate zeigen, wie populär der Multiplayer-Part wirklich wird.
Abschließend kann man Valve nur gratulieren, dass sie das Rad nicht gleich ein zweites Mal erfinden wollten. In weit über zehn Spielstunden erlebt man bei Lösung der Rätsel immer wieder persönliche Jubelmomente und am Ende wagt das Spiel sogar den Sprung zur Philosophie und der Suche nach dem Sinn des Lebens. Grafisch wird auf Xbox 360 und PS3 sicherlich keine Referenzleistung geboten, aber davon hat das Spielprinzip auch noch nie gelebt.











Seit Jahren auf meinem Pile of Shame, obwohl ich den Ersten schon so gut fand.