
| Spiel: | Red Faction: Armageddon |
| Publisher: | THQ |
| Developer: | Volition |
| Genre: | Action |
| Getestet für: | 360 |
| Erhältlich für: | 360 |
| USK: | 16 |
| Erschienen in: |
Der vierte Teil der Red Faction-Saga wendet sich vom Open-World-Konzept des Vorgängers ab und bietet eine geradlinige Kampagne, die Euch die meiste Zeit unter die Oberfläche des Mars führt. Zunächst sabotiert Antagonist Adam Hale einen Terraformer der Kolonisten und vertreibt die Überlebenden von der Oberfläche. Wenig später verursacht unser Held Darius Mason die nächste Katastrophe: Er befreit irrtümlich zahllose Marsbestien aus dem Planeteninneren.
Gegen diese kämpft Ihr etwa zehn Stunden lang in meist finsteren Höhlenkomplexen rund um die schlicht Bastion getaufte Asylstadt im Untergrund. Erneut setzt Volition auf die hauseigene Geo-Mod-Grafikengine, die erlaubt, die Umgebung mit Waffengewalt zu demolieren, um neue Wege zu ebnen oder Feinde mit Trümmern zu erschlagen. Das Ausmaß der Zerstörung beschränkt sich diesmal weitgehend auf menschgemachte Architektur, Gesteinsformationen lassen sich nur sporadisch manipulieren.
Als spielerische Neuerungen führt Armageddon die Nanoschmiede sowie das Magnetgewehr ein. Auf Knopfdruck lassen sich so etwa missionsrelevante Generatoren reparieren oder ramponierte Brücken über Lava wiederherstellen ein nützliches Gegenstück zur Zerstörung, die Euch den Weg durchs Spiel verbauen könnte. Das Magnetgewehr hingegen erlaubt Spielereien mit Anziehungskräften: Markiert zwei Punkte an Felsspitzen, Metallobjekten oder Feinden und seht zu, wie einer den anderen anzieht. Schleudert so Monster gegen die Decke oder erschlagt sie mit umherfliegenden Trümmern leider verwirrt die Spielphysik, wenn etwa tonnenschwere Stahlträger vom Boden gewichtslos abprallen.
Neben diesen frischen Spielzeugen findet Ihr in Masons Gepäck einen Vorschlaghammer, mit dem Ihr Euch notfalls einen Weg durch Gebäude und Feinde bahnt, sollte Euch die Munition für Plasmawummen, Minen- und Raketenwerfer sowie die Gravitationskanone ausgehen. Letztere produziert schwarze Löcher, saugt Monster ein und explodiert zum Abschluss unter schicken Lichteffekten.
Weniger ansprechend fallen Gegner und Umgebungen aus, was neben mangelndem Designgespür auch der rechenintensiven Zerstörbarkeit geschuldet sein dürfte. Hektische Springer aus endlos gebärenden Nestern sowie Aliens, die sich tarnen, fette Brocken und dumme KI-Marssöldner machen Armageddon zwar hektisch, aber auch tauglich für hirnlosen Ballerspaß. Als Boni erwarten Euch eine Handvoll Levels zur Punktejagd sowie ein Modus für vier Freunde gegen KI-Wellen und das New Game +,
wo Ihr mit aufgelevelten Waffen nochmals ran dürft.
+ tolles Waffenarsenal
+ ansehnliche Lichteffekte
+ eingestreute Mech- und Flugpassagen
+ Zerstörbarkeit der Spielwelt…
ist teils arg eingeschränkt
einfallsloses Missions- und Leveldesign
Klischeehandlung und -dialoge
dünner Sound und schwache Musikuntermalung
hässliches Monsterdesign
Michael Herde meint: Ich hatte mit Armageddon erst im New Game +-Modus richtig Spaß, weil das Spiel an sich vieles falsch macht: Statt cleverer Physikpuzzles mit Magnetgewehr und Geo-Mod-Zerstörung dominieren hektische Kämpfe gegen hässliche Aliens in einer Geschichte, die vor Klischees und peinlich-zotigen Onelinern trieft. Der Held ist ein profilloser wie hitzköpfiger Dummkopf aus der Jason-Statham-Klonfabrik und das Missionsdesign beschränkt sich auf die Formel Töte/sammle/zerstöre/repariere drei hiervon. Endlos gegnerproduzierende Nester sind auch nicht gerade toll und neue Waffen werden ohne Kontext irgendwann verfügbar. Nehme ich dann eine auf und wechsle anschließend doch zur alten, ist der angesammelte Munitionsvorrat weg und auf das Standardminimum reduziert. Erst im letzten Drittel nehmen Variation und Spielspaß dank der ungewöhnlichen wie coolen Waffen sowie durch Vehikeleinsätze Fahrt auf, gelungen finde ich auch die Animationen in den Zwischensequenzen. Die Hintergrundmusik des Spiels ist jedoch an Belanglosigkeit kaum zu toppen, den Waffen fehlt der nötige akustische Druck und bei der Physik haperts an Glaubwürdigkeit.
Audiovisuell durchwachsene Dauerballerei mit Top-Waffen, die kein Erzählklischee auslässt und spielerisch erst spät überzeugt.
| Singleplayer | ![]() | 67 |
| Multiplayer | ![]() | |
| Grafik | ![]() | |
| Sound | ![]() |



















