The Outer Worlds 2 – im Test (Xbox Series X)

0
5177
Zurück
Nächste

Seite 2

Wer etwa ständig aus Angst vor nahenden Bedrohungen seine Waffen nachlädt, dem legt das Spiel nach einiger Zeit die negative Bezeichnung ”Übervorbereitet” nahe. Nehmt Ihr an, steigt die Magazingröße all Eurer Wummen permanent um beachtliche 50 Prozent – nicht übel! Im Gegenzug müsst Ihr jedoch damit leben, dass jede Waffe nach einem Reload für 8 Sekunden lang 40 Prozent weniger Schaden anrichtet. Diese und andere teuflische Angebote sorgen für einen besonderen Kick, der speziell RPG-Veteranen gefallen dürfte, Einsteiger hingegen schnell überfordern könnte.

Aber auch die bis zu 12 freischaltbaren Fertigkeiten sowie bis zu 90 freischaltbare Perks sind clever mit dem Spielablauf und den Dialogen verzahnt und führen dazu, dass Euch ohne sie respektive mit ihnen bestimmte Lösungswege schlichtweg verwehrt bleiben oder offen stehen. Schleiche ich mich an den Wachen im Zentrum einer imposanten Relaisstation mithilfe meiner hochgestuften Stealth-Talente vorbei? Oder hacke ich lieber das Kontrollsystem der dortigen Standgeschütze, damit diese die Patrouillen munitionssparend ausknipsen? Eben diese allgegenwärtige Freiheit, Probleme zu lösen, lädt immer wieder zum Experimentieren ein und motiviert ungemein, beim nächsten Durchlauf etwas gänzlich Neues zu probieren.

Punkten kann The Outer Worlds 2 auch mit seinem im Vergleich zum Vorgänger spürbar aufgepeppten Spielablauf. Sprungstiefel sorgen für mehr Flexibilität in Baller- und Explorationspassagen, Call of Duty-inspirierte Rutschmanöver helfen, schneller hinter Deckungen Schutz zu suchen, mit Auntie’s Acidic Dematerializer lassen sich Gegnerleichen per Säureeinwirkung auflösen und auf die bis zu zwei KI-Begleiter ist ebenfalls Verlass. Drohne V.A.L.E.R.I.E. etwa verteilt Heilspritzen, während Soldatin Inez in Gefechten ordentlich zulangt. Alle fünf XP-Stufen müsst Ihr Euch zudem zwischen zwei Begleiter-Fertigkeiten entscheiden, was weitere Variation reinbringt.

Die Cleverness der KI-Feinde bleibt hingegen ein zweischneidiges Schwert. Einerseits führen sie immer wieder überraschende Manöver durch (etwa, indem sie Euch Granaten in Lüftungsschächte hinterherwerfen), andererseits stürmen sie häufig schnurstracks in Eure Richtung und greifen total unüberlegt an. Hinzu kommt, dass Gegner schleichende Begleiter partout nicht erkennen, was zwar manchem Frustmoment vorbeugt, sich aber streckenweise negativ auf die allgemeine Immersion in Stealth-Passagen auswirkt. Wiederum lobenswert ist die hohe Vielfalt an Feindtypen und das teils bizarre Waffenarsenal – inklusive einer an Duke Nukem 3D erinnernden Schrumpfkanone.

Zurück
Nächste
0 Kommentare
neuste
älteste
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen