The Saboteur – im Klassik-Test (PS3 / 360)

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Während sich The Saboteur von Genrerivalen inszenatorisch abhebt, verharrt das Spielgeschehen in Standards: Ihr folgt klassischen Sandbox-Gepflogenheiten und klappert Auftraggeber ab, schnappt Euch ein Vehikel, um schneller zum Einsatzort zu gelangen, und legt Euch mit Feinden an. Originell sind die Missionen selten, aber mit genügend Flair ausgestattet: Überwiegend geht es darum, etwa in Gebäude einzudringen und bestimmte Zielobjekte oder -personen zu befreien oder zu zerstören. Zwischendurch eingestreute Einlagen wie die Hatz über einen fahrenden Zug oder das Durchqueren eines brennenden Zeppelins bringen Würze in den Sabotage-Alltag. Geballert wird ohne Zielhilfe, was wie der Nahkampf Übung erfordert. Dem kommt eine wichtige Rolle zu: Setzt Ihr einen deutschen Soldaten außer Gefecht, ohne dass es jemand mitbekommt, könnt Ihr seine Uniform klauen und Euch damit tarnen. Haltet Ihr dann genug Abstand von Feinden und agiert ruhig, bleibt Ihr unentdeckt und vermeidet in manch ­kritischer Situation unangebrachtes Blutvergießen.

Alternativ kommen Eure Kletter­künste zum Zug: Sean ist ein agiler Bursche und besteigt fast jedes ­Gebäude in Paris, um dann von oben ins Geschehen einzugreifen. So behände wie Assassin’s Creed II-­Attentäter Ezio ist er aber nicht, was sich vor allem in einer unnötig ­klobigen Klimmzug-Kontrolle niederschlägt.

Natürlich könnt Ihr abseits der Story-Missionen andere Tätigkeiten ausüben. Neben einer Handvoll Nebenaufträge und Autorennen beschränken sich diese überwiegend darauf, deutsche Einrichtungen wie Funkmasten, Fahrzeuge und Stellungen zu zerstören – davon gibt es nämlich jede Menge. Als Belohnung erhaltet Ihr Schmuggelware, die Ihr bei Schwarzhändlern gegen Muni­tion und neue Waffen tauscht. Autos dagegen dürft Ihr jederzeit bei einer Garage wieder abholen, sofern Ihr den entsprechenden Typ einmal dort abgegeben habt.

Ingesamt ist The Saboteur ein rundes Erlebnis, das fokussierter und ausgereifter wirkt als das vorherige Pandemic-Spiel (Mercenaries 2). Man merkt dem Weltkriegs-Ausflug aber an, dass den Entwicklern anscheinend die Lust oder Kraft zur letzten Feinpolitur fehlte – jenseits der eigenständigen Ästhetik finden sich auch kaum neue Ideen. Am Ende bleibt ein ordentlicher Sandbox-Vertreter, der sich trotz seiner vielen Kanten gut spielt, im Konzert der Großen wie Assassin’s Creed II oder Grand Theft Auto IV aber nur die zweite Geige spielt.

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BigBen
I, MANIAC
BigBen

Das Studio hat kurz nach Release die Segel gestrichen…

PlayingOldKid
I, MANIAC
PlayingOldKid

Hat mich damals ebenfalls sehr begeistert. Gameplay, Atmo und Grafik fand ich damals top. Hätte so gern eine Fortsetzung gespielt, leider kam nie eine.

BigBen
I, MANIAC
BigBen

Eines der besten Spiele aller Zeiten meiner Meinung nach… vollkommen unterbewertet.
hätte ein Remake verdient,das es leider mangels Erfolg nie geben wird…