Tides of Tomorrow – im Test (PS5)

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Das Team hinter dem Roadtrip-Adventure Road 96 bleibt dem Genre treu, aber diesmal besucht Ihr eine dystopische Zukunft statt die Vergangenheit. Zudem borgt es sich Ideen, die an Death ­Stranding und Dark Souls erinnern und setzt als wichtigsten Faktor auf Eure Entscheidungen.

Als sogenannter ”Tidewalker” erscheint Ihr in einer Zukunft, in der die letzten Rückzugsorte der Menschen auf Inseln liegen und die Menschheit von der durch ­Plastik ausgelösten Krankheit Plastemia dahingerafft wird.

Missionsweise bereist Ihr per Boot die Schauplätze von Fraktionen mit religiösen Eiferern, Plünderern und einfachen Überlebenden. Dabei gibt es meist simple spielerische Sequenzen mit ein paar Schleicheinlagen, Bootskämpfen und vor allem optionaler Erkundung, damit Ihr an die zwei wichtigsten Ressourcen des Spiels kommt: Schrott und die Medizin ”Ozen”. Auch Ihr leidet nämlich an Plastemia und verliert mit jeder Mission zwei Lebensbalken. Um das beste Ende zu erreichen, müsst Ihr genügend Ozen schlucken. Mit Schrott kauft Ihr unter anderem Ozen-Rationen bei Händlern oder baut kaputte ­Leitern und Brücken wieder auf.

Hier kommt der interessante Koop-Kniff des Solo-Spiels zum Tragen: Ihr folgt ab der ersten Spielminute dem Pfad eines von Euch ausgewählten Spielers. Dessen Entscheidungen und Handlungen während einer Mission beeinflussen, wie Ihr diesen Auftrag erlebt. Hat Euer Vorgänger eine Leiter repariert, könnt Ihr diese ohne eigene Kosten nutzen, um Wachen zu umgehen. Noch größeren Einfluss haben dessen Taten. In einem Auftrag sammeln wir per U-Boot Eier einer bedrohten Fischspezies ein. Nehmen wir alle Eier mit, wird unser Nachfolger keine mehr finden. Stattdessen wird es seine Mission sein, den Eierbestand wieder aufzufüllen. Fast jeder Einsatz bietet so ca. zwei bis drei solcher Variationen des Ablaufs.

Zusätzlich könnt Ihr per Emotes Euren Nachfolgern Tipps geben oder selbst auf Lösungen stoßen, indem Ihr per Spezialsicht den Weg Eurer Vorgänger verfolgt. Zudem dürft Ihr Ozen-Bestände bei Händlern aufkaufen oder ­diese für Folgespieler per Spende auffüllen. Auch stehen in jedem Level Behälter, in denen Ihr auf Wunsch Schrott und Ozen für Eure Nachfolger lagert. Nebenbei erhöht Ihr durch solche Maßnahmen Eigenschaftsbalken wie ”Überlebenskünstler”, ”Kooperativ” und ”Tierfreund”, die im späteren Verlauf Einfluss auf Antwortmöglichkeiten, Storyenthüllungen und die möglichen Enden nehmen.

In Sachen Technik haben wir hauptsächlich einige Bildratenschwankungen zu bemängeln. Die Präsentation überzeugt durch ordentliche Sprecher und einen futuristischen Industrial-Punk-Soundtrack, der jedoch nicht in jeder Situation passend wirkt.

 

 

 

 

Fern von Literatur, Quellen und Vorgängerspielen versucht das Entwicklerteam aus Kirkland hier genau das „Halo 4“ zu verwirklichen, auf das die Welt wartet. xx

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