
Meinung
Michael Herde meint: Meisterte der Vorgänger bravourös die Mission, Menschen zum Spielen zu bewegen, lastet auf Resort eine noch größere Aufgabe: MotionPlus ist eine spürbare Verbesserung, doch ist wie bei Blu-ray und DVD fraglich, wer darauf Wert legt. Immerhin ist der Reiz des Neuen seit Wii Sports verflogen, Resort bietet unterm Strich nur mehr vom Gleichen. Dabei erweisen sich manche Disziplinen als leidlich spannende Demo-Quickies, andere treiben den Spielspaß in ungeahnte Höhen – und zwar diejenigen, die es in ähnlicher Form schon früher gab: Tischtennis, Bowling, Golf. Davon abgesehen halte ich die permanenten Hilfestellungen nach einigen Sessions mit Anfängern für verfehlt: Keiner wollte die endlosen Texttafeln lesen, weshalb sie von der gesteigerten Komplexität der Minigames überfordert waren. Warum kann ich sie nicht einfach deaktivieren?
Andreas Polachowski meint: Michael hat Recht: Die wiederkehrenden Tutorials nerven schnell. Wenn aber Zockerneulinge beim Tischtennis vor Freude spontan losschreien und ein Haufen Mittzwanziger um vier Uhr morgens immer noch zockt, sind mir die Mängel egal – Spaß ist angesagt! Als alten Wii Sports-Hasen begeistern mich die exaktere Bewegungsabfrage bei Bowling und Golf sowie die astreine Umsetzung der meisten Sportarten. Schade: Die Insel bietet wenig Wiedererkennungswert – eine ansprechende Story als roter Faden fehlt. Nervig finde ich zudem, dass die Remote alle paar Spielrunden neu kalibriert werden muss.























Habe es zwar auch, mitsamt Balance Board, aber der Reiz aus der Zeit des Vorgängers war schon ein wenig verflogen. Einige Disziplinen ( Jet Ski, Bogenschießen und Golf sowieso) sind dennoch richtig gelungen.
Am Ende bleibt es eine spaßige Kuriosität, aus einer Zeit, als die Branche nach einer relativ gleichförmigen Gen ( Ps2/XB/GC) sich neu aufgestellt hat und eventuell zum letzen mal so vielfältig war:
Sony protzte mit Technik, Ms zog mit und verfing sich nebenbei in Experimenten ( Kinect) und Nintendo, wie gewohnt, “anders” drauf, anderen Pfaden suchend und mit außergewöhnlichen bis bizarren Konzepten um sich werfend.
Leider oder zurecht ( ? ) blieb nicht so viel von der Motion-Control Ära übrig, außer einigen Standards, die heute in den Controllern schimmern und mit VR, die die Idee des sich beim Videospielen bewegen, noch mehr auf die Spitze trieb/treibt.
Ich mag mich beim Gaming nicht mehr so viel bewegen, wie zu der Zeit, als ich dachte, diese Art des Spielens könne man durchaus dauerhaft integrieren und begrüße heute jede Software, die mir das nicht aufzwingt.