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Dass wir so viel über die Story erzählen können, liegt daran, dass Wolverine spielmechanisch gar nicht so viel zu bieten hat. Wenn Ihr beispielsweise frühere, wenig abwechslungsreiche Superhelden-Hack’n’Slay-Titel wie Deadpool (2013) gespielt habt, bekommt Ihr einen guten Eindruck davon, was Euch erwartet. Verfolgungsjagden mit dem Bike oder zu Fuß sowie Passagen mit mehr Bewegungsfreiraum nehmen nur einen Bruchteil der Spielzeit ein. Nach engmaschigen Erkundungsabschnitten folgen meist erneut Massenkämpfe. Gelegentlich könnt Ihr auch simple Schleicheinlagen absolvieren, doch die lassen sich ebenso brachial lösen. Spielerisch anspruchsvoll wie in der Batman: Arkham-Serie oder ”Spider-Man 2” werden sie nie. Das merkt Ihr schon daran, dass es keine Werkzeuge abseits Eures Geruchssinns und Eurer Klingen gibt.
Auch wenn sich die vielen Massenkeilereien über die lange Spielzeit ziemlich abnutzen, sind sie für sich genommen unterhaltsam. Das liegt an der besonderen Dynamik von Wolverine. Sobald sich Feinde nur minimal in Wolverines Reichweite befinden, könnt Ihr sie per Tastendruck anspringen. Das gilt auch für Gegner auf höheren Ebenen oder wenn sie sich gerade im Flug befinden.
Aber auch das Grundsystem taugt: Ihr weicht roten Angriffen aus, pariert gelbe Attacken, um Gegner ins Wanken zu bringen, und führt mit den zwei Angriffstasten Combos aus. Zusätzlich dürft Ihr auf vier von sechs Cooldown-Spezialangriffe zurückgreifen (siehe Kasten unten). Sind Eure Gegner benommen, könnt Ihr sie ungehindert traktieren oder einen Schlag zur Heilung ausführen. Habt Ihr genügend Widersacher in kurzer Zeit ausgeschaltet, verfällt Wolverine in den schwarz-weißen Wut-Modus und kann über beide Schultertasten angeschlagene Kontrahenten sofort ausschalten.
Spätestens ab dem zweiten Kapitel werden die Kämpfe anspruchsvoller, sobald mehrere Spezialtypen wie Schildeinheiten und Fernkämpfer, etwa Scharfschützen, zusammenkommen. Abgesehen von wenigen Schlachten, bei denen Ihr beispielsweise Gegner von Plattformen stoßen oder Lasern entkommen könnt, bleibt die Action jedoch überraschend ideenlos. Die Begegnungen werden meist nur härter, doch am eigentlichen Ablauf oder Eurem Kampfstil ändert sich im Verlauf kaum etwas. Gegen Ende bekommt Ihr beispielsweise einen Buff fürs Parieren. Damit verursacht Ihr zwar mehr Schaden, doch das gleicht nur die größeren Brocken mit mehr Lebensenergie wieder aus.
Sollte Euch das Tempo zu hoch sein und Ihr Probleme beim Parieren haben, könnt Ihr das Kampf- und separat auch das Spieltempo in den Einstellungen auf bis zu 30% reduzieren. Im einfachsten Schwierigkeitsgrad seid Ihr außerdem unschlagbar.









Ich hatte mich sehr gefreut auf Wolverine für die PS5, doch irgendwie hätte ich mehr erwartet. Kämpfe hat Spaß gemacht, aber in Häppchenweiße. Charaktere hätte mehr rausgeholt oder sich zutrauen.
Ich finde es bisher ziemlich unterhaltsam, aber man sollte es in kleinen Happen genießen. Wahrscheinlich hätte ein zweiter Hauptcharakter der Abwechslung gut getan.