Super Meat Boy – im Test (360)

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Wenn Wii Sports der Inbegriff für Casual-Spiele sein sollte, dann ist Super Meat Boy das Gegenteil – ebenfalls witzig und putzig, aber eine Hommage an alte Zeiten. In erster Linie zeichnet das 2D-Jump’n’Run eine Eigenschaft aus: Es ist schwer. Richtig schwer.

Ihr schlüpft in die Rolle des titelgebenden Fleischklumpens, den zu Beginn des Spiels das gleiche Schicksal ereilt wie seinen Schnurrbart tragenden Genre-Kollegen: Seine Geliebte Bandage Girl wird vom fiesen Dr. Fetus entführt. Sofort macht sich Meat Boy auf eine sechs Kapitel umfassende Befreiungsmission. Die Welten werden durch humorvolle und liebevoll gezeichnete Zwischensequenzen miteinander verbunden. Die skurrilen Protagonisten kommen ohne Worte aus und vermitteln ihre Emotionen geschickt durch Mimik und Gestik. So genügt Dr. Fetus sein Mittelfinger, um Meat Boy unmissverständlich klarzumachen, was er von ihm hält.

Bei der Handlung hören die Gemeinsamkeiten mit Mario allerdings auf. Feinde stellen sich Euch nur selten in den Weg, dafür sind die Areale mit Fallen gespickt. Gerät der Fleischklumpen in eine davon, spritzt der rote Lebenssaft literweise über das Level-Inventar. Überspringt Ihr anfangs nur ein paar Sägeblätter, seid Ihr in späteren Abschnitten damit beschäftigt, zielsuchenden Raketen auszuweichen, während Ihr von Hunden gejagt werdet, millimetergenaue Sprünge ausführen müsst und unter Euch der Boden wegbricht. Entwickler Team Meat erfindet das Rad nicht neu, zieht aber alle Genre-Register. Das Leveldesign wird nie langweilig: Mal ist das gesamte Areal auf einem Bildschirm zu sehen, mal scrollt der Abschnitt vertikal oder horizontal. Die größte Stärke von Super Meat Boy ist, dass der Titel Euch an Eure Grenzen bringt, dabei aber nie unfair wird. Nicht selten sterbt Ihr zahlreiche Tode, werdet aber mit jedem Versuch besser und wisst spätestens nach dem achtzigsten Versuch die tadellose Steuerung und das grandiose Leveldesign zu schätzen.

Auch der Umfang stimmt: Mit Bonuswelten kommt das Spiel auf weit mehr als 200 Levels. Über das bloße Bewältigen hinaus könnt Ihr neben geheimen Warp-Zonen auch an besonders schwer zu erreichenden Stellen Pflaster sammeln. Mit diesen schaltet Ihr zahlreiche Bonuscharaktere aus anderen Download-Spielen frei, von denen jeder eine spezielle Eigenschaft besitzt: Schwebt mit Commander Video aus der Bit.Trip-Reihe durch die Areale oder dreht mit Tim aus Braid die Zeit zurück.

Wii-Spieler müssen auf ihre Umsetzung des fantastisch-fiesen Hüpfers weiterhin warten, denn die für November angekündigte Veröffentlichung wurde auf unbekannt vertagt. Der Grund: Nintendo erlaubt nur 40 MB pro Downloadspiel und Team Meat hat derzeit große Mühe, dieses Limit einzuhalten.

Knallharte, aber immer faire 2D-Hüpferei, die für leidensfähige Zocker perfekt ist.

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