Need for Speed: Rivals – im Test (PS3)

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Im fiktiven US-Bezirk Redview County brodelt ein Konflikt: Andrenalinsüchtige Straßenraser und tempowütige Polizeistreifen liefern sich Duelle und lassen Euch daran teilhaben – sowohl in schwülstigen vertonten PS-Philosophie-Videoschnipseln, die man am besten ignoriert, als auch auf dem Asphalt.

Ihr habt bei Need for Speed: Rivals die freie Wahl, auf welche Seite Ihr Euch stellt, zudem könnt Ihr jederzeit zwischen den Fraktionen wechseln. Bei beiden ist es Eure Aufgabe, durch das Erfüllen von ”Speedlist”-Aufgaben voranzukommen: Pro Stufe stehen drei Auswahlmöglichkeiten parat, die je nach Geschmack mehr in Richtung Rennen oder Konflikte gehen. So sollt Ihr mal Fahrkönnen demonstrieren und Driftmeter sammeln oder knapp abgewendete Kollisionen zeigen, alternativ stehen Fluchtfahrten bzw. Verhaftungen im Mittelpunkt.

Von Anfang an steht das gesamte Areal von Redview County parat, in dem sich auf engem Platz eine erstaunliche Umgebungsbandbreite findet. Nur von einem Tunnel getrennt, geht es etwa direkt aus der Nevada-artigen Steppe in ein schneeverwehtes Gebirge – das Straßennetz ist allerdings nur überschaubar lang.

Dafür finden sich an allen Ecken und Enden Blitzkameras oder Sprünge, die Ihr nebenbei mitnehmt, um Rekorde aufzustellen: Wie bei früheren Need for Speeds kriegt Ihr sofort mitgeteilt, wie Ihr Euch im Vergleich mit Freunden schlagt und ob Ihr damit eine ”Speedlist”-Aufgabe vorangebracht habt.

Zudem setzt Rivals in Sachen Online-Verzahnung noch eins drauf: ”AllDrive” nennt sich das Konzept, bei dem Ihr stets im Internet mit bis zu fünf anderen Fahrern unterwegs seid und nebenbei Eure eigene Karriere verfolgt. Wer mag, kümmert sich nicht um die Mitspieler aber launiger ist es natürlich, wenn Ihr Euch mit ihnen verbündet oder sie alternativ jagt. In der Praxis fällt koordiniertes Agieren mit Fremden schwer, daher ist es schade, dass keine ”traditionellen” Online-Optionen existieren.

Wenig überraschend hält Need for Speed: Rivals von Realismus nur begrenzt viel, dazu passt das driftlastige Fahrverhalten der Luxus-Boliden ebenso wie die ”Verfolgungs-Technik”: Sowohl Raser als auch Polizisten können ihre Wagen mit Extras ausstatten und so z.B. elektromagnetische Impulse und eine Schallschockramme abfeuern, Stachelstreifen sowie Betäubungsminen ablegen und die Elektronik der Widersacher mit Störsendern verwirren. Erlittene Schäden repariert man im Eiltempo per Garagendurchfahrt – angehalten wird nicht.

Diese Atemlosigkeit zieht sich durch, gerade wenn man als Raser die Karriereleiter erklimmen will: Rennen und Kopf-an-Kopf-Duelle lassen sich beliebig starten und enden auch nicht, wenn sich die Polizei einmischt – ganz im Gegenteil. Mit jeder Aktion erhöht Ihr Euren Fahndungslevel, weshalb Ihr meistens Gesetzeshüter am Auspuff hängen habt. Die nehmen Euch bei der Verhaftung die mühsam erarbeiteten Speedpunkte ab – die braucht Ihr aber, um neu freigeschaltete Autos kaufen und ausrüsten zu können. Entspannter geht es zu, wenn Ihr für Recht und Ordnung eintretet: Dann bekommt Ihr zum einen frische Boliden umsonst gestellt, zum anderen erhaltet Ihr das Guthaben geschnappter Rowdies. Konzeptionell funktionieren beide Seiten gut, als Raser steigt aber im Lauf der Zeit der Frust deutlich an, da schon kleine Fehler auf einen Schlag den Fortschritt zunichte machen.

Spielerisch wirkt Rivals daher unausgewogen und nicht ganz zu Ende gedacht, auch technisch bleiben Wünsche offen: Die Entscheidung, keine normale Pause-Funktion einzubauen (das geht nur, wenn Ihr einen Unterschlupf aufsucht), lässt sich verkraften. Ärgerlicher ist dagegen, dass die Next-Gen-Power offenbar nicht gereicht hat, eine stabile Bildrate abzuliefern: Insbesondere bei Kurvenfahrten neigt Rivals zu kurzen, aber spürbaren Rucklern, die nichts damit zu tun haben, wie viel tatsächlich gerade los ist – hier hoffen wir auf Nachbesserung per Patch.

Ulrich Steppberger meint: Die Hoffnung, nach dem letztjährigen Möchtegern-Burnout wieder ein klassisches Need for Speed zu bekommen, kann Rivals nur begrenzt erfüllen – zu sehr verzettelt sich der erste Serienteil aus Schweden in seinen überambitionierten Online-Plänen und lässt alte Tugenden außer Acht. Grundsätzlich ist gegen die Entscheidung, die Verfolgungsjagden zum zentralen Element zu machen, nichts einzuwenden. Doch mir fehlt es an Ausgewogenheit: Als Raser nervt das permanente Bedrängtwerden spätestens ab Hälfte der Karriere immens, als Cop vermisse ich Rennvarianten. Stets geht es latent chaotisch zu, was durch die mit Details überfrachtete Optik verstärkt wird – auf PS3 und Xbox 360 kommt hinzu, dass das Bild seltsam grobschlächtig wirkt, während die Next-Gen-Fassungen mit der Rückkehr der serienüblichen Ruckler ärgern. Etwas weniger Dauerstress hätte geholfen, denn u.a. das gemeinsame Online-Vorgehen via ”AllDrive”-Funktion hat schon seine Momente – doch unterm Strich fehlt es an Charme und Klasse früherer Serien-Highlights wie Underground 2 oder dem ersten Most Wanted.

  • 2 gleichwertige Karrierebäume: Cops und Raser
  • Fortschritt über das Erfüllen von ”Speedlist”-Aufgaben
  • Solo- &amp Online-Modi nahtlos verbunden

Dynamische Katz-und-Maus-­Autoraserei, die zu sehr auf Tohu­wabohu setzt und technisch kein Glanzstück abliefert.

Singleplayer75
Multiplayer
Grafik
Sound
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Max Snake
14. Januar 2014 11:59

Ich bleibe bei Need for Speed Shift, der beste Teil der Serie und weniger oder gar kein Problem mit dem Framte Rate einbrüche.

Next Snake
13. Januar 2014 17:29

Für mich eines der besten Need for Speed games ever, hatte lange keinen solchen Spass mehr mit einem Arcade Racer.Hab es auf der PS4, und Ruckler sind mir nach über 15 Stunden bisher nicht unter gekommen, alles super flüssig und sehr schnell.Hab aber auch alle Online Features abgeschaltet, wie man hört, soll es dadurch oft Ruckeln.

Stanley
13. Januar 2014 17:13

Ich habe die Raser-Karriere auf der PS4 durchgespielt und den Cop-Modus bis ca. zur Hälfte im Moment. Mir hat es durchaus gut gefallen, und die Optik macht meiner Meinung nach auch einiges her.Kurzum – ein gelungener Start-Titel.

Ullus
13. Januar 2014 17:00

Hab das Ding letztens bei Mark im Classic Game Room mir zu Gemüte geführt, macht einen recht guten Eindruck, aber irgendwie ist es immer Dasselbe ! Schnell und flott ist es aber ja schon mal…..

BlackHGT
13. Januar 2014 15:03

Also Ruckler sind mir jetzt nicht aufgefallen. Was nert ist diese “”All Drive”” oder wie das heisst. da kommt es immer wieder zu unterbrüchen um den Host zu Migrieren. Bis ich herausgefunden habe wie man den scheiss abschalten kann…..Aber für mich denoch das beste Racing game auf der PS4. 🙂

retro
13. Januar 2014 14:53

[Quote]Rückkehr der serienüblichen Ruckler[/Quote]Ich mein, geht´s noch? Ich kann es nicht verstehen, dass es mit der aktuellen Technik nicht möglich sein soll, halbwegs flüssig zu laufen bzw. wieder mal unfertiges “”Geholpere”” in den Verkauf zu schicken.