NetEase öffnet zweites US-Studio

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Dieser Artikel stammt aus der M! 348 (September 2022).

SEATTLE • Als Chinas zweitgefräßigster Spielehersteller (nach Tencent) ist NetEase ein Dauer­gast auf unseren Aktuell-Seiten. Der 20.000-Köpfe-Konzern investiert 2019 in ­Behaviour Interactive, kauft das No More Heroes-Studio Grasshopper Manufacture (siehe M! 340), Anfang des Jahres den Yakuza-Veteranen Toshihiro Nagoshi (M! 343) und öffnet mit dem City of Heroes/Villains-Macher Jack Emmert im Juni ein amerikanisches Studio, Jackalope Games, in der texanischen CRPG-Hochburg Austin (M! 346). Auf NetEases ”first first-party studio in the U.S.” folgt umgehend ein zweites, und auch für dieses rekrutieren die Chinesen Promis mit langjähriger MMO-Erfahrung: Jar of Sparks in Seattle wird geleitet von Jerry Hook, der in der Szene bekannt ist als Xbox-Live-Miterfinder, Ausführender Produzent von Halo 4, Halo: Spartan Assault und Halo: Spartan Strike, Destiny 2-Projektleiter sowie Chefdesigner von Halo Infinite. Unter CEO Hook arbeiten Creative Director Paul Crocker (Cheferzähler der Batman: Arkham-Trilogie), Executive Producer Greg Stone, der Doom (2016) sowie Halo Infinite produzierte, sowie Gameplay Director Steve Dyck, ebenfalls Halo-Veteran und Grafikdesigner für EAs SSX– und NBA Street-Sportspiele.

Woran genau die Könner arbeiten, verrieten sie bislang nicht beziehungsweise skizzieren nur vage eine ”neue Generation von erzählerisch getriebenen Action-Games”. Man will eine Community aufbauen und verspricht ”Welten, gefüllt mit Ereignissen, die Spieler mit anderen teilen möchten”. Etwas konkreter wird Hook im Interview mit IGN: ”Ich denke, unser erstes Spiel wird noch keine Live-Service-Elemente besitzen, damit unser Team seine kreative Energie ohne den ständigen Druck serverbasierter Entwicklung ausleben kann.” Dass Hook & Co. ihre kreative Unabhängigkeit unter NetEase-Führung behalten werden, erscheint uns nicht nur als PR-Floskel, sondern wahrscheinlich: Im Gegensatz zu US-Holdings mischen sich chinesische Geldgeber kaum in die Entwicklungs­prozesse ihrer westlichen Töchter ein, bislang zumindest.

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