US-Verstärkung für MMO-Pioniere

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Dieser Artikel stammt aus der M! 348 (September 2022).

CAMBRIDGE • Als ”Java Gaming Experts” starten die Brüder Andrew und Paul Gower 1999 im Technologie-Park der englischen Elite-Uni Cambridge. Ihre Firma Jagex wächst seitdem kontinuierlich, mit Casual-Spielchen, die über das eigene Online-Portal FunOrb vertrieben werden, vor allem aber durch das MMORPG RuneScape. Letzteres kommt als Online-Phänomen gleich mehrfach ins Guinness Buch der Rekorde. Grundsätzlich kostenlos und werbefrei, spielt RuneScape durch Mikrotransaktionen zig Millionen ein – 2021 erreichen die Jagex-Umsätze ein Rekordhoch. Das Geld investieren die Briten nun in ihren allerersten Kauf eines externen Entwicklungshauses und wagen damit gleichzeitig den Schritt in die USA.

Komplett übernommen werden die rund 200 Köpfe starken Pipeworks Studios in Eugene, Oregon. Unter den über 125 Spielen, die man für EA Sports, Activision, Wizards of the Coast und andere namhafte Hersteller produzierte, sind auch ein paar Dutzend Konsolen-Titel, TV-Show- und Brettspiel-Umsetzungen wie Monopoly, Jeopardy, Glücksrad, Poker und Zumba Fitness. Bislang war Pipeworks eine Tochter der englischen Sumo-Gruppe (die 2022 von Tencent übernommen wurde) und auch Jagex ist nicht mehr unabhängig. Seit 2021 gehört die Firma der The Carlyle Group in Washington, D.C. – 1.800 Personen stark, NASDAQ-notiert und laut Eigenbeschreibung ”einer der größten Mega-Fonds der Welt”. ”Wir erwarben Jagex, damit sie sich einerseits auf RuneScape konzentrieren und andererseits in neue Bereiche ausgreifen können”, so Carlyles Europa-Manager Michael Wand: ”Der Pipeworks-Kauf unterstreicht diese Strategie.”

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