Wertungsinflation bei Spieletests

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Seit 1993 bespricht die japanische Zeitschrift Famitsu wöchentlich Videospiele und hat mittlerweile 14.278 Titel rezensiert. In der letzten Ausgabe von 2009 zieht das Magazin Bilanz und offenbart eine interessante Statistik: Der Wertungsschnitt nimmt zu, je aktueller das System ist, auf dem das Spiel erscheint. Damit belegen die Japaner die viel zitierte Wertungsinflation – Spiele heutiger Generation erhalten immer bessere Wertungen. Waren die Games von damals vergleichsweise schlecht oder erschwert die professionalisierte Spielebranche eine unabhängige Beurteilung, so dass Spielspaß-Wertungen geschönt werden? Darauf geben die Statistiken freilich keine Antwort und uns nur Anlass zur Diskussion.

Die Auflistung aller getesteten Spiele (Zahl in Klammern) der Famitsu von 1993 bis 2009. Ein Spiel erhält eine “Kaufempfehlung“, sobald ein Titel 32 von 40 möglichen Punkten ergattert. Waren es beim NES nur 3 Prozent (34 Titel) aller getesteten Spiele für das System, die dieses Prädikat erhielten, sind es bei der Xbox 360 schon 44 Prozent (105 Titel).

• Family Computer: 34 (955)
• Sega Master System: 0 (12)
• PC Engine: 22 (628)
• Mega Drive: 16 (534)
• Game Boy/Game Boy Color: 15 (1,071)
• Atari Lynx: 0 (12)
• Super Grafx: 0 (22)
• Game Gear: 0 (190)
• Super Famicom: 55 (1,407)
• NeoGeo CD: 2 (32)
• PC-FX: 0 (24)
• Super 32X: 0 (11)
• Sega Saturn: 52 (930)
• PlayStation: 131 (2,635)
• Virtual Boy: 0 (18)
• Nintendo 64: 38 (183)
• NeoGeo Pocket: 0 (56)
• Dreamcast: 62 (407)
• Wonderswan: 1 (179)
• Nintendo 64DD: 0 (3)
• PlayStation 2: 395 (1997)
• Pokemon Mini: 0 (6)
• Game Boy Advance: 91 (618)
• Nintendo GameCube: 87 (240)
• Xbox: 41 (185)
• Nintendo DS: 151 (883)
• PlayStation Portable: 90 (383)
• Xbox 360: 105 (239)
• PlayStation 3: 77 (172)
• Wii: 50 (257)

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wolfe
15. Januar 2010 20:48

Naja, wenn ich mir die Metacritic Durchschnittswertungen ansehen finden es ein ganzer Haufen Leute super…

Segabasti
9. Januar 2010 21:37

Hm, es erhalten aber auch die seltsamsten Spiele von der Famitsu die 40er Wertung. Zum Beispiel Bayonetta. das ist niemals perfekt, viele mögen es zwar, aber wirklich super findets keiner.

captain carot
8. Januar 2010 5:57

Korrekt. Heute mag´s FPS/RPG Mixe oder Jump&Run/Shooter Mixe geben, weil das ein Trend ist, solche Trends waren aber auch vorher schon da.Ich spiel ja auch noch manche 8 oder 16 Bit Perle, aber 3/4 der Spiele, die ich früher hatte, guck ich heutzutage mit dem Arsch nicht mehr an, wie man im Rheinland sagt.

Celes
7. Januar 2010 23:58

Ich denke schon, dass Spiele besser und auch vielfältiger geworden sind. Sicher denke ich gerne an Super Nintendo Zeiten zurück und viele großartige Spiele, aber davon gab es halt pro Jahr nur eine handvoll. Heute wird man pro Monat mit zwei, drei richtig tollen Spielen beworfen, vor Weihnachten wird es oft noch schlimmer. Ausnahme 2009, wo viele Publisher einen Bogen in Q1/2010 um Modern Warfare 2 herum gemacht haben. Andererseits gibt es immer noch ganz schön viel Grütze, speziell für die Nintendo Konsolen (ich denke da spontan an Ninjabred Man und Gina Lisas Power Shopping).Zum Thema Einheitsbrei: Ende 80er, Anfang 90er war gefühlt mindestens die Hälfte irgendwie Jump ‘n’ Run, sei es Action-lastig wie Probotector, Action-Adventure wie Castlevania oder klassisch wie Mario oder Donkey Kong Country. Dafür muss man heute bei fast allem ballern und sich immer mehr mit Sandboxen rumschlagen. Es gibt immer irgendwelche Trends, die eine Firma setzt und der alle hinterher laufen, bis was neues kommt. Das ist keine Entwicklung irgendeiner spezifischen Konsolengeneration.

Kuruno_86
7. Januar 2010 23:12

Ich persönlch denke und empfinde dass die games, im Schnitt, besser werden. Wenn ich da noch an PSone-Zeiten denke, wieviel Müll da im Monat erschienen ist. Da kam doch für jedes gute game mindestens zehn schlechte. Der Grund dafür war wahrscheinlich der geringer Entwicklungsaufwand. Dieser sorgten allerdings auch dafür das sich die Entwickler mehr trauen durften und so die ein oder andere Zocker-Perle entstanden ist. Hatte auch was für sich 😉

Saldek
7. Januar 2010 21:48

mit EInheitsbrei ist wohl eher der Genremix gemeint. Früher gabs mehr reinrassige Shoot em Ups, Jum’n Runs usw. Heute wird in JnR’s geballert und gequatscht usw usw

captain carot
7. Januar 2010 20:45

: Den Einheitsbrei gab´s schon immer. Unzählige Space Invaders Klone, R-Type Nachahmungen, Mariokopien etc., totalen Genreschrott von der Stange und gelegentlich dann einen Lichtblick wie Castlevania, Probotector, Chaos Engine oder Lemmings. Wenn ic

Feckless
7. Januar 2010 20:04

Es wird ja auch nicht jedes casual game getestet oder?Man kann auch alte Spiele nicht wirklich mit heutigen vergleichen.Wäre Pitfall der Knaller der er früher war? Wohl kaum…

wolfe
7. Januar 2010 19:10

Dafür sind heutzutage ganze Generes einem breiartigen Einerlei gewichen, der tunlichst sämtliche Spieler ansprechen soll…

DonCurrywurst
7. Januar 2010 18:24

Wenn man einfach überlegt, wie viel Geld heutzutage in Games gesteckt wird, quasi richtige Filme, von der Story und Atmosphäre, gezockt werden, würde ich das nicht als Wertungsinflation bezeichnen.Ich behaupte einfach die Spiele wurden besser. Viele Spiele sind nicht gut, aber trotzdem noch Geschmacksache. Wenn ich mir überlege wie viel Schund es für den SNES gab (klar auch mit die besten Games aller Zeiten), der einfach unspielbar war.Der andere Grund ist aber (die obere Liste zählt ja nur die Anzahl der Spiele auf), dass einfach deutlich mehr produziert wird und demnach auch mehr bessere Spiele kommen.