Ghost-Trick: Phantom-Detektiv – im Klassik-Test (DS)

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Es ist kein guter Abend für den Blondschopf im roten Anzug namens Sissel: Als er ­aufwacht, liegt sein Körper mit einer Einschusswunde vor ihm – er ist tot! In Geisterform ohne Erinnerung herumschwebend, werden ihm zwei Dinge klar: Er hat mysteriöse Kräfte, mit denen er Objekte manipulieren kann, und bis zum Morgengrauen Zeit herauszufinden, was geschehen ist.

Ihr schlüpft bei Ghost Trick in Sissels Rolle und macht Euch daran, die Umgebung zu erkunden: Dazu wechselt Ihr jederzeit zwischen rea­ler und Geistersicht. In Letzterer sind manche Dinge mit einem ’Kern’ markiert: Der zeigt an, ob Ihr etwas übernehmen und beeinflussen könnt, sofern es in Eurer begrenzten Reichweite steht. So bewegt Ihr Euch herum und trefft bald auf die junge Lynne, die vor Euren Augen von einem Attentäter erschossen wird. Dabei stellt sich heraus, dass Ihr noch mehr Fähigkeiten besitzt: Ihr könnt mit gerade verstorbenen Menschen kommunizieren und in deren Vergangenheit springen – genau vier Minuten vor dem Ableben, das Ihr so noch einmal miterlebt. Das gibt Euch die Chance, das Schicksal zu korrigieren und somit Leben zu retten, was auch stets Eure Suche nach der Wahrheit weiterbringt.

Meist liegt es an Euch, eine Ereigniskette durch das geschickte Beeinflussen einzelner Komponenten zu unterbrechen bzw. so umzugestalten, dass das gewünschte Endresultat herauskommt – sei es das Überleben einer bestimmten Person oder das Erschaffen eines neuen Wegs für Eure Phantomseele. Die Problem­lösung erfordert hin und wieder kreatives Denken um die Ecke, denn gerad­linig geht es bei Ghost Trick nicht immer zu. Wer genau hinschaut und mitdenkt, kommt aber stets darauf, was es zu tun gibt. Unfair wird das Spiel nie und Situationen, in denen Fehler möglich sind, die in eine Sackgasse führen, können per Zeitsprung erneut angegangen werden. Neben Grübelkompetenz wird gelegentlich etwas Geschicklichkeit verlangt, wenn Ihr zeitkritische Kettenreaktionen auslösen sollt.

Während seines Abenteuers begegnet Sissel allerlei skurrilen Zeitgenossen, die mit viel Liebe zum Detail charakterisiert wurden. Die Porträts bei Dialogen sind zwar nicht animiert, dafür fallen die Bewegungen der großen Sprites fließend aus und bringen die jeweiligen Persönlichkeiten prima rüber. Im Lauf der Geschichte besucht Ihr per Reise durch Telefonleitungen vielfältige Umgebungen und greift auch mal auf andere Phantomkräfte zurück. Bis zum Ende bleibt die wendungsreiche Story spannend und hinterlässt dann keine offenen Fragen. Der Phantom-Detektiv ist ein Unikat und damit nur ein (sehr) entfernter Verwandter von Professor Layton, Ghost Trick hat aber genauso viel Aufmerksamkeit verdient.

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