Abschlussbesprechung
Alles hat ein Ende, nur No Man’s Sky nicht. Dieses Tagebuch angesichts der anrollenden gamescom und anderer zu testender Spiele allerdings schon. Bin ich nach vielen, vielen Stunden im Zentrum der Galaxie angekommen? Mitnichten! Ich weiß, dass es im Vorfeld des Releases hieß, man könne das Zentrum in rund 30 Stunden erreichen. 1. ist das an sich schon eine sehr lange Zeit und 2. werde ich das nicht schaffen, wenn ich mal einen Blick auf die Sternenkarte werfe. Klar, wenn man sich auf das Erstellen von Warpzellen konzentriert (was recht einfach ist, da die Bestandteile nicht sonderlich selten sind), kann man sehr zügig vorankommen. Aber wenn rechts und links bunte Planeten locken, warum soll ich sie nicht besuchen? Darum geht es letzten Endes doch. Um das Erkunden und Entdecken. Der Weg ist bei No Man’s Sky ganz klar das Ziel. Als Abschluss fasse ich nochmal zusammen, was mir gut gefällt und was noch Verbesserungsbedarf hat.
Das gefällt mir:
- unendliche Weiten waren in Videospielen bisher eine Illusion (okay, vielleicht abgesehen von Elite). No Man’s Sky bietet hingegen wirklich ein unermessliches Universum. Das beeindruckt mich nach wie vor und das sollte man auch mal erlebt haben, wenn man zukünftig beim Thema Open World mitreden will.
- Computergenerierung muss nicht hässlich sein. Ich war im Vorfeld sehr skeptisch, wie die Planeten, Raumschiffe und Kreaturen wohl aussehen würden, die bei NMS von einer Maschine nach einem bestimmten Regelsystem gebaut werden. Doch die Vision von Hello Games ist wirklich aufgegangen. Die Himmelskörper erinnern wirklich an die Cover alter Science-Fiction-Romane und machen immer wieder Lust aufs Erkunden.
- die kryptische Hintergrundgeschichte um den Atlas, die mysteriösen Wächter und die verschiedenen Alienrassen hält mich bei der Stange, steht aber nicht im Vordergrund.
Daran muss gearbeitet werden:
- das Inventarmanagement ist nach wie vor ein Graus. Ich will hier gar nicht nochmal über den viel zu geringen Platz meckern, der den Erkundungstrips ständig Grenzen setzt. Zusätzlich haben die Entwickler weitere Stolpersteine eingebaut: Viele Items lassen sich nicht stapeln und verbrauchen so unnötig viel Platz. Zum Craften braucht man leeren Inventarplatz. Zum Sprechen mit Aliens ebenso! Und wenn man es wagt, Upgrades für Raumanzug oder Schiff zu entwickeln, fressen die ebenfalls je einen Platz weg. Um Himmels Willen, welch geistige Umnachtung hat Hello Games hier bitte geritten? Ich fordere zumindest separate Upgradeslots!
- selbst mit Upgrades sprintet mein Charakter nicht lang genug. Bitte liebe Entwickler, habt ein Einsehen, streicht die Ausdauer und erhöht das Tempo!
- für die Zukunft haben Hello Games Basenbau und das Steuern von Raumkreuzern angekündigt. Ersteres finde ich komplett unnötig, weil man sich beständig durch die Galaxie bewegt und eigentlich nie irgendwohin zurückkehrt. Ich wünsche mir einen Träger, auf dem ich Ressourcen einlagern und vor allem mehrere Raumschiffe parken kann. Etwa eins, das ich zum Ressourcenabbau nutze und ein weiteres für den Luftkampf.
So, nun verabschiede ich mich, der Weg zum Zentrum ist noch lang. Falls Ihr mal auf den Planeten “Mettbroetchen”, “Wurstsalat” oder “Bratkartoffel” landet, lasst einen Gruß da.
Und ein Tipp für das Finale, den ich mir dreist aus dem Internet klaue: Behaltet 10 der Atlassteine, die Ihr bei den Atlas-Schnittstellen bekommt, bis zum Finale in Eurem Besitz! Ja, sie bringen eine Menge Kohle. Aber nur mit ihnen könnt Ihr zum Schluss die komplette Entscheidungsvielfalt ausschöpfen!