Pro Evolution Soccer 2012 – im Klassik-Test (PS3 / 360)

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Ein typischer Angriff in PES 2011 sah ungefähr so aus: Genau gezielte Pässe und Dribblings brachten Euch bis an die gegnerische Strafraumgrenze, wo Ihr Euch dann oft der kompletten Verteidigung allein gegenübersaht. Was war passiert? Die KI-Kollegen waren mal wieder nicht mitgelaufen und sorgten für jede Menge Ärger und Frust. Das wird Euch im neuen Ableger des Konami-Kicks dank einer stark verbesserten Mitspieler-KI nicht mehr passieren. Eure Teamkollegen laufen sich jetzt besser frei, kreuzen Euren Weg und locken Verteidiger von Euch weg. Geschickte Spieler mit schnellen Reflexen ziehen so deutlich flottere Angriffe auf. Passen die Bewegungen der Mitspieler trotzdem nicht zu Eurem Stil, wählt Ihr mit Druck auf den rechten Stick einen Teamkameraden aus, den Ihr einfach nach vorne schickt oder komplett zusätzlich zu Eurem aktiven Sportler steuert. Die zweite Variante eignet sich durch die hohen Anforderungen an Eure Koordinationsfähigkeiten nur für Profis. Das freie Passsystem ist wieder mit an Bord und lässt sich in fünf Stufen regeln, so haben auch Anfänger eine Chance. Bei Standardsituationen offenbart sich eine tolle Neuerung: Mit dem rechten Stick wählt Ihr jetzt einen Mitspieler und lauft Euch mit ihm frei, bevor Ihr der KI den passenden Schussbefehl gebt. Wechselt Ihr im letzten Moment auf einen anderen Spieler, ergeben sich effektive Täuschungsmanöver. Auch das fummelige Elfmeter-System bekam eine Frischzellenkur verpasst. Nun braucht Ihr kein Sportstudium mehr, um den Ball im Netz zu versenken.

So leicht und locker sich die Offensive steuert, so schwierig gestaltet sich in diesem Jahr die Abwehr­arbeit. Ähnlich wie bei FIFA 12 bedrängt Ihr Gegenspieler nicht mehr dauerhaft mit gedrückter X-Taste, sondern müsst präzise eingreifen, wenn der Ball den Fuß des Kontrahenten verlässt. Während unserer Testmatches funktionierte das System nur unzureichend. Entweder ließen sich die Angreifer selbst von mehreren Verteidigern nicht aus der Ruhe bringen oder unser Gestocher endete mit einem Pfiff des kleinlichen Schiedsrichters. Die sehr gute KI nutzt diese Schwäche gnadenlos aus und dribbelt sich gekonnt durch Eure Reihen. Da hilft es auch nicht, dass das Stellungsspiel insgesamt besser funktioniert und Pässe oft abgefangen werden. Insgesamt sind ­offensivstarke Dribbelkünstler im Vorteil, zumal die Torhüter sich einige unnötige Abpraller erlauben und ab und an kopflos durch den Strafraum irren. Auch durch taktische Veränderungen lassen sich die Sololäufe nur schwer eindämmen, zumal das Strategiemenü im Vergleich zum ohnehin spartanischen Vorjahres-Pendant nochmals abstrahiert wurde. Es gibt keinen Spielfeldplan mehr, an dem Ihr die Auswirkungen Eurer Einstellungen seht, und Ihr müsst Pressing, Offensivdruck und den Stand der Abwehrreihe allein anhand von Schiebereglern bestimmen. Da wünschen wir uns die detaillierten Grafiken von PES 4 zurück, als man jedem Spieler separate Anweisungen und Laufrichtungen vorgeben konnte!

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