Liebe MAN!AC,
du wirst dieses Jahr, wie mittlerweile wohl jeder gemerkt haben dürfte, 20 Jahre alt. Klar, eigentlich ist es erst im Herbst soweit, Glückwünsche müssten also eigentlich noch warten. Dummerweise stehen da gleich mehrere große Ereignisse an, ich hoffe, du bist mir nicht böse, wenn ich also einfach den letzten Rest Sommerloch nutze. Für irgendwas muss das Ding schließlich auch mal gut sein.
Jetzt könnte ich es mir ganz einfach machen, kurzer Rückblick auf meine ganz eigene MAN!AC-Historie, Glückwünsche und viel Erfolg für die nächsten zwanzig Jahre, Thema erledigt. Das würde dir aber nicht wirklich gerecht werden, dafür hat sich in den letzten Jahren einfach zu viel geändert.
Wobei, den Blick nach hinten, den gibt’s trotzdem:
Press Start
Eigentlich fängt alles im Oktober 1993 an. Jedenfalls liegt da im Interspar tatsächlich eine neue Videospielzeitschrift aus. Ein reißzähniger Sonic und ein nicht gerade ansehnlicher Klempner mit wutverzerrter Fratze wollen aufeinander einprügeln. Zu der Zeit bin ich treuer PlayTime-Leser, noch keine 14 Jahre alt und das Taschengeld ist knapp. Nachdem ich die erste Ausgabe mal überflogen habe, wandert sie doch wieder ins Regal und die vertraute Monatslektüre mit mir zur Kasse. Zum Teil liegt das daran, dass die PlayTime auch über Heimcomputer und PC berichtet, ja, sogar eine Tabletop- und Pen-and-Paper-Ecke hat, die MAN!AC trotz Privateer-Special aber ein Konsolenmagazin ist. Zum Teil aber auch daran, dass diese MAN!AC mit ihrer Erstausgabe einfach nicht mein Vertrauen weckt. Mehr als ab und an eine Total! zusätzlich war nun mal nicht drin, wollte ich noch Geld für Spiele an Seite legen.
Gott sei Dank sah das nicht jeder so, ansonsten hätte ich ein Jahr später keine weitere MAN!AC mehr kaufen können. Im Herbst 1994 war ich wie wahrscheinlich jeder pubertierende Zocker auf zwei Sachen scharf. Eines waren Mädchen, das andere kann sich eh jeder denken: Next-Gen-Konsolen! Atari Jaguar und 3DO waren schon draußen, Commodore kurz zuvor Pleite und das Amiga CD32 deswegen kein Thema mehr. Dafür zeichnete sich aber viel größeres am Horizont ab. In Japan standen die Veröffentlichung von Segas Saturn und Sonys PlayStation kurz bevor, damit aber noch nicht genug, eine für mich ziemlich faszinierende Mega-Drive-Erweiterung namens 32X stand in den Startlöchern. Um mich ausführlich über all diese Hightech-Gerätschaften zu infomieren kaufte ich mir, etwas mehr Taschengeld sei Dank, ein paar Ausgaben der Mega Fun, immerhin eine Partnerzeitschrift meiner geliebten PlayTime. Und ein Magazin, das sich im letzten Jahr doch richtig gemacht hatte, diese MAN!AC.
Über den Autor…
Michael Meisterfeld ist captain carot – ’nuff said.










