Jeder kann es tun. Jeder von uns sollte es tun. Spiele kaufen, das ist klar. Aber nicht erst, wenn sie im Laden stehen. Stattdessen hat sich mittlerweile die Vorbestellung zu einem ganz eigenen Markt entwickelt. Wer sich schon früh auf einen Titel festlegen lässt, erhält zum Dank vom Hersteller oder dem Elektromarkt T-Shirt, Downloadcode oder limitiertes Steelbook. Momentan ziehen diese Praktiken wieder große Kreise, denn viele tolle Spiele wollen frühzeitig willige Käufer finden. Was hat es mit Pre-order auf sich? Welche Idee steckt dahinter? Die Frage nach Sinn oder Unsinn der ganzen Geschichte möchte ich in dieser Woche beleuchten.
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Wie so oft macht es auch bei dieser Thematik Sinn, einen Blick zurück zu wagen. Etwas ältere Semester, welche noch die Zeit vor dem allumfassenden Internet mitgemacht haben, erinnern sich: Versandhändler kontaktierte man noch per Telefon, und für manche Spiele musste man weite Wege fahren oder sogar gehen. Der Amazonas lag damals noch in Südamerika, und der Stop für Games waren Theo Kranz Versand und Co. Diese Situation mag jüngeren Menschen nahezu steinzeitlich anmuten, stellte für die Verhältnisse der Neunziger jedoch Realität dar. Die Informationsbeschaffung erfolgte damals nahezu ausschließlich über Printmagazine. Las man dort über einen besonders interessanten Titel, so galt es, sich umzuschauen. Woher bekommt man nun sein Spiel? Stellten schon regulär im Handel erhältliche Games manchmal eine Beschaffungs-Herausforderung dar, mutete der Erhalt importierter Ware manchmal fast in eine Expedition aus, zumindest im Vergleich zu den heutigen Möglichkeiten. Hatten wir dann aber einen Händler im Blick, der unser Spiel bekommen würde oder bereits hatte, sicherten wir natürlich unsere Kaufabsicht zu. Häufig vor Ort per Anzahlung. Wir bestellten vor, weil wir das Spiel unbedingt haben wollten. Die Geburtsstunde von Pre-order. Oder so ähnlich.








