Murphy Pendleton soll von einem Gefängnis ins nächste überführt werden, doch unterwegs ereignet sich ein Unfall und er erwacht allein im Wald. Schon im Prolog erleben wir hautnah, dass der Downpour-Protagonist tatsächlich ein Mörder ist, als wir in der Gefängnisdusche einen Häftling erstechen. Doch wie ein böser Mann wirkt Murphy keineswegs was ist also los…?
Downpour wäre kein Silent Hill, würden die Autoren nicht bis zum Ende allerhand Verwirrung um Murphys Anwesenheit in der berüchtigten Kleinstadt stiften. Schon auf seiner Flucht durch den Wald und später ein paar Mal begegnet er Personen, die irgendwie eine Rolle zu spielen scheinen und deren Schicksal wir durch eingeblendete Wahlmöglichkeiten bestimmen. Doch erst als Murphy nach drei Stunden, einer überflüssigen Geisterbahnfahrt durch eine alte Mine sowie vereinzelten KI-Aussetzern monströser Angreifer die Stadt erreicht, läuft das Abenteuer zur Höchstform auf.
Die Stadt liegt im Nebel. Verweilt Murphy zu lange draußen, regnet es und die in den Straßen lauernden, zuckenden Kreaturen werden agil. Um sich ihrer zu erwehren, hebt Murphy auf, was die Umgebung hergibt nur eine Waffe zum Zuschlagen darf er mit sich führen. Schaufeln, Stöcke, Rechen, Steine all das geht irgendwann kaputt, daher lohnt sich Kalkül: Die abgenutzte, aber starke Axt, mit der sich selbst vernagelte Pforten aufschlagen lassen, behalten? Oder gegen einen schwächeren, aber unverbrauchten Hammer eintauschen? Und gebt Ihr die mächtige Schrotflinte bereits auf, wenn noch zwei Patronen übrig sind? Im Mittelpunkt stehen aber nicht die bei mehreren Angreifern fordernden, sonst schnell durchschaubaren Kämpfe, sondern Erkunden und Rätseln. Mal sind sie fortschrittsrelevant, mal optional mit einem Hauch von Open-World-Flair. Praktischerweise hat Murphy ein Notizbuch dabei, in dem storyrelevante sowie rätselbezogene Hinweise festgehalten werden.
- mehrere Enden möglich
- Schwierigkeit der Rätsel und Kämpfe jeweils in drei Stufen einstellbar
- viele optionale Nebenaufgaben
- PS3 vs. 360: Beide Versionen bieten 3D, die PS3-Version ruckelt in der zweiten Hälfte häufig und stärker als auf Xbox 360
Michael Herde meint: Was war ich skeptisch: kein Akira-Yamaoka-Sound mehr, dafür das vollmundige Versprechen, Downpour orientiere sich an frühen Serienteilen. Aber es stimmt: Viele der teils mehrschichtigen Rätsel sind clever und haben im Genre ohnehin längst Seltenheitswert manche Aufgaben sind aber auch saublöd und nicht zu Ende gedacht. Grafisch reißt das Abenteuer trotz schaurig-schöner Momente in maroder Umgebung keine Bäume aus, zumal die Bildrate in der zweiten Hälfte zunehmend einbricht. Die (nur in Dolby ProLogic verfügbare) Klangkulisse bleibt zu weit im Hintergrund. Dennoch ist Downpour unheimlich, immer wieder überraschend, bisweilen aber doch formelhaft und nicht ansatzweise so verstörend wie mein Serienhöhepunkt Silent Hill 2. Dafür klappt die Steuerung besser als früher, die Story rangiert aber (zumindest mit dem C-Ende) nur unter nett, aber nicht spektakulär. Vieles wirkt altbacken, doch den Entwicklern gebührt Respekt für ihren Mut zu frischen, eigenen Ansätzen sowie für manch aufgegriffene Tugend alter Tage. Downpour ist gruseliger als Shattered Memories und allemal besser als Homecoming!
Grusel alter Schule, der Adventure-Liebhaber erfreut, Action-Fans kalt lässt und Serien-Kenner mit neuen Ideen überrascht.
| Singleplayer |  | 74 |
| Multiplayer |  |
| Grafik |  |
| Sound |  |