Schweiz auf dem Weg zum “Killerspiele”-Verbot

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Vor einem Monat haben wir darüber berichtet, dass bei unseren Landesnachbarn an einem Verkaufsverbot von “Killerspielen” geschraubt wird. Der Schweizer Ständerat hat nun die Eingabe (Motion) der 32-jährigen Evi Allemann (“Verbot von Killerspielen”) angenommen. Damit ist die Initiative für den Schweizer Bundesrat bindend.

In der Gesetzesinitiative heißt es unter anderem: “Der Bundesrat wird beauftragt, dem Parlament eine gesetzliche Grundlage vorzulegen, die es erlaubt, die Herstellung, das Anpreisen, die Einfuhr, den Verkauf und die Weitergabe von Spielprogrammen zu verbieten, in denen grausame Gewalttätigkeiten gegen Menschen und menschenähnliche Wesen zum Spielerfolg beitragen”. Weiter: “Solche Spiele machen zwar nicht aus jedem einen Killer, aber sie verstärken die Bereitschaft bei jenen, die ohnehin anfällig sind. Ein generelles Verbot solcher Spiele erscheint deshalb angemessen und verhältnismässig, insbesondere da sie über keinen irgendwie schützenswerten kulturell-gesellschaftlichen Gehalt verfügen und es Tausende andere spannende Computerspiele gibt, die ohne solche Gewaltexzesse auskommen”.
Derzeit fehlt jedoch die Definition, was unter “Killerspiel” genau fällt. Daher lassen sich die Konsequenzen für die schweizerischen Gamer derzeit nicht abschätzen.

Die SP-Nationalrätin und Urheberin der “Killerspiel”-Motion Evi Allemann (siehe Foto) sprach mit 20 Minuten Online über ihre Ziele und relativierte einige Aussagen der Gesetzesinitiative: “Das absolute Verbot soll nur für einzelne Spiele gelten. Mit meiner Motion will ich eine Diskussion anstoßen über ein Regulierungssystem. Und dabei gibt es einige Spiele, die künftig ganz verboten sein sollen. Es wird sich wohl um etwa ein Dutzend Games handeln, wie in Deutschland, wo beispielsweise Mortal Kombat und Manhunt verboten sind, nicht aber Counter-Strike. Dieses Game unterliegt einer Altersgrenze, Erwachsene können es jedoch frei erwerben und spielen.”
Auf die Frage, warum sie Erwachsenen vorschreiben wolle, was sie zu spielen haben (das Gesetz gilt nicht nur für Minderjährige) antwortete Allemann: “Die Auswahl der Spiele ist riesig. Dieser Markt ist sehr dynamisch und entwickelt sich laufend. Das Gamen an sich will ich niemandem wegnehmen. Mein Anliegen ist einzig, dass wir diejenigen Spiele aus dem Verkehr ziehen, die die Grenze des in unserer Gesellschaft Akzeptierten überschreiten.”

Wir sind gespannt, wie sich das “Killerspiel”-Verbot in der Schweiz schlussendlich manifestieren wird – und vor allem, wer die Richtlinien festlegt, wie das “in der Gesellschaft Akzeptierte” aussieht. Vielleicht sollte man sich solche Definitionen vorher überlegen, bevor man aktionistisch die Verbots-Trommel schlägt…

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xisusx
23. März 2010 13:54

hubs!

xisusx
23. März 2010 13:54

jedweilige Vorurteile gegen Schweizer sind absolute berechtigt ;-D

ManicMoe
23. März 2010 13:11

Aber auch nur aus DEINER subjektiven Erfahrung heraus. So geht es mir mit Frankreich…Kann man halt nie verallgemeinern, sowas…

tetsuo01
23. März 2010 12:44

Tut mir leid, ich finde dieses Land wirklich wunderschön. Aber Sympathiepreis gewinnen sie keinen…

captain carot
23. März 2010 12:34

Nana, wir sind doch keine Nationalisten, die auf Minderheiten (also Schweizern) rumhacken.^^

tetsuo01
23. März 2010 12:13

Das die Schweiz ein sehr Konservatives Land ist stimmt schon. Service ist auch nicht gerade die Stärke der Schweizer. So wie ich es erlebt habe geben die Schweizer ihren Touristen immer noch das Gefühl das sie sie eigentlich sowieso gar nicht brauchen. Das erlebt man dann mit einer Mischung aus Unfreundlichkeit und Dickschädel. Immer noch ein schräges Bergvolk das bis heute glaubt ein eigenes Süppchen kochen zu müssen diese Schweizer…

xisusx
23. März 2010 12:05

? ja wann Schweizer Politiker nicht Erzkonservativ sind, das sind für mich richtige Spießbürger.

extremo
23. März 2010 10:54

@ Segabasti:Du weisst schon, dass dieses Killerspiel verbot vor allem von der SP (also stark links) befürwortet wird oder? die konservativen sind sogar eher diejenigen welche gegen ein generelles Verbot von erwachsenen-Spielen sind. Aber wie sagt man so s

tetsuo01
23. März 2010 10:44

Wir müssen uns wohl auch weiterhin eingestehen das Videospiele keine akzeptierte Kunstform sind. das Videospiel wird zwar langsam Erwachsen und entfernt sich immer mehr vom Kinderspielzeug. Es ist allerdings noch ein weiter weg…

tetsuo01
23. März 2010 9:59

Ich finde es lächerlich das hier immer wieder von Manhunt gesprochen wird. Klar, die Gewalt ist Geschmacklos keine Frage, und nach 5 Minuten hat man die immer wieder kehrenden nicht abschaltbaren Finishing moves satt, aber…es ist kein schlechtes Spiel, und die Atmo ist sehr dicht. Das die Spiele von Rockstar aber immer wieder provozieren dürfte wohl mittlerweile jeder verstanden haben. Wäre Manhunt ein Film hätte er schon die Goldene Palme in Cannes verliehen bekommen als progressiv gewaltätiges Meisterwerk.

captain carot
23. März 2010 7:29

:Also bei Kindern und Jugendlichen wurden negative Einflüsse schon nachgewiesen, auch wenn die bei Videospielen nicht größer sind als bei anderen Medien.Deswegen machen zumindest Altersfreigaben in jedem Fall Sinn. Dann wäre da die Frage der Besc

Nipponichi
23. März 2010 3:31

@ SinthorasJa, manchmal handelt man etwas emotional. Man sagt auch schnell mal was raus, was man eigentlich so gar nicht wollte, weil man es ansich gar nicht so meint. Ist doch auch egal jetzt. Lassen wir das einfach. Die Maniacs haben uns gesagt, daß sie

Sinthoras
22. März 2010 23:38

@ Matthias SchmidNun gut, das kann ich nachvollziehen.Manchmal schreibt man eben etwas emotional und schlägt damit über die stränge.Ist aber nicht böse gemeint.Belassen wir es dabei.@ ManicMoeNur damit hier keine missverständnisse auftreten, ich habe niem

FatGaymer
22. März 2010 23:20

@jp maverick: Danke für das Lob. Ich bemühe mich immer um eine gute Argumentation, denn einfach nur sagen: etwas ist scheisse oder gut ohne Begründung finde ich einfach ein wenig schwach.:Running Man hab ich gesehen und kann da meine Argumentation auf

WNxKraid
22. März 2010 19:43

[quote]“”Solche Spiele machen zwar nicht aus jedem einen Killer, aber sie verstärken die Bereitschaft bei jenen, die ohnehin anfällig sind.[/quote]Eine (negative) Wirkung gewalthaltiger Spiele ist nach wie vor nicht Nachgewiesen. Das hindert Frau Allemann aber nicht daran das hier als Fakt zu verkaufen. Man sollte aber die schädliche Wirkung einwandfrei Belegen können bevor man solch drastische Mittel wie ein Totalverbot fordert. [quote]Ein generelles Verbot solcher Spiele erscheint deshalb angemessen und verhältnismässig, insbesondere da sie über keinen irgendwie schützenswerten kulturell-gesellschaftlichen Gehalt verfügen und es Tausende andere spannende Computerspiele gibt, die ohne solche Gewaltexzesse auskommen””.[/quote]Gegenfrage: was hat denn überhaupt einen “”schützenswerten kulturell-gesellschaftlichen Gehalt””?Ist etwas nur weil es auf Papier gedruckt oder im Theater aufgeführt wird gleich schützenswert?Was macht Spiele so anders das man ihnen abspricht schützenswert sein zu können?Ist es nicht eher die generelle Berührungsangst und die daraus resultierende Unkenntnis, welche zu derartigen Verbotsforderungen führt?

ManicMoe
22. März 2010 19:18

@SinthorasHallo? Sag mal, geht’s noch? Denkst Du denn, andere Leute zu beleidigen oder den Tod zu wünschen, das kannst Du Dir einfach so rausnehmen? Mannmannmann, denk doch mal nach, bevor Du postest! Sowas nennt man gesunden Menschenverstand, und soviel

Matthias Schmid
22. März 2010 18:55

:niemand will dich vergraulen.aber es gibt nun mal regeln. die einfachste aber auch entscheidenste ist:””freundlich bleiben, ordentliche umfangsformen behalten, niemanden beleidigen””…wenn ein kommentar sich nicht daran hält, behalten wir uns da

Max Snake
22. März 2010 18:35

Ob das weiter bringt mit dem Verbot?

tetsuo01
22. März 2010 16:38

Übrigens… In der Steinzeit musste man sich warscheinlich noch nicht so hochschlafen lol…

Sinthoras
22. März 2010 16:28

@ tetsuodas soll keine erpressung sein.Es ist einfach nur eine feststellung von tatsachen

tetsuo01
22. März 2010 16:19

das klingt aber schon reichlich erpresserisch findest du nicht Sinthoras?

MORTAL-X 2222
22. März 2010 16:19

Der letzte Satz sollte eigentlich ein Witz sein. Das ist ganz sicher nicht meine Meinung und ich wollte sicher niemandem zu nahe treten. Sorry.

Sinthoras
22. März 2010 16:14

@ maniacsdanke fürs löschen.Willkommen in der volksrepublik china.Hoch lebe die zensur!Im ernst, schön wenn ihr einen darauf hinweist das man mit seinem kommentar etwas den bogen überspannt hat.Doch was sollen diese dämlichen, süffisanten zusätze alla wil

xisusx
22. März 2010 15:54

als westösi gönne ich es den schweizern vo herzen ?*hehe*

tetsuo01
22. März 2010 15:52

Es gibt keine KILLERSPIELE…oder gibts etwa auch KILLERFILME und KILLERBÜCHER?!

Julian
22. März 2010 15:46

Es ist schon schlimm. Das Hauptproblem ist die fehlende Spielekompetenz an den Führungspositionen.Die Jugendstiftung “”Pro Juventute”” bezeichnet ein Verbot für absolut unnötig. Letzteres sei bloss ein zusätzlicher Ansporn sich mit “”Killerspielen”” zu beschäftigen.

tetsuo01
22. März 2010 15:43

Was vor allem schon mal gar nicht geht ist das ich einem Mündigen Volljährigen Bürger vorschreibe was er zu spielen hat. Kinder und Jugendschutz in allen Ehren, aber als Erwachsener möchte ich noch immer selbst entscheiden was gut oder schlecht für mich ist oder?

Nils der Pilz
22. März 2010 15:42

Was ich am bemerkenswertesten finde, ist, dass von vorneherein ausgeschlossen wird, dass Spiele mit gewalttätigem Inhalt keinen kulturellen Wert haben können. Sind Homers Werke nicht auch bluttriefend bis ins Mark und trotzdem kulturelle Hochwerke? Man muss sich halt jedes Spiel einzeln ansehen. Aber trotzdem sollte ein Erwachsener spielen können, was er will. Wer sich an Gewalt aufgeilen will, wie es hier schon genannt wurde, der hat mit Sicherheit andere Probleme als ‘Manhunt’. Das Problem ist, das Problem zu erkennen, denke ich.

captain carot
22. März 2010 15:22

Soweit ich weiß gibt´s im Augenblick eh zwei Motionen in der Schweiz.Die eine will ALLES verbieten, was irgendwie gewalttätig ist und die andere will eine Basis für ein Altersfreigabensystem und ggf. einzelne Verbote schaffen. Letzteres finde ich nicht verkehrt (speziell die Altersfreigaben), ersteres ist ziemlicher Schwachsinn. Abgesehen davon dauert´s eh noch einige Zeit, bis daraus ein verabschiedbares Gesetz wird.: Du vergleichst ernsthaft den BND mit der Stasi. Erstmal übernimmt viele interne Angelegenheiten der Verfassungsschutz, zweitens ist das echt absurd. Von der Stasi sind wir trotz Vorratsdatenspeicherung (auf Wiedersehn, ich muss gehn, es war zu schön), aber sehr weit entfernt.Bist du so ein großer Fan von:http://de.wikipedia.org/wiki/Sahra_Wagenknecht

Nipponichi
22. März 2010 15:14

Im Endeffekt muß man sich ganz klar fragen, wo fangen gewaltverherrlichende Spiele an und wo hören sie auf. Wenn man es genau nimmt, wird ja auch in Mario Gewalt ausgeübt. Es werden Feuerbälle geworfen, um damit Koopa Trooper zu besiegen. Des weiteren werden sie in Lava geworfen oder man hüpft ihnen richtig schön auf den Kopf.In einem der großen Elektrofachmärkte hatte ich mal einem Verkaufsgespräch zugehört. Da war eine Mutter mit ihrem 13jährigen Sohn. Sie hatte den Verkäufer gefragt, ob es auf PS3 was gibt, was ohne Gewalt ist. Er hat ihr Ratchet & Clank (irgendeinen Teil) gezeigt und ein paar andere. Ratchet udn Clank war ihr aber schon zu brutal, weil die Figur in dem Spiel eine Knarre in der Hand hält. Soviel dazu. Wo fängt es an und wo auf?