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Die M!-Redakteure über Zelda

Oliver Schultes
Mit Nintendos ”The Legend of Zelda”-Reihe verbinde ich drei prägende Erlebnisse. ”A Link to the Past” holte mich nach meiner Heimcomputer-Phase und einer mehrjährigen Daddelpause Anfang der 1990er zurück an die Konsole (ich startete meine Gamer-Karriere mit Ataris VCS 2600) – zusammen mit ”Super Mario World” war Links Abenteuer die bisherige Spielspaß-Krönung meines Lebens. Auf das SNES folgte das N64 und der ­nächste ”Zelda”-Knaller: ”Ocarina of Time”. Das markierte Ende der 1990er das Finale meines Studiums und den Übergang ins ”ernste Leben” mit der Anstellung bei der MAN!AC – meinen Probeartikel (der gar nicht mal so gut ist aus meiner heutigen Sicht) für die Bewerbung verfasste ich passenderweise über dieses damals einzigartig-geniale Spiel. Danach mussten viele Monde über Hyrule auf- und untergehen, bis mich ein neuer ”Zelda”-Teil erneut komplett aus den Latschen haute: ”Breath of the Wild” schaffte das 2017 mit einer fesselnden offenen Welt, die mit liebevollen Details die Stunden nur so verfliegen ließ und mich Ü40iger wieder zum kindlichen Entdecker machte. Und genau das erhoffe ich mir auch von künftigen Episoden!

Thomas Nickel
Im Laufe meiner M!-Karriere habe ich drei ”Zelda”-Spiele getestet – fünf, wenn man die Neuveröffentlichungen von ”Oracle of Ages” und ”Oracle of Seasons” mitzählt, und alle auf Handheld-Systemen erschienen. Dabei will ich über ”Tri-Force Heroes” gar nicht viele Worte verlieren – das ist halt, was es ist, und in der Gruppe tatsächlich nett. Mehr zu sagen ist da über die beiden anderen. ”Spirit Tracks” halte ich für ein bis heute unterschätztes Spiel – mein Tipp ist fast, dass viele beim Gedanken an Link und Züge direkt abgeschaltet haben. Zu Unrecht, denn ”Spirit Tracks” ist nicht nur enorm charmant, es nutzt den 3DS auch ganz hervorragend aus, bietet tolle Fähigkeiten und sehr gute Dungeons – und die Musik ist auch noch prima. Ich mag es klar lieber als den Vorgänger ”Phantom Hourglass”. Ein Meisterwerk ist auch nach wie vor ”A Link Between Worlds”: Nintendo baut auf der Grundlage des ewigen Klassikers ”A Link to the Past” auf und gibt Link fast von Anfang an mehr Freiheit, als in allen ”Zelda”-Spielen früherer Jahre zusammen – heute ist es offensichtlich, dass ”A Link Between Worlds” quasi die Generalprobe für ”Breath of the Wild” war. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich es bereits einen oder zwei Tage direkt nach der Ankündigung bei Nintendo in Frankfurt anspielen konnte und den 3DS dabei kaum aus der Hand legen wollte. Ach, ich vermisse diese Vor-Ort-Events…

Thomas Stuchlik
Die ”Zelda”-Serie sorgt bei mir reihenweise für prägende Spielerlebnisse. Sei es der Wow-Effekt beim Reiten über die Prärie (”Ocarina of Time”) oder die unglaublichen Schrein-Ideen in ”Breath of the Wild”. Entsprechend bildet der Spiele-Test eines neuen Teils vielleicht den Höhepunkt des Redakteursdaseins. Doch so richtig zufrieden bin ich mit meinem damaligen Test von ”Skyward Sword” rückwirkend nicht. Links Epos auf Wii ist nämlich fordernder und vielleicht frustrierender als die Vorgänger und nervt mit repetitivem Spielablauf. Der Held muss viele Bereiche erneut für Sammelaufgaben besuchen. Dafür würde ich rückblickend einige Prozentpunkte von der damaligen 95%-Wertung abziehen. Dennoch gehört das finale Schwertduell mit Ganon zum Besten, was ich je auf Wii gesehen habe. Da kann ich auch verschmerzen, dass man kein Reittier, sondern nur so ’nen ollen Vogel als Transportmittel zur Verfügung hat. Ebenso einen ständigen Platz in meinem Herzen hat das von einigen Fans verschmähte ”Wind Waker”, das ich trotz (oder gerade wegen?) seiner optischen und spielerischen Simplizität immer wieder genieße.

Max Wildgruber
Die erste Nachricht über das Switch-Remake von ”The Legend of Zelda: Link’s Awakening” erreichte mich im Skiurlaub, just als ich voll Nostalgie via 3DS durch die eingefärbte DX-Fassung des Game-Boy-Originals wedelte. Als sich dann ein paar Monate später die Testversion der Neufassung auf meiner Switch materialisierte, fühlte sich das wie Heimkommen an. Zusammen mit ”Mystic Quest” und ”Super Mario Land 2: Six Golden Coins” bildet Links Cocolint-Trip nämlich die Dreieinigkeit meiner glorreich verschwendeten Game-Boy-Jugend. Dementsprechend misstrauisch beäugte ich während des Tests dann auch meine Spielempfindungen. Wie gut ist das Teil 2019 objektiv? Wie viele grün-gelbe Verklärungs-Pixel vernebeln meine Denkmurmel? Ein direkter Vergleich des Originals mit dem Remake war ein bisschen aufwendig, zeigte aber auch, wie nachhaltig viele Features die Entwicklung der Serie beeinflussten. Gerade die auf Taschenformat optimierten ”Uhrwerk-Dungeons” gehören auch heute noch zum Besten, was klassisches ”Zelda”-Level­design hervorbrachte. Sehr zu empfehlen ist übrigens die zugehörige ”Boss Keys”-Episode von YouTuber Mark Brown alias ”Game Maker’s Toolkit”. Ausgiebige Diskussionen mit Kollegen, die ”Link’s Awakening” nicht aus Kindertagen kannten, bestätigen schließlich ein paar Abnutzungserscheinungen, taten der Euphorie aber keinen Abbruch und der Test nahm (inklusive pixeligem Retro-Vergleichs-Kasten) Gestalt an. Insgesamt ein launiger ”Blast from the Past” und ein Artikel, den ich oft debil lächelnd verfasste. Aktuell warte ich übrigens auf den Sommerurlaub, der 3DS mit ”Minish Cap” liegt schon bereit…

Kerstin Mayer
”Majora’s Mask 3D” – ein Remake eines noch immer großartigen Spiels? Ich bin kein Fan davon, immer die gleichen Spiele neu aufzulegen – gibt es denn keine frischen Ideen?! Doch ”Majora’s Mask” kann gar nicht oft genug unter die Leute gebracht werden. Dieser Klassiker nimmt es in puncto ausgeklügelter Spielmechanik noch immer mit allen auf: die pfiffigen Ideen zur Zeitmanipula­tion, die zudem hervorragend funktionieren, und die vielen Masken mit ihren nützlichen Eigenschaften, die geschickt eingesetzt werden müssen. So war es eine nachvollziehbare Entscheidung, das ursprünglich im Jahr 2000 fürs N64 erschienene ”Majora’s Mask” gut 15 Jahre später auf dem beliebten 3DS einem neuen Publikum zugänglich zu machen. Die aufgehübschte Polygon-Grafik wirkte dank des minimalistischen Stils wie gemacht für die kleinen 3DS-Bildschirme. ”Majora’s Mask” schied damals wie ehedem die Geister, so beliebt wie ein ”Ocarina of Time” wurde es leider nie – meiner Meinung nach vollkommen zu Unrecht!

Matthias Schmid
Vor über vier Jahren hatte ich die Ehre, das bisher ­letzte Heimkonsolen-”Zelda” zu testen. Das bisher letzte und das bisher beste. Und ganz nebenbei: eines der besten Videospiele überhaupt. ”’Breath of the Wild’ bringt das Konzept einer offenen Spielwelt zur vollen Blüte”, schrieb ich damals – und seitdem kam meiner Meinung nach kein ähnlich gelagerter Titel qualitativ in dessen Nähe. Meinen damaligen Meinungskasten finde ich in der Retrospektive nicht euphorisch genug – das liest sich mehr wie eine Aufzählung vieler angenehmer Dinge als wie ein Loblied auf eines der tollsten Spiele. Und das ist ”Breath of the Wild”: Denn Nintendo gelang das Kunststück, ein wildes Land zu erschaffen, das mich lockte, forderte, überraschte und zu 1.000 kleinen Wunderdingen lotste wie keine zweite virtuelle Welt davor oder danach. ”Horizon: Zero Dawn” oder der dritte ”Witcher”, ”Assassin’s Creed Valhalla” oder ”Ghost of Tsushima” – keiner dieser Publikumslieblinge war so intelligent und durchdacht, so abwechslungsreich und motivierend. ”Immortals Fenyx Rising” – Ubisofts hervorragender Versuch, Aonumas Meisterwerk nachzuahmen – unterstreicht auf interessante Weise, wie grandios diese ”Zelda”-Episode noch immer ist: ”Immortals” übertrifft ”Breath of the Wild” beim Kampfsystem und der Grafik, zieht in den meisten anderen Kategorien aber den Kürzeren – und trotzdem ist diese bisweilen dreiste ”Zelda”-Kopie noch immer eines der stärksten Spiele 2020. Auf den ”BotW”-Nachfolger bin ich übrigens gespannt wie Links Flitzebogen – obwohl ich es als extrem schwer erachte, dieses Spiel noch einmal zu übertreffen.

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28. Juni 2023 10:23

Zelda I, II , OoT & TP sind meine liebsten.., gefolgt von A Link to the Past & WW (beide “feel good” Zeldas..)

mag Botw & TotK.., aber zu Sandkasten (Baukasten)-mässig, anstatt open world “Organisch”, mit zu vielen “fühlt sich nach Arbeit an” Momente (ständig Waffen organisieren, kochen, x-tem Pferde Stall frei schalten etc..)

28. Juni 2023 10:16

Zelda II ist der Dark Souls der Serie (mit beinahe Street Fighter-level action), .
der missverstandene Zelda (immerhin hats 83-85% von Power Play Martin G. erhalten, us. wegen der hohen Schwierigkeitsgrad (ansonsten wohl höher.., persönlich fand ichs damals schwer, aber nicht zu schwer)

Heisenberg
20. September 2021 14:42

Ich besitze noch 5 Zelda Spiele, allerdings bin ich wohl nicht der größte Fan, da kaum durchgespielt. Will ich aber ändern.

Also mein Platz 1 ist windwaker, dann OoT, und dann TP.

OoT hab ich damals 75 Prozent durchgespielt und kam nicht weiter.
WW und TP hab ich durch.

Für die Wiiu liegen noch drei Zeldas herum die ich spielen will.

Daddler
20. September 2021 12:23

Eine großartige Spieleserie! Interessant, wie unterschiedlich hier auch die Geschmäcker sind. So sind für mich die Highlights dieser Serie; Twilight Princess, WindWaker, Ocarino of Time, A Link to the Past und Legend of Zelda. Breath of the Wild ist für mich! definitiv nicht das beste Zelda, da es mit einem wesenlichen Merkmal der Serie bricht; den Dungeons. Zudem empfinde ich den Waffenverschleiss als absolut nervig und überflüssig.

Seppatoni
20. September 2021 9:50

Ich bin damals auf dem NES in die grosse, weite Welt der Zelda-Spiele eingestiegen. Gerade der zweite Teil hatte es mir damals angetan. Er gehört nach wie vor zu meinen liebsten Serienteilen und wird immer mal wieder durchgespielt. AlttP lernte ich erst später kennen und hatte mir mich nie denselben Stellenwert wie für viele andere. Ähnlich geht es mir mit Majoras Mask oder A Link between Worlds. Alles sehr gute Spiele, aber in meiner Zelda-Rangliste eher im hinteren Mittelfeld anzusiedeln. Dafür war Ocarina of Time damals natürlich eine echte Revolution und packte mich wochenlang. Wand Waker war für mich damals erst Liebe auf den zweiten Blick auf der WiiU, TP und Skyward Sword hingegen konnten mich direkt begeistern. Die Handheldableger konnten mich mit Ausnahme von Links Awakening nie dermassen packen wie die Heimkonsolen-Titel. Und am Ende war da noch BotW – ein zweifellos grossartiger Titel, der sich bei mir hinter den genannten Favoriten einreihen muss.

Aber auf jeden Fall: Happy Birthday, liebe Zelda-Serie, und danke für dieses Special. ^^

RYU
RYU
20. September 2021 7:35

Recht haste. 🙂
Is ja dennoch ein toller Artikel von T. Nickel, und sollte man als Online-Ausgabe nicht für selbstverständlich nehmen.

Ocarina>ALttP>Rest ^^

T3qUiLLa
19. September 2021 11:48

ja twillight princess übertreibst mit seinem dungeonsettings etwas zu sehr find ich. passt nichtmehr ganz in die hyrule welt. aber fand ihn dennoch sehr gut,
meine nr eins ist aber ocarina und dann breath of the wild. einfach ein wunderbares franchise das mich die gleiche magie kosten lässt wie bei ghibli filmen, die liebe für charaktäre und ihre schicksale ist so herzhaft designt das ich bei zelda spielen immer nah am wasser gebaut bin.
und das kann auch nur die zelda serie…einzigartig, freu mich wie ein schnitzel auf botw 2 und die noch hhoffentlich kommenden alten wii u hd ableger

captain carot
19. September 2021 10:24

Best Zeldas:
1. Fans werden angepisst sein, zehn Gründe warum Breath of the Wild der beste Serienteil ist (klicken Sie nicht hier) kurz und knapp, in vielen Punkten hat mich BotW das erleben lassen, was ich fast 24 Jahre zuvor erlebt hatte, dabei aber sehr viel mehr Freiheiten gelassen, als irgendein ZElda zuvor. Meine Tochter ist bei Jotwerde z.B. auf die großartige Idee gekommen, erst Ausrüstung auf die Insel zu werfen, die dann auch brav liegen blieb und die Prüfung sehr viel einfacher machte. Aber allein die Möglichkeiten auf der kleinen Insel…, und ja, die Welt ist nach der Verhehrung halbwegs menschenleer, aber keineswegs leer.

2. A Link to the Past: Vermutlich genauso genrebildend wie der erste Teil. Wie doof ich mit 13 die alberne Grafik fand und wie schnell mich dann das Spiel gepackt hat, wie gut der Soundtrack seinerzeit war und wie das Spiel mit minimalen Mitteln genau so viel erzählt, dass man sich in einer epischen Story wähnt ist einfach herausragend. Eigentlich müsste das ja mit Nostalgiebonus auf Platz 1. Aber nö.

3. Ocarina of Time: In vielen Punkten herausragend. Lock On Kampfsystem? Ist heute nicht zuletzt bei Soulslikes Standard, aber die Funktionalität gibt es tatsächlich das erste Mal hier, samt Ausweichmanöver (hier ein Sprung), Timing als wichtiger Komponente bei vielen Gegnern, zu seiner Zeit herausragend guter Steuerung, die übrigens immer noch gut funktioniert und zu seiner Zeit recht komplexer Spielwelt. Von dem kleinen Detail, dass es ein Konzeot nicht nur unbeschadet von 2D in 3D überführt sondern sinnvoll erweitert mal ganz zu schweigen.

Diese Liste ist natürlich zu 100% objektiv, völlig korrekt und wurde von einer göttlichen Entität auf einer Steintafel an mich überliefert.

HIMitsu
19. September 2021 4:09

Schöner Rückblick! Aber Twilight Princess “schoss übers Ziel hinaus”?! Inwiefern? Der Teil hatte mich am meisten rundum glücklich gemacht (zugegeben, ich lechzte damals sehr nach einem ernsterem Zelda).

JSS
Admin
JSS
19. September 2021 1:39

Hört doch mal auf zu nörgeln weil dies das Nintendo etcpp… was für wundervolle Spiele – und ein tolles Feature von Nickel.
PS. Windwaker bestes Zelda ever

captain carot
18. September 2021 23:36

Wind Waker sieht immer nich kacke aus. Aber das eigentliche Problem ist, dass es einfach langweilig ist. :-p

Nintendo könnte einiges auf die Switch bringen, das ich tatsächlich kaufen würde. F-Zero GX, ein Samus Returns HD oder gerne auch ne Zelda Collection mit Link Between Worlds und anderen Titeln? Why not?

Aber wenn überhaupt, dann kommen am Ende doch nur maximal die üblichen Verdächtigen.

18. September 2021 23:08

Weil das für mich ein schönes Spielzeug ist, mit dem ich ne Menge Spaß haben werde.

Illstar
18. September 2021 22:52

@tabby really? But why? ?

18. September 2021 21:57

Auf den neuen Game & Watch, der Ende des Jahres erscheint, bin ich schon ein bisschen heiß.

RYU
RYU
18. September 2021 20:00

Zum Anlaß des BDays hätte ich gedacht das Nintendo A Link to the Past oder Ocarina ma ein Remake spendiert. Tja, vielleicht in nochma 15 Jahren dann zum 50’ten…

Remo
18. September 2021 17:07


ist das mittlerweile nicht bei allen langlebigen Serien der Fall? Egal ob z.B. Zelda, Super Mario, Resident Evil oder Sonic. Irgendwie kommen nur noch so 08/15 Veröffentlichungen raus. Wenn ich da z.B. noch an die Biohazard 5th Anniversary Edition mit dem fetten Metallkoffer denke…

Supermario6819
18. September 2021 17:05


Das wäre auch mein Wunsch und sicher traumhaft.Unmöglich ist es sicher nicht.Ich würde aber auch Wind Waker und Twilight Princess auf der Switch begrüßen.

18. September 2021 16:17

… und Nintendo so …
“Zelda? Ist das nicht diese Serie, die ganz viele Fans hat und die uns ganz viel Geld einbringt?”
*überlegt*
“Lasst uns mal wieder eine Mario Compilation machen!”

Illstar
18. September 2021 15:42

Ich hätte ja mal bock auf mein favourite: „A link to the past“ das aufgemacht wir „link‘s awakening“ wäre schon schick

Nipponichi
18. September 2021 12:27

35 Jahre Zelda und man bekommt nicht einmal eine coole Collection, wo mal alle Teile der Hauptreihe bis einschließlich Twilight Princess mit an Bord sind. Dazu natürlich noch das Original-Link’s Awakening und vielleicht noch Minish Cap. Ansonsten wäre auch mal ein Remaster von A Link between Worlds für die Switch ziemlich cool.