
Dieser Artikel stammt aus der M! 356 (Mai 2023).
MERING • Das Verlags-Start-up, das Ende 2022 mit dem guten Die Geheimnisse von Monkey Island-Textbuch debütierte, legt nun als Kontrastprogramm einen großformatigen Bildband vor, in dem es weniger zu lesen und dafür viel zu sehen gibt. Als Übertragung eines Dark-Horse-Originals aus dem Englischen kommt Die Kunst von Assassin’s Creed Valhalla in Deutschland zu einem kuriosen Zeitpunkt – mehr als zwei Jahre nach Veröffentlichung des zwölften Assassin’s Creed-Abenteuers und fast genau am Tag, als Stephanie Economous ”Valhalla: Dawn of Ragnarök”-Musik einen Grammy erhält; der Musikpreis wurde 2023 erstmals in der Kategorie ”Video Games and Interactive Media” vergeben.
Zu Ubisofts Action-Abenteuer-Serie erschienen 2015 ”Assassin’s Creed: Die Bildgewalt eines Epos” und 2018 ein Artwork-Kompendium zum Vorgänger Assassin’s Creed Odyssey. Das neue Buch entführt uns vom Mittelmeerraum in kühlere Länder und von der Antike ins Mittelalter des 9. Jahrhunderts. Es ist eine halb verfallene, halb aufbrechende Welt, die Ubisoft in Valhalla nachstellt, rau, wild und frostig. In seinem Vorwort feiert Raphael Lacoste, der seit dem ersten Teil 2007 Art Director der Serie ist, die ”Schönheit der Natur und majestätischer, offener Landschaften” und erklärt, warum sein Team jede Spielregion in einer anderen Jahreszeit und mit anderen Wetterbedingungen zeichnet. Wir besuchen schneeverwehte Hügellandschaften und zerklüftete Felsformationen, stapfen durch Eis und Unterholz, bereisen Flüsse, entlegene Küsten und Fjorde. Von Norwegen führt uns das Artbook durch die britischen Grenzfürstentümer Ost- und West-Mercia, Ostanglien, Wessex und Northumbrien, schließlich bis ins transatlantische Vinland. Drei unterschiedliche Kulturkreise begegnen sich im Spiel: Die dynamische Kraft der Wikinger trifft auf das bestehende englische Reich der Sachsen (unter Alfred dem Großen) sowie auf die Reste des vergehenden Keltentums. Deren bemooste Dolmen und rätselhafte Megalithen sind mit der wilden Landschaft fast verwachsen, ebenso verfallene Denkmäler, Kastelle und Viadukte. Lincoln, Lundun und andere englische Städte sind auf römischen Ruinen erbaut und auch dieses antike Fundament berücksichtigen Ubisofts Landschaftsentwürfe. Skizzen, Gemälde, Renderings: Die Kunst von Assassin’s Creed Valhalla zeigt die Erschaffung einer Welt zwischen historischem Realismus und fantastischen Mythen. Das Buch blättert und liest sich wie ein Reiseführer, zu dessen Plätzen und Panoramen Gamedesigner kurze Erklärungen geben. Viele Seiten sind den Charakteren, Kostümen, Waffen, der Mode und dem Style des Spiels gewidmet. Konzeptkünstler Yelim Kim zeigt Frisurentwürfe und erläutert Eivors popkulturelle Einflüsse, und Pierre Raveneau die grafischen Überlegungen zu Schmuck und Outfits der Schamanin Valka – ”eine kleine Fashionista” in Fell, Geweih und Knochen.
Die Kunst von Assassin’s Creed Valhalla • Look Behind You Verlag • 194 Seiten • 35 Euro










Style over Substance ist, was Ubi mittlerweile am besten kann. Ich vermisse auch, dass man wie in Teil 2 einfach noch so viele Infos zur Geschichte mitgeliefert kriegt und auch das Bestreben spürt, einen grösseren Handlungsbogen etablieren zu wollen. Darum bleibt das für mich auch nach wie vor das beste AC, respk. hatte ich nach Teil 3 erstmal keine Lust mehr auf die Reihe.
@RYU , ja OW-Grafikporn kann Ubi, aber wo man sich, wie Du es selbst schon sagst fragen muss, wieso das so hierfür wieder Energie die aufgewendet wurde. Und ja, es gibt zig Momente und Orte, die ziemlich überlegt gestaltet wurden – nur dass man wie Spiderman an jeder Wand klettern kann, macht das dann völlig wertfrei.
Und wenn wir von Optik sprechen, für den Bikerleder-Viking mit dem Zweihand-Sax hätte ich gerne mal ne historische Quelle. Während die Jungs kinks auf den ersten Blick nicht mal ganz so verkehrt aussehen, ich aber auch hier sekptisch bin, würde ich den Rechts ins Reich der Fantasy stecken – und hier wirds in meinen Augen gefährlich. Das Kleingedruckte ist zumindest lobenswert, aber auch sehr wischi waschi und ordnet auch nichts ein, denn was “alte visuelle Stile sind” muss er mir mal verraten, der Herr Designer. Aber auch Links gibt es keine Einordnung.
Dafür wird sich der kleine Viking-Fetischist mit Ragnar-Gedächtnis-Friese freuen.
Muss ich RYU recht geben. Es geht um Artbook.
Ich kriegen schon Lust nach Vahalla zu reisen.
Werf mit Kritik ja gerne um mich, aber in dem Buch geht es halt um die Grafik, nicht ums Spieldesign. Dafür können die Grafiker nix, und Optik beherscht Ubi einfach.
Auch wenn das Gamedesign und die Story mit den Jahren sehr vereinfacht und dennoch überfrachtet wurde, und es nur noch nach dem stupiden nachhechten nach Loot geht: In Valhalla gibt es, wie in jedem AC, einfach überall imposante Dinge zu sehen, wo man sich manchmal fragt wieso sie gerade hierfür wieder soviel Energie verschwendet haben, obwohl man es kaum ein zweites Mal in der Welt sehen wird. Oder wie sie manches überhaupt bewerkstelligen – bei vielen Dingen kommt das Groß der Spiele an AC einfach nicht ran.
Das wird Leute kaum jucken wenn sie keine Grafikhuren sind, aber ich bleib in Spielen wirklich sehr oft stehen und schaue mir alles genau an – das macht viel meines Spielspaßes in einem Game heute für mich aus. Manches wie Gesichtsmimik oder Lippensynchronität hinken einem Horizon hinterher, und die Welt von AC Valhalla ist nicht unbedigt meine AC-Welt, aber sie ist toll gestaltet, zugestopft mit viel Leben, und unmengen an Klimbim – und das halt in einer riesigen Open World. Das meiste sieht sehr gut aus, enorm viel ist animiert oder physikalisch bewegbar, mit vielem kann man auf unterschiedlicher Art interagieren, und vieles wurde dennoch so designt um auf unterschiedliche Weise vorran zu kommen. Die Welt hat ‘en mass Details.
“Spielkonsolen und Heimcomputer • Gameplan • 288 Seiten • 32,90 Euro”
Da ist wohl etwas falsch rueberkopiert worden.
PS: Das wurde aber schnell gefixed. Nicht schlecht!
Eignet sich bestimmt gut zum Einschlafen. 🥱
Sorry, möchte nicht despektierlich sein, aber genau mein Gedanke (@Nightrain)!
Ein How-To wie man eine langweilige Open-World mit einem 08/15 Fantasy-Wiking-Szenario in ein paar langweilge Geschichten verpackt. Großartig! Muss ich haben …