Curiosity: What’s Inside the Cube

12
76

Omnipräsent? Ubiquitär? Das sind wahrscheinlich die ersten Begrifflichkeiten, die einem in den Sinn kommen, wenn sein Name fällt: Peter Molyneux. Von Hauptberuf (Ex?-)Spielegott, machte er in jüngster Vergangenheit allerdings mehr durch Reden von sich reden – die Liste seiner erzählerischen Gastauftritte bei Events der Spielebranche ist inzwischen deutlich länger als sein Spiele-Output. Nach seinem plötzlichem Weggang von seinem zu Microsoft gehörendem Lionhead- Studio (wir bericheten hier), für das er z.B. Black & White und Fable produzierte, heißt sein neues Studio 22 Cans. Dies ist -ebenso wie Lionhead- in Guildford, Großbrittannien beheimatet.

Welche Art von Spielen der Meister dort zu entwickeln gedenkt, manifestiert sich jetzt in Curiosity, das wegen einer gewissen gleichnamigen Marssonde jetzt den Beinamen “What’s Inside the Cube” erhalten hat. Worum’s in dem Spiel geht, weiß der Verbalakrobat gewohnt wortreich zu berichten: “mutig”, “verrückt” und “anders” sei das Spiel, erklärte er gegenüber VG247. Weitere hervorstechende Eigenschaft: es soll einfach sein. Denn laut Molyneux ist es für einen Game-Designer schwerer, ein einfaches Spiel zu schaffen, das Spaß macht, als ein komplexes: “Die schrecklichste Sache für einen Designer ist nicht das komplexe Zeug. Es ist nicht die Suche nach einer Geschichte und einem interessanten Ende. Das Furchterregendste ist die Einfachheit. Das ist Terror. Das ist unser Abgrund“, erklärt er.

Das Spiel konfrontiert einen zuerst mit einem gewaltigen, schwarzen Quader, der spontan an Kubricks Monolith aus 2001 erinnert. Und bei der schlichten, schwarzen Kubatur hören die Gemeinsamkeiten nicht auf. Im Film versuchen Forscher, den im Mondkrater Tycho ausgegraben Klotz mit allen möglichen Mitteln zu untersuchen – vergebens. Der Stein obsiegt über die menschliche Neugier. Gleiches hat auch Molyneux im Sinn – er spielt mit der Neugier des Spielers, was auch den Titel “Curiosity” erklärt. Angestachelt werden soll diese durch den Inhalt des Quaders: Sein Inhalt sei etwas “wertvolles”, ja sogar “lebensverändernd” orakelt Molyneux.

Die Aufgabe des Spielers ist (scheinbar) einfach: Der Kubus besteht aus Millionen kleinerer Würfel, die man durch bloßes Antippen einzeln aus dem Weg räumen muss, um ins Innere zu gelangen. Gegen Gebühr erhält man auch einen “Meißel”, der 10 (50 Cent), 100 (5 Dollar) oder gar 10.000 (50.000 Dollar) Würfel auf einen Schlag aus dem Weg räumt. Probleme: Man benötigt 60 Millionen “Taps”, um bis auf den Kern vorzustossen – und man ist nicht allein dabei, denn zeitgleich versuchen eventuell hunderttausende von anderen Spielern, dem Kubus auf den Zahn zu fühlen. Doch nur einem einzigen Spieler wird es vergönnt sein, das lebensverändernde Etwas aus dem Kern zu bergen.

Im Grunde, so erklärt Molyneux, ist Curiosity mehr ein psychologisches Experiment: Reicht die reine Neugier aus, um sich bis zum Kern vorzuarbeiten? Vielleicht auch angestachelt dadurch, dass man die Fortschritte der anderen sieht? Das Experiment sollte bereits starten, wurde aber auf September verschoben. Curiosity: What’s Inside the Cube erscheint für iOS, Android und PC – leider nicht für Konsolen. Doch käme es für Konsole – würdet Ihr Euch beteiligen?

12 Kommentare
neuste
älteste
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
PrinzessinHorst
24. September 2012 1:40

Geld bezahlen, um Peter die Klötze wegzuhauen???

ameisenmann
30. August 2012 16:29

Wenn das mit dem Meißel für Geld stimmt, ist es eine ziemliche Abzocke.Und natürlich wird es Leute geben, die ihr gesamtes Leben damit verbringen, weil sie keine Arbeit, Freunde, Hobbies und Ziele im Leben haben. Und leider wird es auch Leute geben, welche die 50k $ bezahlen…Insgesamt klingt die Idee ziemlich von Minecraft abgekupfert.Vor allem, was gibt es für Belohnungen auf dem Weg zum Kern? Nichts?! Ich werde sicher nicht mitmachen.Wird wohl darauf hinaus laufen, dass eine Gruppe von Leuten gewinnt, die sich den 50k Meißel kaufen und dann 24/7 meißeln und es per Kamera aufnehmen, um dann damit zu prahlen und die Anerkennung zu erhalten, die sie auch leider wirklich dafür bekommen…

Doublefine
29. August 2012 4:47

@EquipoNee, dann doch lieber Dotthero für die Pixelstation, hab nur keine das Teil ist mir noch zu teuer(Nur eine Hand voll Spiele die mich reizen)Was mir grade so in den sinn kommt, da ich mir den Artikel ein weiteres mal durchgelesen habe. Die Frage am

WNxKraid
28. August 2012 22:46

Da ist dann nur eine Notiz drin: “”if you payed for this, you’ve been scammed””Eine echt wertvolle und lebensverändernde Lektion wäre das.

8bit-ninja.de
28. August 2012 20:50

Also ich finde das ein interessantes sozialpsychologisch-ökonomisches Experiment, und als genau das wurde es ja auch angekündigt, nicht als Spiel. Im Vorfeld wurde sogar gemunkelt, dass lediglich derjenige, der das letzte Teil wegmeißelt, das Innenleben zu Gesicht bekommt, alle anderen gehen leer aus. Und genau das würde das ganze interessant machen: wird sich jemand finden, der Unmengen an Geld ausgibt um den Kern zu sehen? Wenn ja, wird die Erkenntnis geteilt oder für sich behalten?

Equipo
28. August 2012 20:34

@ DoublefineKannste auch Minecraft spielen, haste mehr von. 😉

Doublefine
28. August 2012 20:22

So langweilig klingt es nicht, würde gerne mit meiseln… Nur muss man beim meisseln etwas beachten? ist es ein riesiges Logikrätsel? Und vorallem wo bleibt die changengleichheit wenn man sich für Geld einen Vorteil erkaufen kann? Fragen über Fragen und wie immer bei Sir Promalot jede Menge versprechen…. Er könnte mal versprechen wieder zuseinen Wurzeln zurück zukehren und ne Göttersimulation oder nen neues Dungeon Keeper zumachen. Das wäre was…

Equipo
28. August 2012 19:19

Na das hört sich doch mal wirklich langweilig an. 🙂

Saldek
28. August 2012 17:22

Ich bewundere irgendwie immer seine Art zu reden und zu präsentieren.Obwohl ich es nicht ganz verstehe…der Diamant Meißel kostet 50.000$ ??

bitt0r
28. August 2012 15:55

peter molydeux

extremo
28. August 2012 12:08

Oh Gott so ein Schwachsinn also wirklich. Und die Idee, dass man für reales Geld bessere Items kaufen kann find ich einfach nur schrecklich und wirklich sehr bedenklich. Diese Entwicklung macht mich traurig. Die Ironie des ganzen: Das ganze Spiel funktioniert so, wie Molineux bis heute gearbeitet hat: Etwas pushen und das blaue vom Himmel versprechen und schlussendlich dann nur wieder was mittelmässig bis gewöhnlich gutes rausbringen. Da müssen also tausnde von Leuten nix anderes tun als Teil für Teil dieses Würfels wegmeisseln um am Ende etwas grossartiges zu bekommen. LOL. Es wird wohl ein Foto von Molineux sein, auf dem ein grosser “”HA HA!”” Schriftzug hängt!Wirklich traurig um diesen Mann er hatte echt mal potential.

ScorpionX
28. August 2012 11:50

Oh man… Gott sei Dank erscheint so ein geistiger Dünnpfiff nicht fürMeine Geliebte Konsole…Ich glaube der Molyneux hat einfach nicht mehr alle Tassen im Schrank.Klötzchen weghauen? Das kann Super Mario besser… 😉