
Hintergrund: Bungie
Erst Apple-Jünger, dann Microsoft-Mitarbeiter, jetzt Sony-Soldaten – und zwischendurch finanziert von Take 2 und Activision: Bungie blickt auf gut 30 Jahre bewegte Geschichte der Partnerschaften und Besitzerwechsel zurück. Mitte 1991 vom 22-jährigen Programmierer Alexander Seropian in einer 1-Zimmer-Wohnung in Chicago gegründet, spricht die Minifirma eine ungewöhnliche Zielgruppe an, entwickelt nicht DOS- oder Windows-Spiele, sondern für Rechner von Apple, damals alles andere als Mainstream. In der Macintosh-Nische wird Bungie 1994 durch einen Doom-Klon berühmt – besser als das id-Original, jubelt die Apple-Gemeinde! Zweifelhaft, doch Marathon ist nicht zuletzt durch die Multiplayer-Modi ein Action-Meilenstein. Aber auch das Taktik-Spiel Myth, das Bungie 1997 bringt, ist ein exzellenter Titel.
Erst investiert Take 2 5 Mio. US-Dollar in 20 Prozent der Firma, dann wird Bungie komplett übernommen. Das Apple-Lager ist baff und schwer enttäuscht: Ausgerechnet der übermächtige Rivale Microsoft, dem eh schon alle Games-Firmen folgen, wird neuer Besitzer. Den Mac unterstützt Bungie nicht mehr, sondern konzentriert sich auf den Xbox-Starttitel Halo, der 2001 durch weite Ego-Shooter-Levels begeistert und sich zur Xbox-Killer-App mausert. Nach 6,4 Mio. verkauften Spielen produziert Bungie mehrere Fortsetzungen (bis Halo: Reach), doch 2007 macht Co-Gründer Jason Jones das ganze Studio wieder frei, modifiziert Halo-Technik und -Spielmechanik, unterschreibt einen 10-Jahres-Vertrag mit Activision und öffnet 2014 das Ego-Shooter-Universum Destiny sowohl für Xbox- als auch PlayStation-Spieler. 2019, nach holprigem Übergang vom ersten zum zweiten Destiny, erwirbt Bungie die Marke und trennt sich von Activision, um Destiny-Welt und -Community in eigener Regie zu führen.








