Valve behauptet: Spiele-Piraterie hängt nicht mit dem Preis zusammen

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Gabe Newell will jetzt herausgefunden haben, dass es nicht die Spiele-Preise sind, die manchen Kunden zum Raubkopierer mutieren lassen. Auf einer Konferenz in Seattle verkündete er jetzt gegenüber Geekwire folgende verblüffende These: “Wenn wir eine Sache über Piraterie gelernt haben, dann das: Es liegt nicht am Preis. Es liegt am Service.“

Das müssen Sie uns jetzt aber genauer erklären, Herr Newell.

“Der einfachste Weg, Piraterie zu verhindern, liegt nicht in den technischen [Kopierschutz]-Maßnahmen. Er besteht darin, dem Kunden einen besseren Service zu bieten als die Piraten.“ Der Grund, warum der Mitbegründer von Valve über Piraterie parliert, erschließt sich einem relativ schnell, wenn man weiß, von welchem Land hier die Rede ist: Russland. Eben dieses Land hat sich zum zweitgrößten europäischen Markt für Valve gemausert. Eben dieses Land ist auch dafür bekannt, dass ein Spiel schneller seinen Weg auf einen dubiosen Download-Server findet als ins Verkaufsregal.

Wobei “Verkaufsregal“ hier doch nicht das richtige Wort ist, denn es geht um Steam, Valves Internet-Vertriebsplattform. Valve gab jetzt die Partnerschaft mit Xsolla bekannt, die es nun russischen Nutzern erlaubt, ihr Steam-Konto in bar an russischen Kiosken aufzuladen. Doch worin besteht denn nun der bessere Service, den Valve bieten will? In der schnellen Lokalisierung, sagt Newell: “Die Leute, die behaupten, dass die Russen alles kopieren, sind dieselben, die auch sechs Monate brauchen, um ihr Spiel für Russland zu lokalisieren.“

Demnächst heißt es also an russischen Kiosken: “Ein Pivo und ’ne Prawda bitte, und den Rest auf den Steam-Account.“

?????, Herr Newell.

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zockeraNdi
3. November 2011 13:33

Richie , schau mal zu welchen Preisen neue , eigentliche Vollpreisspiele , in Englang verkauft werden …..UND dass in den USA alles immer den selben Preis (oder weniger) in Dollar kostet was es uns in Euro kostet dürfte ja auch bekannt sein …..

Richie1982
26. Oktober 2011 14:09

[quote]Generell finde ich Videospiele für 50,60,70 Euro zu teuer .[/quote]Zu teuer? Die Preise stagnieren doch seit Jahren. Die Entwicklungskosten haben sich aber vervielfacht. Ich behaupte ja nicht das ich für ein Game jetzt 120 € zahlen würde ohne mit der Wimper zu zucken, aber zu teuer???

zockeraNdi
26. Oktober 2011 12:45

Manche Leute wollen eben immer alles umsonst haben , diese Leute wird man auch nicht mit Service oder Preissenkungen überzeugen können .Generell finde ich Videospiele für 50,60,70 Euro zu teuer .Für mich als Sammler kommen Kopien sowieso nicht in Betracht , also bedien ich mich gern und öfters beim Gebrauchtmarkt , was ja manchen Firmen auch schon wieder nicht passt , siehe Onlinepass etc.

captain carot
26. Oktober 2011 8:49

Das ist zwar nicht das erste Mal, aber schon ziemlich heftig. Ich würde Origins jedenfalls nicht auf meinem Rechner haben wollen, einige andere “”Kopierschutzsysteme”” aber ebenso wenig.@Johnny Walker: Trotzdem werden bestimmte Titel auch unabhängig vom Preis seltener kopiert und mehr als Original gekauft. Dabei ist ein eventueller Kopierschutz auch nicht unbedingt nötig. World of Goo wurde z.B. auf dem PC viel weniger kopiert.Ein Hauptproblem ist aber sicher auch, dass bei einer digitalen Kopie kein sichtbarer, direkter Schaden entsteht.Wenn ich ein Auto klau ist es weg, zieh ich was aus dem Netz…Ein anderes Thema ist aus meiner Sicht aber die klassische Privatkopie. Die war und ist in einem gewissen Rahmen durchaus erlaubt, auch wenn die Contentindustrie mit allen Mitteln versucht, einen Riegel davor zu schieben.

Walldorf
25. Oktober 2011 22:48

Origin würde ich schon mal nicht als “”Service”” bezeichnen:””FazitDie Nutzungsbedingungen und der Endbenutzer-Lizenzvertrag von Origin sowie die Datenschutz-Richtlinien von Electronic Arts enthalten umfangreiche Verstöße gegen Verbraucher- und Datenschutzrechte. EA nimmt sich über die Nutzungsbedingungen das Recht heraus, einen umfangreichen Kopierschutz einzuführen, der in seiner Wirkung einer Spyware gleich kommt.Ferner räumt sich EA das Recht ein, praktisch alle Daten über die Nutzer, über deren Computer sowie deren Verhalten zu erfassen und zu verarbeiten. Nach den ersten Protesten wurde zumindest die Klausel entfernt, nach der diese Daten für Marketingzwecke genutzt und weiter gegeben werden durften. Trotzdem sind aufgrund des hier an den Tag gelegten Datenschutzverständnisses von EA massive Datenschutzverstöße zu erwarten. Auch wenn EA sagen sollte, dass sie nicht soweit gehen werden, wie es in den EULA steht, dann bleibt die Frage: Wozu brauchen sie diese Rechte dann überhaupt?Man nennt so etwas auch »Defective by design«. Wenn etwa ein EA-Mitarbeiter sich fragt, im welchen Umfang er die Nutzerdaten verwenden darf, dann schaut er in die EULA. Und wenn dort die derzeitigen Erlaubnisse stehen, ist anzunehmen, dass er davon ausgeht, dass sie den Rahmen des Erlaubten darstellen. EA versucht zudem den Nutzern an der Durchsetzung ihrer Rechte zu hindern, indem das Unternehmen alle Gewährleistung und Haftung ausschließt, zum Teil sagt, dass Nutzer sich nur durch Kündigung ihres Kontos wehren oder nur auf englisches Recht berufen und in England klagen dürfen. Mögliche FolgenAls Folgen der rechtswidrigen Bestimmungen kommen in Frage:Die Verbraucher haben das Recht erworbenen Spiele, welche zwingend die Akzeptanz der Origin-EULA und/oder der Datenschutz-Richtlinie voraussetzen, gegen Rückzahlung des Kaufpreises zurückzugeben. Die Verbraucher wurden beim Kauf zwar darüber aufgeklärt, dass sie sich bei Origin anmelden müssen, aber ihnen wurden nicht vor dem Kauf die eklatant rechtswidrigen Regeln offenbart, die sie vor der Nutzung des Spiels zwingend akzeptieren müssen. Das heißt, sie haben ein rechtlich mangelhaftes Spiel erhalten (§§ 434, 437 BGB).Die Verbraucher haben das Recht, Auskunft über die über sie gespeicherten Daten oder deren Löschung zu verlangen (§§ 34, 35 BDSG). Bei Datenschutzverstößen kommt ebenfalls Schadensersatz in Frage — allerdings eher theoretisch, da es schwer ist, den Schaden nachzuweisen.Über EA könnte ein Bußgeld durch die Datenschutzbehörden bis zu 300.000 Euro verhängt werden. Soweit bekannt, hat EA jedoch keinen Sitz in Deutschland, also ist das unwahrscheinlich.Ebenso unwahrscheinlich sind daher die Abmahnungen von Mitbewerbern oder Verbraucherschutzzentralen.””http://www.gamestar.de/spiele/battlefield-3/artikel/analyse_zur_eula_von_ea_origin,45612,2561554.htmlSowas erinnert eher an Spyware als an einen Kopierschutz.

ameisenmann
25. Oktober 2011 21:31

Leute, die einfach nur spielen wollen und für die Verpackung, Datenträger und Zusatzmaterial keinen Wert haben, werden immer Kopien ziehen, sofern es geht…Und für die Cracker ist es einfach ein Sport.Den effektivsten Kopierschutz, der mir unter kam, hatte Pizza Connection (Amiga, DOS). Das Spiel kam mit 3 farbigen Anleitungen, wo neben Spielanleitung Pizza-Rezepte und Telefonnummern drin standen. Um seine Speisekarte zu füllen, musste man einige Standardpizzen laut Anleitung zusammen stellen. Will man Lieferanten, Mafia etc. anrufen, brauchte man Telefonnummern aus einem anderen Handbuch. Nebenbei bekam man vom Polizisten in regelmäßigen Abständen einen Anruf und musste das Wort X einer bestimmten Anleitung auf Seite X aus Absatz Z eingeben.Man musste sich also alle Anleitungen fotokopieren und die Rezepte in Farbe, um in den vollen Genuss des Spiels zu kommen. Damals war das schon mit Aufwand und Kosten verbunden. Heute könnte man zwar pdfs runter laden, aber müsste dann immer noch einige Farbausdrucke machen.Jugendliche wollen eh nur zocken und ziehen alles aus dem Netz, von daher denke ich, dass die Industrie besonders Erwachsene mit hochwertiger Verpackung und Gimmicks ansprechen muss. Die haben schließlich auch das Geld. Und das bitte nicht nur mit Special Editions die 70-100 Euro kosten.Es ist schon traurig, dass man heute mit einer DVD-Hülle und 15 seitiger Anleitung abgespeist wird. Da kommt einfach keine Sammlerfreude auf. Damals mit den größeren Pappverpackungen das war immerhin etwas.Nehmen wir z.B. die Special Edition Collection von Monkey Island. Ok, sie kostet nur 15,-Euro, aber für schöne Verpackung mit nostalgischen Gimmicks (z.B. Drehscheiben) und Artworks wäre ich bereit das 2-3 fache zu bezahlen.Auch die Strategie gegen Piraten, vieles nur noch als Download anzubieten, misfällt mir zunehmend. Grade kamen für Xbox 360 alte Sega Saturn Klassiker “”Radiant Silver Gun”” und “”Guardian Heroes”” raus, die ich liebend gerne mit Verpackung in meinem Regal hätte. Dafür würde ich auch 20-30 Euro locker ausgeben. Zumal die Saturn-Versionen auch für viel Geld weg gehen bei eBay. Aber nur, um es als Download auf der Platte liegen zu haben, ist es mit die 8,- bzw. 12,- nicht wert und ich werde sie nicht kaufen.

johnny.walker
25. Oktober 2011 20:59

Die haben z. T. schon recht. Ich kenne selbst Leute, die sich Spiele ziehen, obwohl sie nur 10,- € kosten. Oder es gibt ja auch etliche Independent Games, die nicht viel kosten und auch diese werden kopiert.Viele Dinge werden kopiert oder geladen, einfach weil es geht. Gäbe es einen halbwegs anonymen Weg Autos, Anbauwände oder sonst was kostenlos zu bekommen, würde auch das gemacht werden…

tak
tak
25. Oktober 2011 20:38

Na mein erstes Vollpreis PC Spiel seit Jahren war Witcher 2- ich mag die ganze Onlineaktivierung und “”Nicht weiterverkaufen Können”” halt nicht und CD Project hat da sehr viele Plus-Punkte gesammelt.Noch was interessantes zum russischen Markt- Kinofilme kommen da sehr oft noch früher als in USA raus und schon 2-3 Wochen nach dem Kino Start gibt es lizenzierte DVDs/Blu Rays. Und dennoch steigen die Kinoeinnahmen stetig und Russland ist mittlerweise ein recht großer Markt .Na klar ist es eine Reaktion auf Raubkopien, aber trotz lascher Kontrolle kann man dank Kundenfreundlichkeit sein Produkt absetzen.

Walldorf
25. Oktober 2011 20:38

Stimmt, die 79 Cent Apps werden genauso viel wie kopiert wie die 60€ Euro Spiele.

tetsuo01
25. Oktober 2011 19:19

Ich finde der Erfolg gibt Rockstar aber auch recht. Ich fand es ziemlich befremdlich bei Dark Souls das der special edition zwar ein nettes artworkbuch beilag, die Anleitung aber kaum mehr als 5 Seiten hat…

bastien
25. Oktober 2011 19:11

Ja mehr Service….bunte Schachteln..und viele Extras…so wie früher….Damals lagen noch Karten bei….Ok…bei Red Dead Redamption auch…

APT
APT
25. Oktober 2011 17:56

Der ansatz ist nicht schlecht… das problem das ich mit vielen PC games habe ist einfach der saumäßige zustand in dem viele games auf den markt geworfen werden. Jüngstes beispiel ist “”Rage”” das bei mir im original auf dem PC immer noch nicht läuft. Eine aus dem netz gesaugte version aber schon. …nun erzähl mir mal einer wofür ich die 35 euro bezahlt habe? Sicher ist das jetzt nicht so viel geld, aber wirklich verdient haben die sich das geld auch (noch) nicht.Unter besserem service würde ich ganz einfach verstehen das probleme bei PC games schneller behoben werden. In der Raubkopier szene bekommen das einzelne leute innerhalb von stunden hin… bei vielen entwicklern muss man dagegen oft wochenlang warten bis sich ein ganzes team mal damit beschäftigt.

25. Oktober 2011 17:43

ein USB-Stick,ohne den das Spiel nicht läuft zb

theHolyman
25. Oktober 2011 17:34

So ganz Unrecht hat er damit nicht, aber ich denke dadurch wird die Piraterie nicht aufhören . Aber jetzt mal ernsthaft wieso kommt eigentlich niemand mehr auf die Idee sowas in der art wie eine Modul oder Cartridge zu machen wie damals zu Super nes oder Mega drive ? würde mich echt mal interessieren ob es dann genau so leicht ist Spiele aus dem Netz zu laden.