7 Days to Die – im Test (PS4/XOne)

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Dieses Survival-Abenteuer kombiniert raffiniert Spielelemente aus Minecraft und DayZ. Ergo kämpft Ihr hier nicht nur ums Überleben in einer Zombie-Apokalypse, sondern bastelt auch Ausrüstung. 7 Days to Die ist gleichermaßen für Solospieler wie für Online-Partien ausgelegt, selbst am geteilten Bildschirm dürfen zwei menschliche Jäger ran. Habt Ihr die Rahmenbedingungen wie Tageslänge, Gegneraufkommen oder Schwierigkeit festgelegt, geht es in einem zufällig generierten Szenario oder dem Einführungsareal los.

Anfangs ist Euer Held nackt und wehrlos, weshalb Ihr umgehend mit der Ressourcen-Suche beginnen solltet, die sich wie in Minecraft gestaltet. Mit bloßen Händen oder effektiverem Werkzeug hackt Ihr auf Bäume, Pflanzen, Steine oder Schrott ein, um Euer Inventar zu füllen. Nur mit den richtigen Zutaten bastelt Ihr im Crafting-Menü erste Ausrüstung wie Steinäxte, simple Bekleidung oder Knüppel zusammen.

Tagsüber sind Zombies noch von Weitem erkennbar und schlurfen nur herum. Doch im Dunkeln seht Ihr ohne Fackel keinen Zentimeter weit, während die nachtaktiven Untoten weitaus schneller unterwegs sind. Mit Bogen oder Armbrust haltet Ihr Euch die Feinde vom Leib und jagt Tiere. Nahkampfwaffen wie Axt, Knüppel oder Schaufel sparen dagegen Munition, sind aber dank hakeliger Handhabung oft lebensgefährlich. Gleichermaßen kämpft Ihr mit den eigenen Kräften und versucht, Euch mit Nahrung und Wasser am Leben zu halten. Allzu oft segnet Ihr das Zeitliche, doch das bedeutet nicht das Ende: Ihr startet neu vom zuletzt platzierten Schlafsack und könnt Eure sauer verdiente Ausrüstung am Ort des Ablebens oder in einer deponierten Kiste finden.

Entscheidend für die kommenden Spieltage ist das Einrichten einer Basis. Genau wie in Fallout 4 errichtet Ihr mit genug Bauteilen aus Holz und Beton Gebäude: So stampft Ihr die eigenen vier Wände samt Türen und Fenstern aus dem Boden. Vergesst nicht die Zombie-Abwehr mittels Stacheln, Minen oder verstärkten Mauern. Drinnen dürft Ihr es Euch mit Couch und Lagerfeuer gemütlich machen. Deutlich einfacher ist es jedoch, in ein verlassenes Haus einzuziehen und dieses auf Vordermann zu bringen. Das Spiel fördert den Forscherdrang: Ihr grast verlassene Straßen, Dörfer und Autos nach Verwertbarem ab. Schade, dass optisch so wenig geboten wird. Denn trotz immer neu generiertem Setting wirkt die Landschaft langweilig, was auch an der mauen Technik liegt: Pixelige Polygontapeten, flache Gewächse und niedrige Sichtweite mit viel Nebel sind nicht mehr zeitgemäß.

Thomas Stuchlik meint: 7 Days to Die besitzt eigentlich alle Zutaten für einen Hit, denn die Kombination aus Crafting und Survival ist theoretisch eine Traumhochzeit. Eigentlich. Denn dummerweise wirkt das Spiel unfertig und mau inszeniert. Einerseits begegnen Euch nervige Bugs: Gegner und Tiere rennen sinnlos gegen Wände oder ploppen weg, Objekte schweben über der Landschaft. Der hakelige Nahkampf gibt kaum Rückmeldung, auch die fade Optik macht nicht viel her. Der Reiz entsteht beim Sammeln und Basteln von Material: Vor allem das Bauen einer eigenen Behausung samt Verteidigung besitzt das gewisse Minecraft-Etwas. Und es fetzt, wenn Ihr mit Kumpels loszieht und gemeinsam Zombies meuchelt. Letztlich kommt es aber auf Euch an, was Ihr aus der spannungsarmen Atmosphäre und dem gleichförmigen Spielverlauf macht.

  • wahlweise vorgefertigtes oder zufallsgeneriertes Spielgebiet
  • ausgefeiltes Crafting-System
  • dumme Gegner-KI wenig bedrohlich
  • im Splitscreen lokal zu zweit spielbar

Die lieblose technische Umsetzung vermiest die klasse Spielidee aus Überlebenskampf und Basteleien in “Minecraft”-Manier.

Singleplayer67
Multiplayer
Grafik
Sound