Bravely Default II – im Test (Switch)

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Manch einer mag Rollenspiele japanischer Machart für ein vergleichsweise konservatives ­Genre halten, doch dem ist natürlich nicht wirklich so. Seit Jahrzehnten experimentieren zahllose Studios und Publisher mit Echtzeit- und Actionkämpfen, komplexen Talent- und Klassensystemen, innovativen Spielstrukturen, Crafting-Systemen, erzählerischen Kniffen und mehr. Da ist es kein Wunder, dass sich einige Rollenspieler der alten Schule gelegentlich nach einfacherer, weniger experimenteller Kost sehnen. In diese Kerbe schlägt Bravely Default und ­dessen inoffizieller Vorgänger Final Fantasy: The 4 Heroes of Light: RPG-Wohlfühlkost, das digitale Äquivalent zu einer heißen Tasse Kakao, einer warmen Decke und einem dicken Fantasy-Schmöker an einem kühlen Wintertag. Und niemand war mehr überrascht als die Macher selbst, als sich der erste Teil für 3DS besser ­verkaufte als der etwa zeitgleich veröffentlichte ­Final Fantasy-Ableger ”Lightning ­Returns, der immerhin mit HD-Grafik, einer ­offenen Welt und einem komplexen Echtzeit-Regelwerk daherkam!

Auch Bravely Default II, das keine Vorkenntnisse verlangt und eine eigenständige Geschichte erzählt, liefert exakt dieses Wohlgefühl. Eine bunte Heldentruppe zieht durch ein Fantasy-Land und sucht nach vier Element-Kris­tallen, um eine ganz schlimme ­Sache zu verhindern. Dabei gibt es alles, was das Abenteurer-Herz begehrt. Finstere Dungeons, üble Bösewichter, eigentlich ganz nette Bösewichter, Intrigen, überraschende Enthüllungen – und natürlich rundenbasierte ­Kämpfe, ausführliche Dialoge und gepflegte Kerker-Touren.

In Sachen Präsentation setzt Bravely Default II auf eine vielseitige Mischung. Städte sehen wie große, begehbare Illustrationen aus. Die Weltkarte wirkt oft enorm plastisch und gefällt mit schönem Tageszeitenwechsel, auch die Gegner sind hübsch gestaltet. Bei den Protagonisten setzt das Spiel auf einen rundlichen Chibi-Stil, dafür hat jede Figur für jeden Job ein individuelles Outfit. Wo andere RPGs Zwischensequenzen filmreich inszenieren, wird die Story hier meist aus der Seitenperspektive gezeigt. Die Musik ist fantastisch, in Sachen Sprachausgabe freut Ihr Euch über japanischen O-Ton und gute englische Sprecher. In Dragon Quest-Manier wird stark auf Dialekte gesetzt – nicht nur bei Passanten, sondern auch bei Eurer Heldentruppe: Prinzessin Gloria drückt sich besonders gewählt aus, während Elvis mit einem breiten schottischen Akzent redet.

Schon nach kurzer Zeit habt Ihr die Heldentruppe beisammen: Dabei geben der entspannte ­Elvis und die aufgeweckte Adelle einen guten Kontrast zur pflichtbewussten Gloria und dem etwas blassen Protagonisten Seth ab.

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