
Meinung
Matthias Schmid meint: In puncto Solo-Modus schließe ich mich größtenteils Ollis Meinung an: Die Kampagne spielt sich zwar wie aus einem Guss und sieht meist spektakulär aus – so langsam aber kann das gescriptete, in puncto Freiheit stark eingeschränke Action-Erlebnis eine Frischzellenkur vertragen. Die Story hingegen hat mich positiv überrascht: Ich habe sie aufmerksam verfolgt und wollte stets wissen, was passiert – ein Urteil, von dem die drei Vorgänger weit entfernt waren. Mein Black Ops-Highlight ist der Mehrspieler-Modus: Zwar würden mich allein schon die genialen Team-Deathmatches glücklich machen, doch da ist ja noch so viel mehr. Ich schmökere mich durch endlose Statistiken meiner Spielerkarte und schaue im Theater anderen Black Ops-Schützen über die Schulter, die mal so locker einen 10er-Killstreak raushauen. Schön auch, dass viele MGs bei Dauerfeuer stärker nach oben ziehen und dass ich nach einem Match für die nächste Karte abstimmen kann. Zusammen mit Halo: Reach mein Online-Highlight des Jahres!
Oliver Schultes meint: Ich bin der klassische Solo-Gamer, der sich bei Ego-Shootern nur selten ins Online-Getümmel stürzt. Und für solche Zeitgenossen bietet Black Ops erschreckend wenig: Auf Stufe ’Normal’ nach gut fünf Stunden den Abspann zu sehen, ist für ein 60-Euro-Spiel frech. Vielleicht sollte Activision künftig Solo- und Multiplayer-Modus getrennt verkaufen – jeweils für den halben Preis. Wie Kollege Behrang finde ich die mit jedem Call of Duty-Teil steigende Gängelung des Spielers bedenklich. Hallo!? Wir schreiben das Jahr 6 nach dem Meilenstein Half-Life 2! Ich erwarte von CoD keinen Open-World-Shooter, aber mehr Freiheiten sind beim nächsten Teil Pflicht. Genug gemeckert: Schließlich ist Black Ops eine kompetent gemachte und klasse inszenierte Schlauch-Ballerei, bei der es im Sekundentakt kracht und scheppert, dass einem im positiven Sinne Hören und Sehen vergeht. Ein Extralob gibt es für die teilweise wirklich originellen Schauplätze.
Behrang Ghassemi meint: Bisher ließ ich die CoD-Reihe links liegen, nach dem langen Hype war ich aber gespannt auf Black Ops. Die Missionen überraschten mich mit ihrem Abwechslungsreichtum und schockierten mich zugleich mit ihrer Geradlinigkeit. In einer Mission z.B. muss ich nur mit einem Beil bewaffnet bis zu einem bestimmten Punkt schleichen, bevor ich wieder anständige Waffen erhalte. Widersetze ich mich dem Script und gehe in die Offensive, ist es aus. Selbst mit sechs per Beil erschlagenen Soldaten zu meinen Füßen verwehrt mir das Spiel das Aufheben ihrer Waffen – ich bin gezwungen, dem Script zu folgen. Zwar macht das kinoreif präsentierte Black Ops einen Heidenspaß, doch spiele ich lieber in einer offenen Welt à la Operation Flashpoint, wo ich selbst Befehle bellen darf, anstatt mich wie ein Hund an der Leine führen zu lassen.










