Tactics Ogre: Let Us Cling Together – im Klassik-Test (PSP)

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Seit Final Fantasy ­Tactics (PSone, 1998) warten Konsolen-Strategen auf einen würdigen Erben des Rundenstrategie-Klassikers: Nachdem die GBA- und DS-Nachfolger die Erwartungen nicht erfüllten, geht Square Enix auf Nummer ­sicher und spendiert dem inoffiziellen Vorgänger ein Referenz-Remake. Tactics Ogre: Let Us Cling Together erschien Mitte der 1990er auf dem SNES und gilt als Ur­vater des Iso-Taktik-Genres. Als junger Denam Pavel werdet Ihr in den Freiheitskampf des Walister-Volks verwickelt und mimt den Helden der ­Revolution, auf dem alle Hoffnungen liegen.

Tactics Ogre verzichtet größtenteils auf übernatürlichen Firlefanz und wirft Euch in eine Welt voller politischer Intrigen ohne simples Gut und Böse. Immer wieder steht Ihr vor schwierigen Entscheidungen, die den Fortgang der Handlung radikal beeinflussen. Je nachdem, wie Ihr handelt, erweisen sich manche Figuren als Freund oder Feind. Nach einmaligem Durchspielen habt Ihr die Gelegenheit, andere Handlungswege zu erkunden und Truppen sowie Talente Eures Spielstands beizubehalten. Kernstück sind die hochgradig anspruchsvollen, rundenbasierten Taktik-Kämpfe. Dabei ist nicht nur die Position und Bewaffnung der Gegner zu beachten, Profi-Spieler beziehen auch Elemente, moralische Ausrichtung und sogar deren Herkunft in ihre Taktik mit ein. Bedeutete im Original der Verlust ­aller Hitpoints den Tod einer Figur, wurde dies im Remake entschärft: Ihr habt nun drei Kampfrunden Zeit, einen gefallenen Kameraden wieder auf die Beine zu bringen oder das Gefecht erfolgreich zu beenden – schafft Ihr das nicht, verliert die Figur eines ihrer drei Leben. Neu ist auch das Klassen-System: Ihr levelt nicht individuelle Figuren, sondern ganze Charakterklassen auf. Das erspart eine Menge lästiges Grinding, ein Skill-System sorgt dennoch dafür, dass jede Figur individuell entwickelt werden kann. Hilfreich ist die Rückspul-Option: Habt Ihr einen Fehler gemacht, könnt Ihr bis zu 50 Spielzüge zurückspringen und Euch anders entscheiden. Da aber Erfolge und Misserfolge Eurer Aktionen gespeichert werden, könnt Ihr dieses Feature nicht missbrauchen, um dem Trefferglück nachzuhelfen. Grafisch bleibt Tactics Ogre seinem 16-Bit-Vorbild treu und bietet die Option, die Karte in eine weniger hübsche, dafür aber übersichtliche Vogelperspektive zu drehen. Die fantastische Musik wurde komplett neu arrangiert und ein paar Schlüsseltracks sogar orchestral eingespielt.

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