Call of Duty: World at War – im Klassik-Test (DS)

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Für Ärger in mehrfacher Hinsicht sorgen Granaten: Die Wirkkraft der eigenen ist kaum spürbar, während Euch feindliche Sprengkörper meterweit aus der Deckung scheuchen. Im Eifer des Gefechts überseht Ihr zudem schnell die eingeblendete Warnung bzw. Aufforderung zum Zurückwerfen. Wir sind sogar mehrfach gestorben, ehe der Warnhinweis überhaupt zu sehen war. Nützlicher ist da schon der angepriesene Flammenwerfer. Mit unendlichem Munitionsvorrat ist er auf kurze bis mittlere Entfernung eine starke Waffe. Nach Gebrauch muss er lediglich abkühlen. In den neuen Panzerpassagen wollen jedoch manche Feinde einfach nicht sterben, obwohl das Gras um sie herum bereits lichterloh brennt. Versengtes Fußvolk fällt in der deutschen Version übrigens ohne sichtbaren Schaden sofort zu Boden.

Trotz der Ärgernisse ist Call of Duty: World at War ein mitreißendes Spiel – die Steuerung punktgenau und flott, ebenso die Grafik, die mit 60 Bildern pro Sekunde und spektakulären Effekten beeindruckt. Teils schwache Texturen und eine gewisse Sterilität stören kaum. Da die Solo-Kampagne in zwei Szenarien stattfindet, ist auch für grafische Abwechslung gesorgt. Wo der Pazifik­einsatz gegen Japan auf Grün- und Brauntöne setzt, legen Stalingrad und Berlin den Schwerpunkt auf Grau. Auch akustische Vielfalt wird geboten: Von treibenden Industrial-Beats bis zu pathetischen Orchesterklängen sorgt ein breites Spektrum für die passende Untermalung.

Neben dem offenen Kampf steht in Stalingrad auch Schleichen auf dem Programm. Ihr folgt Eurem Vorgesetzten durch Straßen und Häuser, flüchtet vor deutschen Flammenwerfern und schaltet einen Scharfschützen aus. Im Pazifik hingegen schützt Ihr an Bord eines Blackcat-Flugzeuges Eure Flotte vor japanischen Jägern. Wechselt dabei ständig die Geschütze und rettet Überlebende – definitiv der inszenatorische Höhepunkt eines Spiels, das sonst oftmals zu sehr an die Vorgänger erinnert.

Wer Call of Duty 4 gespielt hat, fühlt sich bei World at War sofort heimisch, die altmodischen Waffen sind nach den Hightech-­Wummen aber ein Rückschritt. Fortschrittlicher gibt sich der Mehrspieler-­Modus, der den des Vorgängers aufgreift und verfeinert. Im Rahmen des erweiterten Perks-­Systems sammelt Ihr Erfahrungspunkte und erwerbt neue Fähigkeiten, während Ihr mit zunehmendem Rang immer neue Möglichkeiten und Modi ergattert. Zudem spielt Ihr die Kampagne ­optional im Quartett oder zu zweit mit geteiltem Bild.

Auf der PS2 erlebt Ihr andere ­Levels, in denen extremes Ruckeln und Zappel-Texturen die Orientierung und das Zielen erschweren. In Bewegung wirkt Call of Duty: World at War ­– ­Final Fronts abstoßend und ist nur mit einhergehender Schwindel-­Warnung zu empfehlen. Sogar die DS-­Version sieht im Verhältnis besser aus. Detaillierte Grafiken sausen über den oberen Bildschirm, während Ihr auf dem unteren die Blickrichtung bestimmt. Gesteuert wird per Kreuz, geschossen mit der Schultertaste. Weil Zielen nur über einen zu kleinen Button auf dem Touchscreen möglich ist, spielen sich die Schusswechsel unnötig kompliziert. In spannenden Minispielen entschärft Ihr Landminen und richtet Mörser aus. Die Wii-Version ist nahezu inhaltsgleich zum HD-Krieg und schlägt sich trotz schwächerer Technik tapfer. On- und Offline-Modi sind optional mit dem Wii Zapper spielbar.

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Max Snake
26. Mai 2025 12:19

Das war nun mal ein Auftrag von N – Space. Die hatten schon diverse Call of Duty für den Nintendo DS gebracht.

schnitzel
26. Mai 2025 11:44

Call of Duty World at War gab es tatsächlich für den DS? …und da soll Atmosphäre aufkommen?

Ich glaube da wurde die Zielgruppe komplett verfehlt. Der DS, meistens von jüngeren Spielern genutzt und auch so vermarktet, setzt wohl eher auf Pokémon und Co. Da ist eine 2. Weltkriegs-Thematik in Ego-Shooter-Uniform wohl nicht so geeignet. … und viel mehr muss man dazu auch glaube ich nicht sagen. Den Rest sagt schon die Wertung aus.