
Meinung
Philip Ulc meint: Betrachte ich die reine Shooter-Qualität, kann Bound in Blood nicht mit F.E.A.R. 2 oder gar Killzone 2 konkurrieren – denn dafür sind mir die Gegner allzu leichtes Kanonenfutter. Was der Westernshooter aber richtig gut macht, ist eine spannende Geschichte über verrohte Outlaws zu erzählen, die erst schießen und dann fragen. Viele Wildwest-Klischees wie eine Verfolgungsjagd mit einer Kutsche oder eine Kanufahrt im Indianergebiet feuern in mir die alte Westernliebe an – als ob die Entwickler Filmklassiker durch den Reißwolf geschickt und daraus ein Videospiel gemacht hätten. Die grafische Darstellung begeistert mich, spielerisch hätte es aber ein wenig mehr Open-World-Feeling wie in den Bonusmissionen sein dürfen. Stellt unbedingt auf englische Sprachausgabe, denn die deutsche Synchro ist ein Atmosphäredämpfer.
Matthias Schmid meint: Obwohl ich Kollege Philip zustimme, dass die Shootouts in Call of Juarez mindestens eine Präriemeile von einem Genre-Überflieger wie Modern Warfare entfernt sind und ich Western im TV meide, wie der Teufel das Weihwasser, hat mich Bound in Blood begeistert. Nach dem schwachen Startlevel samt holpriger Massenkampf-Einlagen wurde ich förmlich in die reizvolle Outlaw-Welt gezogen – die McCall-Brüder haben mehr Ecken und Kanten als die Austauschsoldaten der gesamten Call of Duty-Serie zusammen. Außergewöhnlich ist das Spiel immer dann, wenn es sich nicht bemüht, andere Titel zu kopieren: Während Deckungs-Feature und Rail-Shooter-Einlagen überflüssig sind, habe ich das Gefühl einer solch erhabenen Landschaft in kaum einem anderen Actionspiel erlebt. Daumen hoch für Charaktere, Setting und Inszenierung!










