Cronos: The New Dawn – im Test (PS5)

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Mit seinem neuesten Survival-Horror-Titel wandelt Bloober auf den Pfaden von Dead Space, muss sich jedoch Isaac Clarke ­geschlagen geben.

In einem apokalyptischem, sehr nebeligen Polen müsst Ihr als mys­teriöse Reisende im Raumanzug Menschen aus der Vergangenheit retten, um nach einem ­Virenausbruch der Menschheit eine Hoffnung zu geben. In der knapp 16-stündigen ­Kampagne wandert Ihr dafür meistens durch lineare Areale wie U-Bahn-Stationen, Krankenhäuser oder zerstörte Wohnblöcke, um ­Dimensionsrisse aufzustöbern, die Euch in der Zeit zurückbefördern. Nebenbei schnappt Ihr ganz viele Schriftstücke auf, die von der Seuche berichten – und offensichtlich von der Coronapandemie inspiriert wurden.

Die große Gefahr bleibt dabei über die gesamte Spielzeit fast gleich: Mutanten, die sich mithilfe von Leichen zu stärkeren ­Monstern weiterentwickeln können. Um das zu unterbinden, habt Ihr zwei Möglichkeiten: Entweder Ihr verbrennt die Leichen mit ­Feuer oder Ihr sorgt mit Waffengewalt für ein Ende der darwinistischen Bemühungen. Das Prinzip klingt zwar reizvoll, aber da Ihr es abgesehen von Säurespuckern im Grunde meist immer nur mit ­stärkeren Varianten eines Gegnertyps zu tun bekommt, schwächelt das Konzept über die lange Spielzeit.

Das liegt auch daran, dass sich Kämpfe wenig dynamisch anfühlen. Es gibt Manöver wie Ausweichen oder flotte Drehungen, aber im Grunde seid Ihr stetig dazu gezwungen, Eure Schüsse möglichst voll aufzuladen, da Euch sonst ganz schnell die Munition ausgeht. Schläge oder das aus Dead Space bekannte Trittmanöver sind zwar ebenfalls an Bord, aber da es selbst nach einem Upgrade wenig effektiv ist und Gegner eingeschränkt auf Angriffe reagieren, nutzt Ihr Nahkampfattacken hauptsächlich dazu, um Kisten mit Ressourcen zu zerstören.

Apropos Ressourcen: Euer Inventar ist insbesondere am Anfang sehr begrenzt. Jede Waffe, Feuerkapsel oder Munition benötigt einen Slot. Ebenso zusätzliche Objekte wie Wertgegenstände, Auflevel-Kerne oder Rätsel-Items wie Schlüssel. Sogar optionale Waffenfunde, die eigentlich nur eine Modifikation einer bekannten Knarre sind, müssen separat teuer aufgelevelt und ausgerüstet werden. Einen nicht unerheblichen Anteil der Spielzeit verbrachten wir daher mit Backtracking und Item-Management in den verstreuten, sicheren Basen. Das wird zusätzlich dadurch befördert, dass Ihr dort eine der Feuerkapseln kostenlos bekommt, die zum Öffnen diverser Wege nötig sind. Auch holt Ihr hier ständig Euren Bolzenschneider ab, um optionale Türen zu öffnen, die Euch meist reich belohnen. Die Entwickler hätten gut daran getan, dafür andere Lösungen zu finden oder diese Items nicht an das Inventar zu binden.

Diverse Rätsel, in denen Ihr Stromquellen verbindet, mit Gravitationsstiefeln an Wänden lauft oder die Zeit manipuliert, um kaputte Brücken und Mauern zu verschieben, sorgen für Auflockerung, sind aber sehr simpel eingebunden und dienen meist nur als Hindernis. Spaßige Kopfüber­gefechte oder das Errichten von Schutzwänden solltet Ihr nicht erwarten.
Die Geschichte selbst benötigt viel Anlaufzeit und nimmt erst im letzten Drittel Fahrt auf. Bis dahin bleibt vieles von der Spielwelt kryptisch. Auch nach dem ersten der erspielbaren Enden solltet Ihr nicht damit rechnen, dass Euch alle Fragen beantwortet werden und Ihr Euch zufrieden in den Sessel zurückfallen lassen könnt.

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joia
I, MANIAC
joia

danke Max!
wollte trotzdem was von Steffen hören, da ich seine Tests und Meinungen zwischenzeitlich in Bezug auf die Sachen ungefähr einordnen kann. Oder es zumindest glaube 😉

Max Snake
I, MANIAC
Max Snake

Das Side – Scroll Prügelspiel Rouge Like Absolum wurde schon in der aktuellen M! Games Print getestet. Söhnke Siemens findet es super.

joia
I, MANIAC
joia

diesmal finde ich den Tester sehr streng – das Spiel ist – ja, ganz klar subjektiv – besser als die Wertung es darstellt.

Das strenge Item-Management, der ständig eingeschränkte Bewegungsraum, die immer tödliche Umgebung…
Das alles macht den Reiz des Spiels aus – und dass sich die Story ebenso eng an die Situation des Spielers hält, verstärkt den Effekt.

Der Nachteil – das Ganze kann man als unmodern oder zu wenig ausgereift etc… empfinden. Bzw. zählt Steffen Heller im Test die Punkte ja richtig auf, die man – so oder so – auffassen kann. Bei mir kippt das aufgrund der Spielerfahrung eher in ein sehr positives Licht.

Es ist Bloober wunderbar gelungen, eine unglaublich dichte, oft gerade durch die Einschränkungen sogar klaustrophobisch wirkende Immersion zu schaffen, die bis zum bitteren Ende(n) fesselt.

Für mich klar das bislang beste Bloober-Game (abgesehen vom SH2-Remake).

@steffenheller – p.s. schon was von Absolum gehört bzw. auf dem Schirm??? Macht einen interessanten Eindruck und würde mich über Infos freuen. Grüße.

Supermario6819
I, MANIAC
Supermario6819

Da ich nur die Switch 2 habe bleibt mir die Wahl ob Silent Hill F oder Cronos erspart und ich werde nur Cronos spielen.

Zu Maverick:
Was er meistens schreibt und wie er die Spiele sieht deckt sich meistens mit meiner Meinung und daher kann ich mich darauf verlassen.

Eydrian
I, MANIAC
Eydrian

Und die kämpfe von f sind nun mal mist, dass waffen gefühlt nach drei Schlägen kaputt gehen ist an Realismus nicht mehr zu überbieten.

Wenn man den ausweich/dash benutzt bleibt man ständig an kanten der levelbegrenzung hängen.

Wenn gegen die levelbegrenzung schlägt prallt der eigene schlag daran ab der vom gegner nicht, kommt ganz toll wenn man später in Hinokas Haus ist.

Leider alles wahr. 😑

xarjaz
I, MANIAC
xarjaz

Ein “Test” ist immer nur die Meinung einer einzelnen Person. Ich bin auch nur eine einzelne Person und finde das Spiel deutlich besser.

Kratos
I, MANIAC
Kratos

Kann deinen Gedankengang nicht folgen…interpretiert ziemlich viel in meine Aussage das Menschen gelernt haben ihr Hirn auszuschalten und wo ich mich als überheblich darstelle musst du mir mal erklären. Qualitativ kann man Stories durchaus bewerten, Filmkritiker leben schließlich davon. Wenn diese nur nach Production value oder funfaktor werten würden, wären die Marvel und Transformers filme der geilste scheiß, sind sie aber nicht, gibt gute, gibt schlechte, großartig ist sicher keiner, auch nicht beim empfinden ja der Zuschauer, sieht man ja auf Rotten. Klar kann man im Detail Sachen besser finden als andere, und selbst Grütze findet Liebhaber, insgesamt kann man aber trotzdem objektiv sagen, ob die Story Mist, solide oder gar recht gut ist, auch bei Videospielen.

Maverick
I, MANIAC
Maverick

@Kratos Die Story ist imo reine Geschmacksfrage wer dies oder das besser findet ist kein besserer Mensch. Wenn der eine walking dead mag der andere breaking bad oder der andere dexter besser findet ist dass jedem selbst überlassen.

Da muss man sich auch nicht hier als überheblich darstellen nur weil man eine komplexere story besser findet.

Und die kämpfe von f sind nun mal mist, dass waffen gefühlt nach drei Schlägen kaputt gehen ist an Realismus nicht mehr zu überbieten.

Wenn man den ausweich/dash benutzt bleibt man ständig an kanten der levelbegrenzung hängen.

Wenn gegen die levelbegrenzung schlägt prallt der eigene schlag daran ab der vom gegner nicht, kommt ganz toll wenn man später in Hinokas Haus ist.

Oder dieser dicke fette bulletsponge boss det später auch als normaler Gegner kommt.

Und was mir komplett auf den Sack gegangen ist war Hinoka und Shu mit ständigen Partner gesabbel.

Oder die parallelwelt abschnitte, in f nur öde tempelanlagen in andern teilen optisch viel schicker gemacht mit dieser Rost Optik.

Für mich ist klar Cronos besser. Und bei gampro ist es halt wie erwähnt nachvollziehbarer, zumindest für mich. Aber wie gesagt Geschmacksache.

Kratos
I, MANIAC
Kratos

@Revan: Die meisten Menschen haben leider gelernt bei Videospielen komplett ihr Hirn abzuschalten, für die muss eine Story “in your face” präsentiert werden sonst hat es vermeintlich keine Story.Blos nicht drüber nachdenken. Persönlich finde ich auch das man die bei Tests mit bewerten sollte, da sie immerhin Teil des Gesamtwerks ist. Wie viele 80 und 90er Titel ich mittlerweile gespielt habe, von denen ich nach dem Abspann dachte, joa.. hat schon irgendwie Spass gemacht aber ich habe im Prozess definitiv Hirnmasse eingebüßt…hatte jetzt MGS Delta gespielt, war hakelig zu spielen, aber waren die Charakterbeziehungen gut geschrieben und ich hatte mehr über den kalten Krieg und die Kuba-Krise mitgenommen als in der Schule… Silent Hill f steht schon länger auf meiner Liste und nachdem was du geschrieben hast wird es mir sicherlich gut gefallen.

Eydrian
I, MANIAC
Eydrian

@Revan
Großartig beschrieben/beurteilt! 👌🏼

Zu Cronos:
Steht auch auf meiner Liste. Jedoch aktuell ziemlich weit unten. Ich vermute auch, dass wird in ein paar Jahren mal für ein paar Euro mitgenommen und dann auch ein paar Stunden gut unterhalten.

Revan
I, MANIAC
Revan

Silent Hill f ist klar besser als Cronos.

Tiefere Story, kreativere Gegner, bessere Rätsel, deutlich (!!!!) höherer Wiederspielwert, um Welten besserer Soundtrack.

Storykonzept von Cronos:
“Pandemien sind schlecht. Mutanten müssen zerfetzt werden”
und dann natürlich noch die letzten fünf Minuten als Plottwist:
“wer wahrlich liebt, tut seinen Geliebten extrem bösartige Sachen an. Mit Zeitreisen und so.”
Ähm ja. Okay.

Demgegenüber Storykonzept von Silent Hill f:
“Darf man die Eltern enttäuschen, um seinen eigenen Weg zur Glückseligkeit zu finden?
Ist es in Ordnung, eine platonische Freundschaftsbeziehung zum anderen Geschlecht zu pflegen, obwohl die beste Freundin amoröse Gefühle hegt? Deklassiert ein Großteil der Männer Frauen als bloßes Sexualobjekt, nach der Ehe grade noch gut genug für Küche und Kinder kriegen?
Ist es Verrat an den Freunden, wegen ehelicher Pflichten weniger Zeit für sie zu haben?
Sind Personen zu verurteilen, die den gesellschaftlichen Erwartungsdruck nur durch Alkohol und Pillen standhalten können?”

Jeder einzelne Gegner ist eine Manifestation diesen inneren Kampfes von Hinako:

Angefangen bei den Vogelscheuchen, die wie ihre Freunde aussehen und ihr buchstäblich ein Messer in den Rücken rammen über die triebhaften Hunde, welche sie bespringen und offensichtlich penetrieren möchten bishin zu den deformierten Gebärmaschinen, die keinen anderen Existenzzweck mehr verfolgen als die Reproduktion selbst.

Und dann noch Hinako, die als Braut (genauso wie die weiblichen Standard-Gegner) im wahrsten Sinne des Wortes ihr “Gesicht verliert”, also metaphorisch alle Werte aufgibt, für sie sie vor ihrer arrangierten Eheschließung stand.

Das ist einfach alles so durchdacht, so stimmig ineinandergreifend und so grandios auf den Kampf “kindliche Unschuld vs. Verpflichtungen des Erwachsenlebens” ausgelegt, da sind mir die nervigen Bosskämpfe auch herzlich egal.

Maverick
I, MANIAC
Maverick

Naja ich hatte da ja meinen Moment hier gehabt, aber die Wertung ist leider ein scherz, für mich klar besser als Callisto Protocol also somit mindestens ein 80er Kandidat.

Hat mich auch sehr viel mehr unterhalten als silent hill f wo die Wertung ebenfalls ein Scherz ist zumindest vom Nahkampf Kampfsystem.

Da kann ich die tests leider auch nicht nachvollziehen, besonders wenn man die von der gamepro gelesen hat.

Aber nun gut ist ja auch wayne, auch Redakteure haben einen Geschmack und der kann sich logischerweise nicht immer mit anderen usern decken.

Revan
I, MANIAC
Revan

Ist ein solides Game 😊

Wenn man es als Fan-Fiction-Homage an Dead Space/Resi betrachtet und seine Ansprüche auf Eigenständigkeit herunterschraubt, wird man schon ganz gut unterhalten.

Max Snake
I, MANIAC
Max Snake

Momentan passe ich.

Bort1978
I, MANIAC
Bort1978

Steht auf meinem Zettel relativ weit oben, auch wenn Steffen weniger als gedacht begeistert war. Ich warte aber ein gutes Angebot ab.