Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn – im Test (PS3/360)

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Steven Spielberg und Peter Jackson hauchen dem französischen Comic-Klassiker Die Abenteuer von Tim und Struppi in drei Animationsfilmen neues Leben ein, da darf die Videospielumsetzung natürlich nicht fehlen: In 33 Kapiteln besucht Ihr 20 Schauplätze des Kinoerstlings, darunter ein Wüstenpalast, die verlorene Insel und das Schiff von Kapitän Frantz. Dabei mischt das Abenteuer sechs verschiedene Spielmodi zu einem turbulenten Geschicklichkeitsmarathon, der sich sowohl per Joypad als auch PlayStation Move und Kinect steuern lässt: Eine Handvoll Minispielrätsel sind für die Bewegungssteuerung optimiert und deshalb mit dem Pad etwas unhandlich zu bedienen.
Den klassischen 3D-Abenteuermodus mit frei erkundbaren Dorf- und Inselarealen spielt Ihr nur in einzelnen Szenen. Dann gilt es, Spuren zu folgen, Kontakte zu knüpfen und Verfolger abzuschütteln. Meist kraxelt Ihr aber aus der Seitenperspektive durch die Plattformlevels von Anwesen, Schiff und Ruine: Hier überwältigt Ihr Wachen mit Boxcombo und Schleichangriff, um ihre Schlüssel zu klauen. Im späteren Verlauf dürft Ihr auch Fackeln, Granaten und Bälle sammeln, mit denen sich sogar Mechanismen in Gang setzen lassen: Blockiert z.B. das Schiffsgetriebe mit Metallstücken oder lasst einen Sandsack auf die Wippe fallen, um neue Ebenen zu erreichen. Neben den Kletterabschnitten gibt es auch geflutete Höhlen, durch die Ihr taucht oder mit dem Schwimmscooter zischt: Weicht Quallen, Minen und Stachelfischen aus!

Zwischendrin erlebt Ihr Verfolgungsjagden und Kämpfe in drei weiteren Modi: Beim Säbelrasseln schwingt Ihr die Klinge mit Bewegungen respektive Analogstick. Dabei müsst Ihr horizontale und vertikale Angriffe parieren, um Kontertreffer anzubringen – Ihr nehmt es mit bis zu fünf Piraten gleichzeitig auf! Beim Gespann steigt Ihr dagegen abwechselnd aufs Motorrad und in den Beiwagen, um Sprengtonnen auszuweichen und Verfolger mit der Steinschleuder aufs Korn zu nehmen. Ausflüge mit dem Doppeldecker machen das Abenteuer komplett, Ihr schießt Aufklärungsfotos, manövriert den Flieger durch Tunnel und bewährt Euch in Dogfights. Die Einspieler-Kampagne ist recht kurz geraten, Ihr zockt sie in unter fünf Stunden durch! Allerdings gibt es neben dem Kinoabenteuer noch diverse Herausforderungen: In Kapitän Haddocks Träumen dürft Ihr zusätzliche Kraxellevels im Koop-Team und mit wechselnden Figuren spielen, die jeweils eigene Fähigkeiten besitzen – Haddock rempelt Hindernisse aus dem Weg, Struppi spürt Schätze auf und das Schul(t)ze-Duo schwingt den Gehstock. Außerdem besteht Ihr Wettkämpfe beim Fechten, auf dem Motorrad und im Doppeldecker. Bei der Handlung will man nicht zu viel verraten, sie führt nur grob durchs Abenteuer und wird weitgehend mit witzlosen Dialogen erzählt. Filmausschnitte gibt es nicht zu entdecken, sämtliche Szenen wurden eigens animiert.

+ 20 Schauplätze
+ 6 Spielmodi + Bewegungsrätsel
+ unterschiedlich begabte Charaktere

– nur 5 Stunden lang
– fade synchronisiert

Oliver Ehrle meint: Das Geheimnis der Einhorn ist überraschend schnell gelüftet – schon am ersten Abend! Das mag vielleicht im Kino passen, grenzt auf Konsole aber an Frechheit: Zwar kann man mit den Herausforderungen schon noch ein paar Stunden verbringen, grundsätzlich ist dann aber die Luft aus dem Abenteuer raus. Zumal Polygon-Tim alles andere als ein toller Schauspieler und zudem fade synchronisiert ist – eingestreute Gags kommen nicht richtig rüber. Immerhin gestaltet sich dieser eine Abend kurzweilig: Alle Spielvarianten steuern sich vorbildlich und werden im Laufe der Handlung immer wieder um neue Elemente bereichert – so hat man nie das Gefühl, eine Szene doppelt zu spielen. In einigen Plattformlevels ist sogar richtig Grips und gutes Timing gefragt, so lässt man sich den Prince of Persia-Abklatsch gefallen.

Kurze wie spannungsarme Film­umsetzung, die sechs Spielmodi zu einem brauchbaren Geschicklichkeitsmix arrangiert.

Singleplayer62
Multiplayer
Grafik
Sound