Directive 8020 – im Test (PS5)

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Zwischen 2019 und 2022 konnte man quasi die Uhr danach stellen, wann ein neuer Eintrag in die The Dark Pictures-Anthologie folgen ­würde. Mit Abschluss der ersten Staffel verabschiedete sich Supermassive dann in die wohlverdiente Auszeit. Auf der faulen Haut lagen die britischen Horrorenthusiasten aber nicht. Stattdessen werkelte man emsig an Directive 8020 und damit – nach eigener Aussage – dem nächsten Evolutionsschritt der Marke. Nach rund sieben Stunden an Bord der Cassiopeia können wir sagen: Die Vorgänger werden tatsächlich in vielerlei Hinsicht überflügelt, ohne Macken kommt der Weltraum-Grusel ­allerdings nicht aus.

Die Erde steht vor dem Kollaps, Hoffnung winkt aus zwölf Lichtjahren Entfernung in Gestalt des Planeten Tau Ceti f. Der Megakonzern Corinth entsendet ein Kolonieschiff zur Erschließung des fremden Trabanten und es kommt, wie es kommen muss: Der Kontakt mit einer außerirdischen Lebensform sorgt für mächtig Chaos an Bord. Vor diesem Hintergrund schlüpft Ihr in die Rollen der Crew, um wie gewohnt um Euer Leben zu kämpfen – respektive dabei zuzusehen.

Directive 8020 tut es den Vorgängern gleich und entfaltet seine Geschichte mit zahlreichen filmisch präsentierten Sequenzen, auf die Ihr mit Entscheidungen und Handlungen Einfluss nehmt. Frühere Titel schnürten ihr Korsett noch recht eng – einzelne Entscheidungen und vermasselte Eingaben führten oft zu sofortigen, tödlichen Konsequenzen. Im direkten Vergleich verwebt ­”Directive 8020” seine Storyzweige deutlich dynamischer. Selten besiegelt ein einzelner Entschluss das Schicksal einer Figur, stattdessen greifen viele Momente und Faktoren ineinander, um eine organische Entwicklung der Handlung zu gewährleisten. Angesichts dieser komplexeren Verzweigungen gibt das neue Wendepunkt-Feature nun jederzeit die Möglichkeit, die Zeit zurückzudrehen, um Entscheidungen zu überschreiben.

Zwischen allerhand Referenzen auf beliebte Horrorgrößen – etwa ”Alien” und ”Das Ding” – beweist die Handlung zwar wenig Innovationslust, fesselt aber bis zum Ende. Das ist auch den soliden Leistungen der Darsteller, detailverliebten Charaktermodellen, einer tollen Lichtsetzung und generell der gelungenen Atmosphäre zu verdanken. Lediglich hölzerne Animationen und manch unglücklich inszenierte Szene können hier und da an der Immersion kratzen. Verliehen rudimentäre Navigation und regelmäßige Quick-­Time-Events vergangenen Dark ­Pictures noch einen schüchternen Anstrich von Interaktivität, habt Ihr diesmal mehr zu tun. Ihr schleicht an Aliens vorbei, löst kleinere Umgebungsrätsel, interagiert per Nachrichten­system mit der Crew und sucht optional nach Geheimnissen. Klingt spannend? Das ist es zum Einstieg auch, ehe die immer gleichen Schleich­passagen zur läs­tigen Geduldsprobe verkommen. Ja, Directive 8020 ist zweifellos interaktiver als seine Vorgänger, der Spiel­erfahrung tut das aber nicht durchgehend gut.

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