Downtown Nekketsu Koushinkyoku: Soreyuke Daiundoukai All-Star Special – im Test (PS3)

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Diesmal haben wir etwas ganz Spezielles für unsere japanophile Leserschaft ausgesucht: Das kürzlich in Fernost veröffentlichte PS3-Remake der NES-Rauferei Downtown Nekketsu Koushinkyoku: Soreyuke Daiundoukai. Die Prügelexperten von Arc System Works haben sich des Titels angenommen und lassen die pixeligen Rabauken durch neu modellierte Hintergründe streunen. Obwohl das grafische Niveau der frischen Backgrounds maximal gute PS2-Qualität besitzt, kann man das 720p-Ergebnis durchaus als hübsche Melange aus Alt und Neu bezeichnen.

Ihr tretet mit Schulteams zu einer Hinterhof-Olympiade an – mit Wettrennen, Hindernislauf, Klettern und Kloppen. Eure Bitmap-Männchen teilen Faustschläge, Kicks und simple Special Moves aus, zudem dürft Ihr herumliegende Waffen nutzen (von der Bowlingkugel bis zum Baseballschläger). In Kombination mit den nicht immer klar erkennbaren Laufwegen ergibt das ein hampeliges, aber auch lustiges Chaos-Gehopse mit ordentlich Prügelanteil. Scrolling gibt es nicht, die Action springt von einem Bildschirm zum nächsten. Um herauszufinden, welche Aktionen mit Plus- bzw. Minuspunkten bedacht werden, müsst Ihr herumprobieren – sonst geht Ihr als Erster durchs Ziel, steht aber trotzdem nicht oben auf dem Podium. Die Abschlussdisziplinen Klettern und Arena-Prügeln unterscheiden sich dezent: Hier steht weniger das Tempo, dafür mehr das taktische Zuhauen im Fokus.

Trotz nur japanischer Menüs ist die Sprachbarriere für Japanisch-Unkundige überwindbar – mit etwas Geduld baut Ihr im Charakter-Editor lustige Männchen oder setzt die Abfolge der Bildschirme für Euren individuellen Hindernisparcours zusammen. Trotz dieser Zugaben (und der Option, Online-Kämpfe auszutragen), ist der Umfang aus heutiger Sicht mau: Nach 30 Minuten habt Ihr fast alles einmal gesehen und kehrt nur noch zurück, wenn mehrere Leute auf der Couch sitzen.

Matthias Schmid meint: Ich mag die knautschig-kautzigen Figuren der Kunio-kun-Reihe, liebe es, wenn sie sich auf die Mütze geben. Auch das Remake von Downtown Nekketsu besitzt diesen Charme – Sascha und ich hatten beim Mehrspieler-Test durchaus ein paar ”Wie geil ist das denn”-Momente. Leider wiegen diese sowie andere positive Aspekte (z.B. Charakter-Editor, simple Steuerung) die Defizite nicht auf: Die Kontrollen der Rabauken fühlen sich schwammig an, die teils schlecht erkennbaren Routen nerven Neueinsteiger. Solisten ärgern sich zudem über die geringe Prügellust der KI-Gegner – da heißt es nur Hinterherhetzen. Auch der Umfang ist aus heutiger Sicht bedenklich: So genial spaßig wie ein Bomberman ist das Spiel nun mal nicht, da hätten mehr Arenen und mehr Disziplinen nicht geschadet!

  • 4 Disziplinen (2 x Rennen &amp Prügeln, 1 x Klettern &amp Prügeln, 1 x nur Prügeln)
  • simpler Charakter-Editor
  • Sound-Test mit allen Musikstücken
  • niedlicher Mix aus Pixeln &amp Polygonen

Charmanter Ausflug ins Japan der früher 1990er – präsentiert als Chaos-Klopperei. Allein sofort dröge, mit Freunden kurzzeitig unterhaltsam.

Singleplayer53
Multiplayer
Grafik
Sound