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Hinter literarisch hochwertigen Figurenkonstellationen und Dialogen, die im englischen Original durchwegs exzellent, auf Deutsch zumeist ordentlich gesprochen werden, werkelt eine klassische RPG-Mechanik. Krieger mit Schwert und Schild oder Zweihandwaffen, Schurken mit Doppelklingen oder Armbrüsten und Magier unterschiedlicher Ausrichtung nutzen alle dasselbe Bedienschema. Drei Tasten könnt Ihr mit je zwei per Schultertaste wählbaren Funktionen belegen, den Rest Eurer Fähigkeiten, Kampfstile und Zaubersprüche verwaltet Ihr im Ringmenü, dessen Aktivierung den Spielablauf pausiert. Was im RPG-Shooter Mass Effect tadellos schnurrte, artet im taktisch anspruchsvolleren Dragon Age teilweise in wirre Spiegelfechterei aus, zumal die in der PC-Version oft genutzte übersichtliche Vogelperspektive gestrichen wurde. Meist habt Ihr nur Zeit, Euren Hauptcharakter sinnvoll zu steuern sowie bei den anderen Streitern auf die ’Quickheal’-Taste zu hämmern und diese ansonsten ihrer KI zu überlassen. Variantenreich modifizierbar, erinnern die Taktik-Slots Eurer Partymitglieder an die ’Gambits’ von Final Fantasy XII und fangen bei umsichtiger Nutzung das schlimmste Chaos der Echtzeit-Gefechte ab.
Optisch fällt Dragon Age: Origins deutlich gegenüber Mass Effect ab. Teils lieblos aufgepappte, breiige Landschaftstexturen, detailarme Charaktermodelle und Ruckler können durch ausdrucksstarke Mimik nicht wettgemacht werden. Über jeden Zweifel erhaben bleibt die schiere Masse motivierender Betätigungsfelder. Im Laufe der verästelten Hauptquest entfaltet sich nämlich bald eine Landkarte voller Möglichkeiten. Während der abstrakt dargestellten Reise zwischen Magiertürmen, Mittelalterstädten und Trutzburgen erwarten Euch per Zufallsprinzip trottelige Banditen oder gewinnsüchtige Händler. Diverse Kontaktpersonen bieten simpel aufgebaute, aber lohnende Nebenquests an, die sowohl abgebrühte Finsterlinge, als auch barmherzige Gutmenschen ansprechen. Allerlei Kräuter, Sekrete und Rohstoffe laden zum Brauen von Tränken, Konstruieren von Fallen oder Modifizieren von Waffen ein und jeder Eurer Mitstreiter hat eine eigene Geschichte zu erzählen, deren Ergründung Euch zusätzlichen Spielspaß abseits der Hauptstory verspricht.
Insgesamt ein würdiger Nachfolger von BioWares Baldur’s Gate-PC-Saga, der Euch zig Stunden vorzüglich unterhält und mit den bereits angekündigten Download-Inhalten auch schon Nachschub-Quests bereithält.

























Das war schon großes Kino damals.Die Kämpfe waren zwar so lala und oberflächlich und Entscheidungen hatten nie so den Effekt aber die Chars waren echt klasse und man hat einfach das Herzblut gesehen,was die Programmierer da reingesteckt haben.Fand Inquisition eigentlich auch ganz gut,aber da hat man gemerkt das es für “jederman” sein soll und die Ideologie unserer Zeit Einzug gehalten hat.