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| Spiel: | Fallout: New Vegas |
| Publisher: | Bethesda |
| Developer: | Obsidian Entertainment |
| Genre: | Rollenspiel |
| Getestet für: | 360, PS3 |
| Erhältlich für: | 360, PS3 |
| USK: | 18 |
| Erschienen in: | 12 / 2010 |
Eigentlich sollte alles ganz einfach werden. Eure Spielfigur, ein Kurier im Ödland der Mojave-Wüste, musste nur einen platinfarbenen Pokerchip ins Städtchen Primm befördern. Ein paar Sandstürme, Riesenameisen, eine Schießerei mit besoffenen Pulverbanditen – mehr war nicht zu erwarten. Was es mit dem seltsamen Spielstein auf sich hat, war auch egal. Irgendein exzentrischer Einfall der verrückten Kasinobesitzer von New Vegas. Dann kam alles ganz anders: Befördert wurde nur einer, nämlich Ihr. Per Kopfschuss ins Grab. Rien ne va plus. Ausgeknipst von einem Lackaffen im karierten Smoking. Soweit die Vorgeschichte zu Fallout: New Vegas.
Dass das Spin-off zu Fallout 3 keine Fortsetzung im eigentlichen Sinne darstellt, merkt man schon an der Präsentation, die technisch keine Weiterentwicklung zum Vorgänger erkennen lässt. Lediglich der Himmel über Las Vegas ist blauer als der über Washington, Nevadas Horizont wirkt weiter. Dadurch werden leider nicht nur die Grenzen des neuen Mojave-Ödlands sichtbar, welches ein wenig kleiner als das Capital-Wasteland aus Fallout 3 ausfällt, dafür aber wesentlich mehr Locations zu bieten hat. Auch die Grenzen der Engine, die schon 2008 nicht mehr taufrisch war, treten klar hervor. Matschige Landschaftstexturen und steife Animationen lassen Grafikfetischisten höhnisch auflachen und fragen: Nur mehr vom Selben?
Diese Frage können wir klar mit nein beantworten, denn obwohl New Vegas in einigen Belangen nicht an sein Vorbild heranreicht, ist es keinesfalls ein schaler Aufguss und erweitert das bekannte Spielerlebnis mal drastisch, mal subtil. Allein atmosphärisch haben die Landstriche um das Sündenbabel New Vegas abseits aller Grafikmäkelei einiges zu bieten. Zwar müsst Ihr Euch von den grandios dräuenden Nuklearwolken des Capital-Wasteland verabschieden, doch plötzlich vorbeiwirbelnde Sandteufel, farbenfrohe Sonnenuntergänge und geheimnisvoll schillernde Wasserflächen injizieren ein Quäntchen Western-Romantik ins Grau der Postapokalypse. Eine aus bekannten Country-Nummern und Songs des Rat Packs zusammengesetzte Liedauswahl unterstreicht die Stiländerung auch im Radioprogramm des Spiels, welches leider nicht mehr so geschickt mit der Handlung verknüpft wird wie das des Vorgängers.










