FIFA 10 – im Klassik-Test (PS3 / 360)

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Helle Aufregung im Strafraum: Stürmer FIFA wirbelt durch die Abwehrreihen der japanischen Konkurrenz, das Publikum peitscht mit Sprechchören wie ”Das beste FIFA aller Zeiten” den jahrelang geschassten Fußball-Simulanten – pardon, die Fußball-Simulation – an. Denn FIFA hat sich von einer Arcade-Bolzerei kontinuierlich zu einer exzellent spielbaren Simulation des Rasensports gemausert. Die Verteidigungsarbeit des Gegners PES im Sinne des Spielspaßes war allerdings superb, wie Schiedsrichter M! im letzten Jahr urteilte. Wie gesagt, das war im letzten Jahr. In der neuen Spielzeit lässt EA große Modi-Neuerungen aus und feilt hingegen an der Spielmechanik, die Grafik-Engine aus FIFA 09 kommt in aufgebohrter Version zum Zuge.

Mit der Bundesliga-Lizenz und zahlreichen weiteren Liga-Rechten ist FIFA 10 konkurrenzlos. Der dynamische ’Be a Pro Modus’ sowie neben dem ’Exhibition Match’ das Herzstück des Spiels, der Manager-Modus, sind erweitert: Transfers hängen von der Reputation und dem Finanzspielraum des Clubs sowie der Konkurrenz innerhalb des Teams ab. Podolski wird sich beispielsweise als vierter Stürmer trotz Millionen­gehalts nicht verpflichten lassen. Auf dem Grün lockt die viel gepriesene 360°-Steuerung, die das gängige Acht-Wege-System ablöst. Das erlaubt feineres Dribbling und ermöglicht Spielern, in Lücken im Gegnerfeld vorzustoßen. In der Tat tänzeln und passen wir gelegentlich durch scheinbar undurchdringliche Abwehrreihen. Das liegt auch daran, dass sich unsere Mitspieler schlau freilaufen, sich durch Handzeichen effektiv bemerkbar machen und realistische Laufwege einschlagen. Allerdings gerieten Steilpässe viel zu gefährlich, trotz maximal tiefer Verteidigerlinien sind lange Pässe in die Spitze oft von Erfolg gekrönt und lassen den Stürmer einsam auf den Keeper zulaufen. Dadurch fallen viele Tore, sofern Ihr die 1-gegen-1-Situationen nutzt. Den herauslaufenden Torwart zu veräppeln, ist immer noch zu schwierig, kurioserweise sind die in der Realität technisch anspruchsvollen Lobs nach wie vor die sicherste Methode, frei vor dem Tor zu agieren. Dafür stellen Tricks im Allgemeinen und das neue ’Skilled Dribbling’ (besondere Kabinettstückchen) Eurer Stars im Besonderen ein wesentliches Werkzeug dar, um das Mittelfeld zu überbrücken. Denn die Verteidiger stören durch simplen Knopfdruck massiv das Aufbauspiel und gelangen ohne Mühe an den Ball – auch die Defensive profitiert von der 360°-Steuerung. Daher trickst Ihr mit gehaltener Schultertaste und rechtem Stick oder schirmt per weiterer Schultertaste ohne Drücken einer Richtungstaste den Ball mit dem Körper ab – richtig, im ­Eifer des Gefechts sind die Kontrollen recht komplex.

Die arcadelastige Wii-Version von FIFA 10 ist grafisch schwacher Spaßfußball mit wenig Spielmodi (Einzelspiel, Saison, Turnier), aber guter Spielbarkeit mit drei Steuerungsvarianten und launigen Ideen: Füllt durch gutes Pass-Spiel eine ’Momentum’-Anzeige und schießt präziser oder trickst variantenreicher.

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