Flint: Treasure of Oblivion – im Test (PS5)

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Schlüpft in die Rolle des titelgebenden Piratenkapitäns, der zum Auftakt in der typischen Seemannsbredouille steckt. Nach verlorener Schlacht treibt Ihr schiffbrüchig auf hoher See und knabbert bereits verzweifelt am Bein Eures treuen Gefährten, als ein französisches Schiff die vermeintliche Rettung bringt: Eure Tarnung als Händler fliegt auf und Ihr findet Euch in Gefangenschaft wieder. Hier erfahrt Ihr jedoch von einem sagenumwobenen Schatz, der Euer Piratenherz höherschlagen lässt. Ein paar Keilereien und Schmeicheleien später seid Ihr wieder auf freiem Fuß und bereit für Euer großes Abenteuer.

Stichwort ”Keilereien”: Die bilden das spielerische Fundament und präsentieren sich als klassisch rundenbasierte Taktikgefechte mit Würfelmechanik. Der Auftakt führt grundlegend an das komplexe Kampfsystem heran. Für den vollen Durchblick kommt Ihr aber nicht drum herum, das umfangreiche Regelwerk im Menü zu studieren. Ein Umstand, der gleich zu Beginn ungelenk den Wind aus den Segeln nimmt, zumal nicht unwesentliche Teile der Bildschirmtexte mikroskopisch klein geraten sind. Nehmt Ihr ­diese Hürde, belohnt Euch der Flint aber mit spaßigen Konfrontationen, die fordern, ohne zu frus­trieren. Das Kampfsystem baut auf ausgerüsteten Waffen- und Unterstützungskarten, die Ihr im Verlauf findet und erwerbt. Die Effektivität ihres Einsatzes wird allerdings von Würfeln bestimmt, wie man es aus Pen&Paper-Titeln kennt. Zunächst simpel, eröffnen sich später diverse Aktionen, Kombinationen und Wechselwirkungen; insbesondere, weil Eure Crew im Spielverlauf zuverlässig wächst – taktisches Kalkül wird immerzu belohnt.

Zwischen den bald ziemlich ausschweifenden Gefechten treibt Ihr eine wenig überraschende, aber durchaus unterhaltsame Handlung voran, indem Ihr Kapitän Flint durch recht ansehnliche Schauplätze in isometrischer Perspektive steuert, nach Ressourcen Ausschau haltet und Gespräche führt. Letztere werden in schicker Graphic-Novel-Manier präsentiert und sorgen so für eine frische Stilistik. Schade nur, dass die ”D&D”-Inspiration außerhalb der Kämpfe vermisst wird: Abgesehen von ein paar Würfel-Checks bei verschlossenen Truhen oder ähnlichen Unterfangen gewährt Euch Flint nicht viel Raum, ­individuell zu agieren. Vielmehr erwartet Euch ein kompakt-lineares ­Piratenabenteuer, das über seine Laufzeit von rund zehn Stunden gut unterhält.

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