Formel Eins 2001 – im Klassik-Test (PS)

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Im Gegensatz zu den Arcade-Modi von Konkurrenzprodukten macht System 33 unlauteren Abkürzern einen dicken Strich durch die Rechnung: Wer dreimal über Kiesbett oder Wiese brettert, anstatt brav die Schikane zu durchfahren, wird mit einer fünfsekündigen Drosselung des Motors bestraft. Während Ihr in Folge auf der Geraden mit 100 km/h dahinzuckelt, holt sich die Konkurrenz die vorderen Plätze zurück.

Ungleich wichtiger als kurzweilige Bleifuß-Action ist bei einem F1-Titel aber immer noch eine akkurate Simulationsvariante. Im Grand-Prix-Modus schenken Euch die Entwicklerteams auf beiden Plattformen nichts: Habt Ihr jeweils den Experten-Schwierigkeitsgrad gewählt, fahren die KI-Konkurrenten ausgesprochen aggressiv und ihre Fähigkeiten befinden sich auf Weltklasseniveau. Und im selben Maße scheinen Eure Lenk- und Bremskünste auf Fahrschullevel zu sinken, denn plötzlich verzeiht die unnachgiebige Physik keinen Fehler mehr. Auf der PSone dürft Ihr zumindest noch Hilfen wie Traktionskontrolle oder ABS zuschalten, bei der PS2-Version seid Ihr in der Profivariante dagegen vollkommen auf Euch gestellt. Auch wurde in 128 Bit etwas mehr Wert auf Realismus gelegt – so kommt Ihr beim verfrühten Beschleunigen aus der Kurve schnell ins Schleudern oder werdet durch verschmutzte Reifen erheblich beeinträchtigt. Noch vorsichtiger müsst Ihr fahren, wenn das Schadensmodell auf ‘realistisch’ eingestellt ist: Während Ihr sonst nur wegen abgefahrener Reifen oder leerem Tank an die Box fahrt, genügt bei größter Wirk­lichkeitsnähe das Touchieren eines gegnerischen Wagens, um ein paar aerodynamisch wichtige Teile loszuwerden.

An diesen dürft Ihr Genre-typisch natürlich ein bisschen herumschrauben: Während die PSone-Version mit einem äußerst spartanischen Textmenü aufwartet, das Euch gerade mal das grobe Verstellen von sieben Werten erlaubt, fordert die PS2-Fassung Eure Fähigkeiten als Ingenieur. Ob Übersetzung, Bodenabstand, Winkel der Flügel oder punktgenaue Einstellung der Federdämpfung – 19 Werte lassen sich optisch ansehnlich aufbereitet justieren und für jeden einzelnen Boliden und jede Strecke gesondert auf Memory Card ablegen.

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