Full Spectrum Warrior – im Klassik-Test (Xbox)

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Obwohl die atmosphärische Third-Person-Optik Action im Stil von Rainbow Six und Conflict: Desert Storm erwarten lässt, nehmt Ihr doch nie selbst das Sturmgewehr in die Hand oder manövriert direkt einen einzelnen Soldaten. Ihr erteilt nur Befehle, was via Cursor geschieht, der in Sichtweite über den Boden bewegt wird – auf Knopfdruck begibt sich das Kämpfer-Quartett zur gewünschten Position. Geschossen wird, wenn es die KI für richtig hält, Ihr bestimmt nur den Bereich, der anvisiert werden soll oder weist – durch längeranhaltenden Knopfdruck – starkes Sperrfeuer an. Begrenzt vorhandenes explosives Material setzt Ihr hingegen direkt ein: Feuert Raketen und werft Handgranaten, um die Deckungen der Gegner in die Luft zu jagen oder nutzt Rauchbomben, um im Schutz grauer Schwaden eine Frei­fläche zu überqueren.

Kein direktes Ziel für die Feinde abzugeben, ist das elementare Spielprinzip von Full Spectrum Warrior. Nie darf das Team ungedeckt sein, stets bewegt Ihr Euch geduckt von Hausecke zu Auto zu Mauer zu Hausecke, bis Ihr einen vorgegebenen Wegpunkt erreicht habt, wo Ihr neue Befehle in Empfang nehmt. Befinden sich die Soldaten hinter einer Deckung, erscheint ein Schildsymbol über ihren Köpfen. Die einfache ­Bedeutung: Der Feind darf wie wild drauflos ballern – Euren Leuten kann nichts geschehen. Doch dasselbe gilt auch für verschanzte Widerständler! Hier zahlt es sich aus, dass Ihr stets mit zwei Trupps unterwegs seid, ­zwischen denen nach Belieben hin- und hergeschaltet wird. Während Team Alpha den Gegner festnagelt, schleicht sich Team Bravo in dessen Rücken und schaltet ihn aus. Ein griffbereites GPS-Gerät mit Übersichtskarte unterstützt Euch beim Aushecken der richtigen Taktik.

Full Spectrum Warrior besitzt nicht nur deshalb eine beklemmende ­Atmosphäre, weil an jeder Ecke der Tod auf Eure Männer lauert. Auch ­Optik und Akustik machen den Straßenkampf zum eindringlichen ­Erlebnis: Staubige Stra­ßen, brennende Paläste, zerstörte Häuser, Gerümpel, Autowracks – grau-braune, in der Ferne verschwimmende Farben zeichnen das bedrückende Bild einer umkämpften Stadt, durch die zu ­allem Überfluss auch noch Sand­stürme fegen. Für die passende ­Soundkulisse sorgen markiges ­Militär-Geschrei, sphärische, fernöstliche Klänge und vielfältiger Waffenlärm.

Eine hübsche Idee ist die Unterstützung von Xbox Live: Zwar sucht Ihr vergeblich nach einem Online-Deathmatch, dafür lässt sich die gesamte Kampagne zu zweit bestehen – jeder Spieler übernimmt ein Kampfteam. Noch nie war das Headset derart ­unverzichtbar.

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