Gun – im Klassik-Test (PS2 / Xbox)

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Wer wie Neversoft-Boss Joel Jewett einen richtig guten ­Western produzieren will, kommt um ein paar Klischees nicht herum: Markante Schurken, ein einsamer Held und eine Horde Indianer gehören ­einfach zum guten Ton einer jeden Pferdeoper. GUN bildet da keine Ausnahme: Kurz bevor Trapper Ned White auf einem gekenterten Flussdampfer sein Leben lässt, klärt er seinen Sohn Colton über dessen wahre Herkunft auf. Getrieben von Rache und auf der Suche nach Antworten reitet Colton nach Dodge City, heuert in Empire City als Hilfssheriff an und nimmt schließlich den Kampf gegen den psychopatischen Ex-Kavaleristen Thomas Magruder auf.

Was auf dem Papier recht abgedroschen klingt, hat Neversoft mit viel spielerischer Finesse inszeniert. Pa­rallelen zeigt der erbarmungslose ­Rache-Western dabei mit keinem ­Geringeren als Grand Theft Auto: GUN entlässt den Spieler nach dem Tutorial in eine frei erkundbare Welt ohne ­Ladezeiten, allerdings in deutlich ­kleinerem Ausmaß als die ­Gangster-­Action. Auch läuft die Story in linearen Bahnen – aus dem Handlungs­korsett ausbrechen könnt Ihr nur, um Nebenjobs zu erfüllen. Diese sind zwar optionaler Natur, ­belohnen Euch ­jedoch mit Geld und verbessern Eure Fähigkeiten. Die Auswahl an lukrativen Dienstleistungen ist groß: Arbeitet für den Pony-Express, treibt Kühe und Pferde zusammen, geht auf Kopfgeldjagd, schürft nach Gold, spielt Poker oder setzt Euch als Hilfssheriff für Recht und Ordnung ein. Das Pferd sorgt für die nötige Mobilität, wenn Ihr zwischen den Städten pendelt oder die Prärie nach Banditen absucht. Western­typisch wird natürlich auch viel ­geballert. Das vielseitige Waffenangebot übersteigt das Offensivrepertoire echter Cowboys bei weitem: Colts, Gewehre, Schrotflinten, Pfeil und Bogen, Molotowcocktails und Kriegsbeile finden sich in Eurer Satteltasche. Besonders ­mutige Zocker verzichten auf das Fadenkreuz und schaltet zum Zielen in die Ego-Sicht. Letztere kommt automatisch zum Einsatz, wenn Ihr den Schnellzieh-Modus aktiviert. Dann könnt Ihr in Zeitlupe durch kurzes ­Antippen des Analogsticks zwischen den Zielen durchschalten – die damaligen Revolverhelden hätten sich über eine derartige Hilfestellung ­gefreut.

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