ilomilo – im Klassik-Test (360)

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Wer Schweden sagt, lässt im selben Satz meistens auch das Wort Möbel fallen. Dass die Skandinavier nicht nur Stühle oder Tische, sondern auch ein gutes Videospiel entwerfen können, beweist SouthEnd Interactive eindrucksvoll mit dem 3D-Puzzler ilomilo. Der besticht durch sein Art-Design: Das ist schlicht sensationell und lässt in Sachen Kreativität viele Vollpreistitel alt aussehen.

Die Freunde ilo und milo muss man einfach in sein Herz schließen: Mit ihren rechteckigen Stoffkörpern, den schwarzen Knopfaugen sowie kleinen Stummelärmchen und -beinchen bilden sie einen wundervoll unbeschwerten Kontrast zum sonst gängigen Action-­Stereotyp. In jeder Spielminute ist die Detailverliebtheit der Entwickler zu spüren. Sei es der verträumte Soundtrack oder die in Standbildern präsentierte Geschichte: ilo und milo, die an gegenüberliegenden Seiten eines Parks wohnen, treffen sich Tag für Tag in selbigem, um Apfeltee zu trinken und Kekse mit Ahornblattgeschmack zu essen. Irgendwie scheint sich der Park aber jeden Tag zu verändern, so dass die beiden Freunde Mühe haben, sich zu finden. Da kommt Ihr ins Spiel: Ihr müsst die beiden in über 50 Levels wieder zueinanderführen.

Zum Glück ist ilomilo nicht nur außen hui, sondern auch innen. Jedes Level besteht aus Würfeln, die teilweise zu sehr verzweigten Gebilden aneinandergereiht sind und frei im Raum schweben, so dass sie von jeder Seite gut einsehbar sind. Per Knopfdruck wechselt Ihr zwischen den beiden Protagonisten. Je weniger Schritte Ihr benötigt, bis sich die Freunde treffen, desto besser werdet Ihr bewertet. Reicht es zu Beginn, mit einem Würfel eine Lücke im Pfad zu füllen, fordert das Leveldesign recht schnell einiges an Hirnschmalz. Dann erstrecken sich die Wege kreuz und quer in alle Himmelsrichtungen, wachsen in die Höhe und können an bestimmten Stellen von mehreren Seiten beschritten werden.

Langweilig wird der Titel bis zum Schluss nicht. Immer wieder bringen neue Spielelemente einen frischen Dreh in das Spielprinzip: Hundeartige, ebenfalls würfelförmige ’Wanderer’, die auf der Suche nach Äpfeln die Levels durchstreifen und bei jedem Schritt einen grunzenden Laut von sich geben, lassen sich von Euch als Reittier zweckentfremden. An anderen Stellen versperren Euch springteufelähnliche Wesen den Weg. Außerdem greift Ihr im Spielverlauf auf unterschiedliche Hilfswürfel zurück. Einige transportieren Euch in die Luft, durch andere fallt Ihr hindurch und findet Euch anschließend kopfüber auf der unteren Seite des Levels wieder.

Mit Bonuslevels, charmanten Gastcharakteren, Mehrspieler-Modus und massig freischaltbaren Boni wie Musik, Artworks oder das 8-Bit-Spiel ilomilo shuffle stimmt bei einem Preis von 10 Euro zudem auch der Umfang.

Charmante Knobelei mit entspannter Atmosphäre und ansehnlicher Grafik.

Singleplayer85
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