Killzone 2 – im Klassik-Test (PS3)

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Doch auch die normalen Helghast-Einheiten zeichnen sich durch angenehm unterschiedliche Vorgehensweisen aus: Während so mancher mit gezogenem Messer heranstürmende Maskenmann den Begriff ’Kamikaze-Fußsoldat’ verdient, machen Euch die gut geschützten Flammenwerfer-Einheiten das Leben schwer – sie rappeln sich sogar vom Boden wieder auf. Noch kniffliger ist der Mann mit der Chaingun: Seine Metallpanzerung knackt Ihr nur mit dem Raketenwerfer; ist keiner zur Hand, dann feuert auf sein Gesicht, bis er Euch erschöpft den Rücken zuwendet – ein ganzes Magazin in Richtung des dort ­platzierten Gastanks und der Koloss ist Geschichte.

In Deckung geht Ihr mit der L2-Taste – eine Lektion, die Euch die Entwickler schon früh beibringen. Im Gegensatz zu Rainbow Six Vegas 2 wechselt die Spielperspektive dann aber nicht zur Third-Person-Sicht. In Killzone 2 lehnt Ihr Euch im Ego-Modus an Wände oder Kisten. Ein Druck auf den Analogstick genügt dann, um aus der Deckung zu schnellen und Feinde ins ­Visier zu nehmen. Während das bei niedrigen Hindernissen problemlos abläuft, funktioniert das Bewegen im Deckungsmodus nicht optimal – mal stehen Kollegen im Weg, mal könnt Ihr nicht um die gewünschte Kante lugen. Eine Bereicherung für den Spielablauf ist dieses Feature dennoch: Durch Ausnützen der Deckungsmöglichkeiten rückt Ihr leichter vor und vermeidet so ­manchen digitalen Exitus. Nur schwach ins Spielgeschehen eingebunden wurde hingegen die Sixaxis-Steuerung – beim Snipern ist die Feinjustierung via Analogstick komfortabler; das Aktivieren von Sprengsätzen oder Hebeln geht als nette Spielerei durch, die aber ­keinen echten Mehrwert darstellt.

Mehr Wert hat da schon die Grafik. Killzone 2 macht den 2005er Rendertrailer endgültig vergessen und verweist sogar die Ego-Shooter-Referenz Call of Duty 4: ­Modern Warfare in die Schranken (trotz schwächerer Texturen sowie eintönigerer Farbpalette) und wirkt ­insgesamt stimmiger, echter, schmutziger und wuchtiger. ­Neben den vielen feinen Details (von kleinen Klappen und Hebeln an den Waffen bis hin zu glühenden ­Gewehrläufen der Geschütze) tragen die Animationen wesentlich dazu bei. Guerrilla mixt physik­basierte Bewegungen der Körper mit Motion-Capturing-Verfahren; das macht das Stiefeln, Springen, Stürzen und Sterben der Helghast-Einheiten zum Genuss. Ganz nebenbei vermitteln die zuckenden Leiber eine perfekte Rückmeldung Eurer Treffer.

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Max Snake
10. Juni 2025 9:20

Weil Guerilla entschlossen hat keine Killzone zu entwickeln, da die Ego – Shooter übersättig sind. Call of Duty und Battlefield dominieren sich.

xarjaz
10. Juni 2025 6:20

Ein tolles Spiel im Singleplayer. Leider habe ich den MP nie auch nur ausprobiert, weil es für mich damals unvorstellbar war, einen FPS auf dem Gamepad gegen andere zu spielen. Heute würde ich schon mal reinschauen… Vielleicht ringt sich Sony ja doch noch einmal zu einer eigenen FPS Serie durch. Es ist schon erstaunlich, dass man sich da bei fast 20 hauseigenen Studios, viele unter den klangvollsten Namen der Branche, so gar nix zutraut, und sich stattdessen ganz auf CoD verlässt.

captain carot
8. Juni 2025 12:17

Ich hab das erst sehr spät nachgeholt und es war ok, hat mich aber auch nicht umgehauen.

Größter Pluspunkt ist vielleicht die Eigenständigkeit. Es gab damals nicht viel was sich wie Killzone spielte und heute noch viel weniger. Wobei gerade das für Teil 3 dann schon weniger gilt.

KI: es gibt dümmere, aber gegenüber Titeln wie FEAR (verbuggte PS3 Fassung außen vor) wirkte das jetzt auch nicht so smart. Allerdings ist es auf der anderen Seite erschreckend, wie doof die KI in vielen Spielen heute agieren kann wenn man sich Highlights von vor fast 20 Jahren anguckt.

Visuell musste die Reihe natürlich Federn lassen. Aber das Design der Reihe kann sich bis heute sehen lassen. Da gibt es auch nicht so viel vergleichbares. Für meinen Geschmack ist gerade Killzone 2 gerne mal zu graubraun. In Verbindung mit dem Sounddesign kann man sich das auch heute noch geben. Aber man merkt hier schon dass es damals auch von der Technik gelebt hat.

Max Snake
7. Juni 2025 9:54

Was für eine Grafik Bombe aus der Playstation 3 und clever KI.

Die Steuerung fühlt sich ungewohnt, sollt sich wie eine schwere Waffen anfühlen.

Besitz noch den schicken Steelbook.

Lincoln_Hawk
6. Juni 2025 22:15

Teil 4 ist mmn auch richtig gut
Nur leider zum Start (hatte die bundle Edition)unspielbar verbugt..
Aber heute ja völlig akzeptiert
Fazit:Mir gefallen alle Teile aber Teil 1 hat noch einen kleinen Nostalgie Bonus

Nipponichi
6. Juni 2025 19:45

Den zweiten Teil halte ich nach wie vor für den besten Teil der Reihe. Die hammerhart geilen Stellungsgefechte, fand ich richtig klasse. Leider kam Teil 3 da nicht mehr ganz hin, auch wenn dieser immer noch besser ist, als Teil 4.

Ich hätte gerne mal eine physische Collection der ersten drei Teile für PS4/5.

Walldorf
6. Juni 2025 18:57

Oder ein Remake mit der aktuellen Decima-Engine.

Mayhem
6. Juni 2025 18:06

Lieber Teil 3 mit der legendären Grafikwertung 11 von 10

Spacemoonkey
6. Juni 2025 15:18

das hätte ich ganz gern in 4k120fps