Kingdom Come: Deliverance II – im Test (PS5)

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Bereits im letzten Sommer machten wir erste Schritte im digitalen Kuttenberg des frühen 15. Jahrhunderts. Die großzügige Hands-on-Session reichte aber seinerzeit allenfalls dazu, an der Oberfläche von Kingdom Come: Deliverance II zu kratzen – dem vielversprechenden Ersteindruck stand dieser Umstand kaum im Weg. Tatsächlich entließ uns der Einblick in die Fortführung des ambitionierten Mittelalter-Abenteuers sogar mit Vorfreude in die Wartezeit, und für den jetzigen Test haben wir zahllose weitere Stunden in und um Kuttenberg verbracht.

Kingdom Come: Deliverance II setzt quasi nahtlos am Erstling an. An der Seite von Hans Capon – Eurem extrovertierten Chef und ulkigen Freund – begebt Ihr Euch auf einen wichtigen Botengang, der im Desaster endet. Eure Entourage wird überfallen, Ihr und Hans entkommt dem Unheil mit einem blauen Auge. Na ja, ein bisschen mehr als ein blaues Auge ist es schon, führen Eure Blessuren doch zum genretypischen Verlust Eurer Fähigkeiten aus dem Vorgänger. Ihr startet also bei null und erarbeitet Euch langsam, aber sicher wieder den alten Glanz. In den ersten Spielstunden bedeutet das vor allem, dass Ihr Euch noch mal mit den elementaren Systemen des Spiels vertraut macht. Kommt Ihr nicht gerade aus einem frischen Durchgang des Erstlings, ist das essenziell, rückt doch auch die zweite Episode nicht von ihrem komplexen Grundgerüst ab. Im Gegenteil: Wie man uns bereits vor einigen Monaten versicherte, sei Kingdom Come: Deliverance II als Evolution und weniger als Revolution des ersten Teils angelegt – eine Aussage, die sich im fertigen Spiel bestätigt.

Wie schon der Vorgänger tänzelt auch Teil 2 auf dem schmalen Grat zwischen klassischem Rollenspiel und realistischer Mittelalter-Simulation. Will heißen: Sämtliche Aspekte setzen auf einen faszinierenden, aber auch strengen Realismus, der den Zugang – gerade für Neulinge – sperrig macht. Die vielschichtigen Konfrontationen mit Feinden finden beispielsweise ein jähes Ende, wenn Ihr Euch nicht im Schwertkampf übt und ordentlich ausrüstet. Gerade zu Beginn ­dürfte Euch so ziemlich jeder Waffenknecht wie eine unbezwingbare Hürde vorkommen – und das, obwohl das Kampfsystem deutlich zugänglicher ausfällt. Ausrüstung will derweil langwierig geschmiedet, kostspielig erworben oder risikoreich gestohlen und dann regelmäßig instand gesetzt werden. Auch Eure Erscheinung spielt eine Rolle: Präsentiert Ihr Euch als schmutziger Lump, empfangen Euch Menschen mit unfairer Abscheu; als schick gekleideter Schein-Aristokrat ist Euch ihre Gunst hingegen gewiss. Bestreitet Ihr eine verbrecherische Laufbahn, solltet Ihr Euch auch dann nicht allzu sicher fühlen, wenn Ihr nicht auf frischer Tat ertappt werdet – das clevere Fußvolk zählt angesichts verdächtiger Aktionen gern mal eins und eins zusammen. Und wem Ihr Euer Diebesgut anbietet, solltet Ihr Euch gut überlegen, sind Händler doch häufig skeptisch und scharfäugig. Deliverance II ist bis in die sprichwörtlichen Haarspitzen von solcher Detailverliebtheit durchsetzt und dreht dabei an den richtigen Stellschrauben im Vergleich zum Vorgänger. Das resultiert folgerichtig in einer authentischen und organischen Welt, der man die Leidenschaft des Entwicklerteams anmerkt.

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captain carot
2. April 2025 8:52

Wertungen sind eh nie wirklich objektiv. Insofern haben auch gut begründete schlechte Wertungen ihren Wert. Man sieht nämlich im Idealfall auch klar den Grund für die Kritik. Und das kann im Einzelnen durchaus auf einen selbst zutreffen.

Was mich angeht, ich freue mich darauf, KCD2 dieses Jahr irgendwann zu spielen. Ich fand schon den Vorgänger top, gerade auch weil er manches anders macht als viele andere Rollenspiele und die Welt definitiv ihre Alleinstellungsmerkmale hat.

Kickbox360
2. April 2025 0:06

Kann die Wertung leider 0 nachvollziehen, alles unter 90 ist eine Frechheit!

Die Wertung ist auf 88% gerutscht, weil paar inkompetente Magazine eine Wertung zwischen 50 und 70% gegeben haben, sowas kann man nicht ernst nehmen.

JonnyRocket77
2. April 2025 0:00

Eines dieser Spiele die ich bestimmt erst in Monaten kaufen werde, aber jetzt schon weiß, dass ich dann vermutlich ziemlich viel Zeit damit verbringen werde. Ich freue mich aufs Mittelalter.

Gotthund
1. April 2025 9:04

ich finds absurd. Gerade im Vergleich zu anderen, teils viel sperrigeren Titeln. Was hat ein Dark Souls 3 oder Elden Ring hier nochmals als Wertung gehabt? Für mich persönlich sind beides ziemlich schlechte Spiele, und trotzdem kann ich die Qualität unabhängig von meinem Geschmack objetiv würdigen. 84 für dieses Meisterwerk sind einfach ein Witz.

Illstar
1. April 2025 7:04

87-88 auf Metacritic, 89 bei Opencritic. Also ich denke nicht, dass man da mit 84 von einer absurden Wertung sprechen kann.

Max Snake
1. April 2025 0:13

Es ist schön von Warhorse Games bei den Kämpfen zugänglich machen. Trotzdem schreckt mich einfach ab. Da brauche ich menge Zeit in Abspruch zu nehmen.

Da hat sich Kevin Pinhao viel Mühe gegeben.

Spacemoonkey
31. März 2025 23:22

ich liebe es wie schon den vorgänger und wünsche mir als nächstes sowas in einem cyberpunksetting von diesem team

Gotthund
31. März 2025 23:08

Selten eine so absurde Wertung gesehen auf dieser Seite wie diese hier. Es gibt so viele Bereiche, wo dieses Spiel anderen open world Spielen deutlich überlegen ist und was es zu einem der besten Spiele dieser Generation macht. Besonders im Rollenspiel Genre. Natürlich ist es nicht für jeden geeignet und der Einstieg sperrig, aber das sind hochgejubelte Spiele wie Gran Turismo oder Dark Souls auch. Jeder hat seinen eigenen Geschmack, aber wer Tests schreibt, sollte doch auch versuchen, ein wenig objektiv zu sein.