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Ihr macht einmal mehr die Schwachpunkte äußerst individuell agierender Monster aus und prügelt beherzt mit einer Waffe Eurer Wahl auf sie ein. Der Titel nimmt Neulinge dabei gelungen an die Hand und führt sie im Spielverlauf behutsam an immer bedrohlichere Ungeheuer heran. Bereits im Zuge der Hauptgeschichte warten dabei allerhand beeindruckende Biester darauf, in elektrisierenden Konfrontationen erlegt zu werden. Wohlplatzierte Treffer zu landen, nachdem man einem feindlichen Angriff gekonnt ausgewichen ist, fühlt sich dabei so befriedigend an wie eh und je. Audiovisuell erstklassig präsentiert, brachte uns manch toll inszenierte und musikalisch wie soundtechnisch grandios untermalte Jagd regelrecht zum Jubeln.
Ein erfreulicher Eindruck, der auch in diversen Neuerungen begründet liegt, die das bewährte Spielprinzip sinnvoll ergänzen. Im Laufe der Gefechte tragen Monster nun etwa Wunden davon, die Ihr gezielt via Fokusangriff ins Visier nehmt. Das erweitert die Konfrontationen um eine spaßig-taktische Komponente, erleichtert die Jagd auf spezifische Ressourcen und schmückt nicht zuletzt den Bildschirm mit befriedigend saftigen Schadenszahlen. Auch die Option, Euch von Eurem Reitvogel automatisiert zum Ziel tragen zu lassen, um die Reisezeit mit weiteren Vorbereitungen zu verbringen, sowie die Möglichkeit, eine zweite Waffe im Gepäck Eures Saikrii zu verstauen, entpuppen sich als clevere Quality-of-Life-Features, auf die Ihr schon bald nicht mehr verzichten wollt.
Habt Ihr die rund 20-stündige Hauptgeschichte – oder wie Serienveteranen sagen würden: das Tutorial – hinter Euch gebracht, beginnt es erst richtig. Mit wachsendem Jägerrang eröffnen sich immer weitere Möglichkeiten, auf Monsterhatz zu gehen. Ihr jagt diverse neue Bestien oder besonders ausdauernde Variationen und investiert tapfer erkämpfte Materialien und Geld in den Ausbau Eurer Ausrüstung und Waffen. Dazu gibt Euch der Titel zahlreiche Systeme an die Hand, die Ihr mit der Zeit immer besser begreift. Auch die Möglichkeit, spannende Monsteraufkommen in der Welt, die mit Zusatzbelohnungen winken, für spätere Felduntersuchungen vorzumerken, füttert das Gefühl von Progression auf angenehme Weise, ohne die serientypische Jagd auf seltene Materialien zu sabotieren. Das resultiert in einem herausragenden Spielfluss mit toller Sogwirkung, der Fans – und sicherlich zahlreiche Neulinge – für viele Stunden an den Bildschirm fesseln dürfte.









Vor ein paar Tagen habe ich mir die PS5-Version von “Monster Hunter Wilds” dann doch gekauft, nachdem mir die Beta vor dem Release gar nicht gefiel (“Ultimate 4” und “World” habe ich regelrecht verschlungen und geliebt).
Bin jetzt knapp über 10 Stunden im Geschehen und leicht schockiert, wie dieses Spiel eine bessere Wertung als “World” einheimsen konnte. (Ein Freund scherzt schon, da sei doch “Geld geflossen” bei der Beurteilung.)
Die Grafik ist sowas von hässlich auf meiner PS5 Pro, ich habe schon an allen möglichen Einstellungen herumgedoktort, es bleibt ein blasser Matsch mit völlig uneinheitlichen Texturen, von hochaufgelöst bis PlayStation 2-Qualität. Was für ein Unfall, wie hässlich dieses Spiel aussieht. Und ihr vergebt eine Grafiknote 9 von 10? 6 von 10 trifft es wohl eher, nach allem, was ich bisher sehen durfte.
Auch der Spielablauf begeistert mich nicht, vor allem die langweilige und aufgezwungene Geschichte mit den unsäglich schlecht geschriebenen Dialogen und Zwischensequenzen und durch die Bank weg unsympathischen Charakteren zerstört mit komplett die Lust auf dieses Abenteuer.
Dass jetzt auch die Felynen reden, passt immerhin zum katastrophalen Gesamtbild. Wollte man hier etwa mutwillig die Marke beschädigen?
Dass in den Kämpfen einige Hitboxen viel zu groß geraten sind (ich stehe hinter dem Monster und eine Attacke des Viehs nach vorne reißt und verletzt mich mit!?) passt leider ebenfalls zum traurigen Gesamtbild.
Ich konnte das alles wirklich nicht glauben und habe gestern nach einer Session mit “Wilds” mal wieder “World” angemacht und mir kamen ja fast die Tränen, als ich sah, wie viel besser und schöner das acht Jahre alte Spiel im Vergleich aussieht! Selbst die Menüs sind ansehnlicher und übersichtlicher. Und diese schöne Musik in “Monster Hunter World”, ja, so muss ein “Monster Hunter” klingen, pompös und verspielt mit berauschenden Orchesterklängen und nicht diese generische Westernmusik, die im Lager von “Wilds” dudelt.
Ach, ist das alles traurig!
Ein bisschen werde ich es noch spielen und ihm eine Chance geben, aber selbst das uralte “Freedom Unite”, das ich momentan im Emulator auf meinem Gaming-Smartphone spiele, besitzt mehr Stil, Klasse, Schönheit und motivierende Elemente, als dieser letzte und völlig orientierungslose Aufguss einer ehemals unverwüstlich guten Spielereihe.
Mensch, “Monster Hunter”, was haben die dir nur angetan?
Hier nun meine Wertung nach den ersten traurigen Spielstunden:
Singleplayer 6/10
Multiplayer 7/10
Grafik 6/10
Sound 6/10
Gesamt: 60 %
Der Test hat mich doch final überzeugt. Gekauft auch ohne Sale. 🤗
Ich bin etwas spät auf der Party und spiele gerade World und Rise. Aber im Sale werde ich bestimmt zuschlagen.
Und die Reise geht scheinbar aktuell Richtung „breite Masse“, Hardcore Fans meckern schon. 😉