
Meinung
Matthias Schmid meint: Mir gefiel die Musik des Vorgängers noch ein Stück besser. Und ich finde, dass trotz vieler interessanter Dialoge die Hauptcharaktere 2B, 9S und A2 nicht ganz mit NieR, Kaine, Emil und Grimoire Weiss aus NieR mithalten können – deren Schicksal ging mir noch näher. Aber ganz ehrlich: Das war’s auch schon. Ansonsten ist NieR: Automata nicht nur der erhoffte Japano-Action-Reißer mit coolen Bossfights und knackiger Steuerung geworden, es ist ein denkwürdiges Stück Software. Es sprüht vor Kreativität und macht Dinge, die noch keinem Spiel zuvor eingefallen sind – ein großes Lob an Director Yoko Taro, dem hier sein Meisterstück gelungen ist. Wild tanzt das Spiel durch mehrere Genres, verblüfft den Androiden-Lenker am PS4-Pad durch das Überwinden von typischen Spiele-Konventionen. Gleichzeitig erzählt es tieftraurige Nebenstorys, lässt Träume platzen und NPCs bitterlich weinen. Andernorts ist es rührend im positiven Sinne – wenn etwa Roboter unbeholfen ”Romeo & Julia” inszenieren – oder auch mal lustig bis ordinär. Hier lasse ich A2 zu Wort kommen, wie sie Roboterkinder zurechtstutzt: ”Ich bin eine Androidin, du schräge Flöte! Tu also, was ich dir sage – sonst hat dein Hintern Kirmes!”
Tobias Kujawa meint: Ich habe das erste ”NieR” nicht gespielt, hatte aber das starke Bauchgefühl, Teil 2 anschauen zu müssen. Und Gott sei Dank höre ich auf meinen Bauch! Selbst für einen Japan-Muffel wie mich ist Automata eine Offenbarung! Es stellt klassische Science-Fiction-Fragen (Können künstliche Wesen Gefühle haben?), es überrascht immer wieder mit erzählerischen und spielerischen Kehrtwendungen und es verzahnt die Story und ihre Charaktere so eng mit solch lapidaren Dingen wie den Systemeinstellungen und dem Upgrade-System wie kein anderes Spiel. Auch spielerisch bin ich sowohl von den flexiblen Kämpfen als auch von den Shoot’em-Up-Passagen überzeugt. Einziger Kritikpunkt: Die Grafik leistet sich trotz überschaubarer Qualität sogar auf einer PS4 Pro Ruckler.








