NTE: Neverness to Everness – im Test (PS5)

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Screenshot von NTE: Neverness to Everness
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Jeder will ein Stück vom Gacha-Kuchen abhaben, aber nur wenige können tatsächlich die Qualität liefern, die dank Genshin Impact und ­Wuthering Waves heute von Genrevertretern verlangt wird. Ob das Werk vom bisher recht unbekannten Hotta Studio den Sprung in die höchste Riege geschafft hat, darf angezweifelt werden.
Die Großstadt Hethereau wird von bizarren Phänomenen heimgesucht, sei es dem Slenderman im Regen oder Walen, die im Autobahntunnel auftauchen. Unser unter Gedächtnisverlust leidender Protagonist ist Mitglied einer Organisation, die sich um den Fang und die Neutralisierung dieser Anomalien kümmert. Doch nicht alle sind uns feindlich gesinnt, einige werden zu praktischen Gegenständen für den Haushalt oder lustigen Kollegen. Ein Otter mit TV-Kopf ist das Maskottchen unserer Basis, des Antiquitäten­ladens Eibon, von wo aus die Helden Aufträge erledigen.

NTE beschreibt man wohl am besten als ”Anime-GTA mit ­Mystery-Flair”. Ihr lauft als Team, das sich aus dem Gacha ziehen lässt, durch die Stadt und schaltet Anomalien im Kampf oder durch das Lösen von Rätseln aus. Die Viertel sind voll mit Läden und Sidequests und zwischendurch kann man Autos stehlen, Banken ausrauben, die Polizei ­bestechen und später auch Frauen für ­Pyjama-Kuschel-Sessions ins eigene Penthouse einladen. Mit den Männern geht das aktuell leider nicht: Weder Dating in der Stadt noch ein gemeinsamer Haushalt ist mit ihnen möglich. Das Kampfsystem wirkt wie eine einfachere Version von Zenless Zone Zero: Ihr aktiviert Angriffe, Fähigkeiten und Konter im Kampf und nutzt die Synergien der unterschiedlichen Charaktere, um mit Debuffs oder Stärkungen den Schaden zu erhöhen. Bosse sind zahlreich und vielfältig, die Geschichten um sie herum aber äußerst flach und die Dialoge eher anstrengend anzuhören. Die Entwickler versuchen mit vielen Effekten, den Anime-­Vibe von Serien wie ­”Demon Slayer” nachzuempfinden, aber durch schlechte Choreografie, ermüdend lange Szenen mit zu vielen Impact Frames und seltsames Timing wird die Wirkung geschmälert. Dazu erweisen sich die Charaktere als eine Aneinanderreihung von Klischees: Dummes Katzenmädchen, betrunkene ­Tante, rothaarige Nervensäge, steifer Butler – man fühlt sich zurückversetzt in einen Anime der frühen 2000er-Jahre. Grafisch ist NTE auf den ersten Blick solide, allerdings wurde das ganze Spiel zugepflastert mit KI-Designs, die mit starkem Lag versehenen Menüs sind fast identisch aus HoYoverse-Spielen kopiert und der Großstadt fehlen die nötigen Menschenmengen. Die deutsche Übersetzung ist mittelmäßig – wer kann, entscheidet sich für die bessere englische Variante.

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