Rage – im Test (360)

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Meinung

Michael Herde meint: Für mich erreicht Rage seine seltenen Höhepunkte dann, wenn ich zu Nine Inch Nails-mäßiger Musik zähe Banditen beschimpfe, weil sie meinen krachenden Schrotsalven so unverschämt elegant ausweichen. Ansonsten wirkt Rage wie ein unfertiger Flickenteppich mit Versatzstücken aus Fallout, Borderlands und BioShock. Vieles wird angedeutet, aber nicht zu Ende geführt. Ich erwarte von id als Erfinder des Ego-Shooter-Genres zumindest, dass grundlegende Elemente stimmen. Doch das Inventar sortiert Objektgattungen unübersichtlich, beim Durchsuchen der Gegner erkenne ich die Funde kaum. Waffen Toter darf ich nicht aufheben, dafür lösen sich Feinde auf. Langsam ladende Textur-Details passen nicht zu meinen schnellen Drehbewegungen, wodurch ich auf PS3 oft Grafikmatsch sehe. Dass sich Texturen nicht wiederholen, wird ad absurdum geführt, wenn ganze Levels recycelt werden – mal durchquere ich sie vorwärts, mal rückwärts! Gleiches gilt für die uninspirierten Buggyfahrten zum Ziel. Meine Motivation leidet, weil vieles so austauschbar und grundlos zu geschehen scheint, ohne mich mit einer netten Geschichte bei der Stange zu halten. Rage muss kein komplexes Rollenspiel sein, aber es sollte nicht so tun, als ob es eines wäre.

Matthias Schmid meint: Wenn bei Dragon Age oder Two Worlds II ein Kampf beginnt, bin ich schon nach Sekunden versucht, die Konsole auszuschalten – ich habe so viel Devil May Cry und Ninja Gaiden gespielt, dass ich die miesen Echtzeit-Kampfsysteme der meisten Rollenspiele kaum tolerieren kann. Das ging mir z.B. auch in Mass Effect so – hier war die Baller-Action meilenweit von der Qualität eines Gears entfernt. Warum ich Euch das erzähle? Weil bei Rage im Gegensatz zu den genannten Beispielen der Actionkern stimmt – die Schießereien steuern sich butterweich, die Waffen haben Dampf und Feinde sinken im Kugelhagel effektvoll zu Boden. Das bisschen Rollenspiel-Drumherum mit einer Oberwelt, kleinen Plaudereien oder dem Annehmen von Sidequests nehme ich gerne an. Außerdem versteht es id wie kaum ein anderer Entwickler, den Erhalt einer stärkeren Waffe zu zelebrieren – hier gibt es nicht schon in den ersten zehn Minuten ein Rotpunkt-Super-MG mit 800 Schuss Munition! Auch in grafischer Hinsicht ist Rage genau mein Ding – trotz des Textur-Nachlade-Problems, unzerstörbarer Objekte und teils recht statischer Beleuchtung. Nicht selten wirken die schmuddeligen Städtchen oder muffigen Banditenbuden wie Spiel gewordene Artworks – toll! Ein Lob gibt es zudem für die griffig-flotte Steuerung der Fahrzeuge.

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DirtyHarry
21. Dezember 2011 12:17

Habe mir Rage die Woche bestellt und gestern das erste mal angezockt. Habe die erste Banditenhöhle ausgehoben. Bis jetzt finde ich das Spiel recht gut und das Setting + Grafik find ich auch nicht schlecht. Habe es für nen zwanziger bei Amazon bekommen. :o)….da will ich auch gar nicht meckern!

Richie1982
30. November 2011 10:11

Ok. Ich habe gestern mal die Demo angezockt und war nicht sehr begeistert. Es ist kein schlechtes Game, aber viel mehr als 0815 nicht. Die Grafik, sofern man sich nicht gerade schnell bewegt (!!!) ist durchaus ansprechend. Und die Kritik am Trefferfeedback kann ich voll und ganz unterschreiben, da es teilweise echt nicht nachvollziehbar ist. Und seltsamerweise wird mir bei längerem Zocken schlecht. 🙁 Keine Ahnung woher das kommt, sowas passiert mir eigentlich so gut wie nie.

gohan2083
29. November 2011 18:16

gutes spiel! man merkt halt das es unfertig ist.vielleicht kommt mal ein dlc wo die spielwelt erweitert.

Max Snake
29. November 2011 16:57

Schade um das Spiel.

Collective
29. November 2011 11:27

Nebst dem hilflosen Versuch Rollenspielelemente ernsthaft zu etablieren, punktet das Game beim ‘Kerngeschäft’ von id: Die Dynamik und der Fluss der Action sind schlicht grandios. Für mich die absolute Ballerreferenz. Nach ‘ner Runde Rage auf Battlefield3 zu wechseln fühlt sich an, wie das Umsteigen vom ICE auf ‘ne Strassenbahn.

29. November 2011 1:09

in einem punkt muß ich michael recht geben: das ende ist beschissen!ansonsten wüßte ich nicht, was rage so viel schlechter gemacht haben soll, als ALLE anderen shooter dieses jahres, dass es im 70er bereich abgestraft wird. technisch beeindruckend, spielerisch absolut over the top, für einen heutigen ego-shooter eine gar epische länge, offroad racing, seichte rollenspielelemente, unterhaltsame minispiele und ein spaßiger multiplayer der einfach mal anders ist, als man erwartet.

Spacemoonkey
28. November 2011 21:25

@ captain carotempfehle dir es zur sicherheit auch selber einmal zu spielen. die schießereien machen mehr spass als man anfangs denkt. besonders auf den höheren schwierigkeitsgraden sehr intensiv. der rest des spiels ist wirklich nicht so aufregend aber d

captain carot
28. November 2011 21:08

Ich hab´s mir angesehen und war eher gelangweilt, während der Eigentümer des Spiels total begeistert war.Die Welt bleibt doch eher flach, RPG-Elemente bieten andere Shooter mehr und die Shootouts mit den Gegnern fand ich auch alles andere als überragend. Da sind mir die intelligenteren Schurken und Monster so einiger anderer Titel um einiges lieber. Obendrein haut mich das Szenario einfach nicht um. Fallout ist bösariger und schwarzhumoriger, Metro um Längen beklemmender…

Franz Zwerschina
28. November 2011 20:27

Ich spiels grade und bin begeistert. Die Waffen fühlen sich mächtig an, die Welt ist atemberaubend schön designt und die Schusswechel sind sehr geil in Szene gesetzt.Jawolll

Spacemoonkey
28. November 2011 17:27

ich glaube er findet die kampfsysteme dieser spiele nicht unbedingt wegen der geschwindigkeit besser. die kämpfe in den genannten rollenspielen wirken einfach wie dummes und undynamisches buttonmashing neben ng und dmc.dass es auch anders geht zeigen die rollenspiele demon’s souls und dark souls. auch nicht schnell aber verdammt gut

DonCurrywurst
28. November 2011 15:44

[quote=Matthias Schmid]Wenn bei Dragon Age oder Two Worlds II ein Kampf beginnt, bin ich schon nach Sekunden versucht, die Konsole auszuschalten – ich habe so viel Devil May Cry und Ninja Gaiden gespielt, dass ich die miesen Echtzeit-Kampfsysteme der meisten Rollenspiele kaum tolerieren kann.[/quote]So ein Unfug auch, dass man z.B. in Dragon Age nicht 10 Meter hoch springen kann und seinen ca. 30kg schweren 2h Hammer nicht im 0,5 Sekundentakt auf die Gegner einhämmern kann. Verstehe dich da sehr gut.Ich kann leider auch kein Mario Kart mehr zocken, da das Gefühl des Geschwindigkeitsrausches in Sonic deutlich besser rüberkommt.

Maik-el Neid
28. November 2011 14:36

Etwas ernüchternd der Test.Hab vor nen parr Tagen die Demo gespielt,und hatte ziemlichen Spaß.Das die Gefechte Spaß machen,kann ich bestädigen.Dank eures Tests,weis ich endlich,ob nun die ganzen 22 GB installiert werden können,oder auch nur die einzelnen DVDs.Eigentlich wollte ich das Spiel kaufen,aber das ausleihen,über ein Wochenende wird wohl reichen.Das die Framerate auf 60 FPS läuft,sollte ruhig starker betont werden,da dies sich wirklich gut anfühlt.