
Meinung
Kevin Pinhao meint: Als großer Fan der Serie habe ich Requiem mit Vorfreude erwartet. In den letzten zehn Jahren hat mich Capcom mit jedem Ableger mindestens überzeugen, häufiger noch begeistern können – seien es die Hauptspiele mit Neustart-Charakter oder die aufwendig angelegten Remakes vergangener Titel. Dass Requiem nun also Elemente aus beiden Strömungen miteinander verbinden würde, erschien mir wie ein Geniestreich – und als eben dieser stellt sich die erste Hälfte des Spiels erfreulicherweise auch heraus. Das Team um Nakanishi kreiert einen vorbildlichen Spielfluss: Ich bin begeistert vom mit chirurgischer Präzision umgesetzten Wechselspiel aus An- und Entspannung. Ein euphorischer Eindruck, an den die zweite Hälfte leider nicht ganz heranreicht, wenngleich ihre kompetent präsentierte Action und nostalgische Energie trotzdem bis zum Ende – und darüber hinaus – viel Spaß bereiten. Und jetzt entschuldigt mich, ich habe eine Platin-Trophäe freizuspielen.
Michael Herde meint: Ich habe die Vorberichterstattung vermieden und wurde von Graces Horror-Episode überrascht, deren furchteinflößender ”The Girl”-Stalker beinahe verhindert hätte, dass ich weiterspiele. Die Zombies sind Referenzklasse und das Sanatorium ist ein riesiges Puzzle, das ich mir Metroid-mäßig allmählich erschließe. Dann ist da der Leon-Part. Der ist auch Resident Evil, aber ganz anders. Er macht Spaß, aber insbesondere die zweite Hälfte fällt durch den Fokus auf Leons übertriebene Action ab, zumal die ”nachladbare” Axt übermächtig ist. Trotz durchweg guter Unterhaltung hinterlässt Requiem einen faden Nachgeschmack von Resident Evil 6: Damals wie heute wirft Capcom Verschiedenstes zusammen, was irgendwie Resident Evil ist. Manch einer nennt das Abwechslung und Auflockerung, andere halten es für zerstreut. Ich finde, man sollte im zweiten Durchgang die Kampagnen separat wählen dürfen.








